Gefährlicher Weltraumschrott mit fatalen Folgen?

Starlink-Satelliten von Elon Musk könnten Ozonschicht der Erde gefährden

Forscher warnen vor mehr Weltraumschrott

Bereits jetzt sind schätzungsweise 3500 Satelliten in unserer Erdumlaufbahn unterwegs und es soll noch ein Vielfaches mehr in den kommenden Jahren dazukommen. Neben den immensen Mengen an Weltraumschrott, der die Raumfahrt gefährdet, warnen Forscher nun auch vor den Auswirkungen für unsere Ozonschicht.

Satelliten verschmutzen die Atmosphäre

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Ein Zug mit Starlink-Satelliten fliegt über den Nachthimmel.

Mit dem Starlink-Projekt plant Elon Musk in Zukunft sein SpaceX-Unternehmen zu finanzieren. Astronomen sind jedoch skeptisch, was den Ausbau des Satellitennetzwerks von Starlink angeht. Schließlich sollen Tausende weitere Erdtrabanten in den Orbit geschossen werden. Andere Unternehmen scharren auch schon mit den Hufen. Amazon-Gründer Jeff Bezos hatte bereits ein ähnliches Projekt angekündigt. Für Astronomen bedeutet das eine Verschmutzung ihrer Sicht beim Blick durch die Teleskope in den Weltraum. Hinzu kommt, dass die Chance sich vergrößert, dass Satelliten kollidieren und weiteren Weltraumschrott produzieren.

Laut Plan, sollen die Satelliten am Ende ihrer Lebenszeit nach rund 5 Jahren gezielt zum Absturz gebracht werden und in der Atmosphäre verglühen. Doch genau darin sehen die kanadischen Wissenschaftler Aaron Boley und Michael Byers von der Universität von British Columbia mögliche weitere Gefahren für die Ozonschicht.

Elon Musk und Starlink-Satelliten: Ungewolltes Geo-Engineering?

Die Zeichnung zeigt Weltraumschrott in der Erdumlaufbahn im sogenannten Low Earth Orbit (LEO), der bis 2000 Kilometer über der Erdoberfläche reicht (Blick über die Äquatorregion). Satelliten für Telekommunikation, Navigation und Wettervorhersage sind
"Weltraumschrott" gefährdet zukünftige Weltraummissionen. © picture alliance / dpa, ESA, cul jsc

Boley und Byers nahmen die Starlink-Satelliten als Beispiel für ihre Untersuchungen. Neben den bekannten Problemen wie den im Orbit umherschwirrenden Weltraummüll machten die Forscher auf das Aluminium aufmerksam, welches beim kontrollierten Absturz in die Erdatmosphäre freigesetzt würde. Satelliten bestehen zu einem Großteil aus Aluminium. Da die atmosphärischen Prozesse noch nicht gänzlich erforscht sind, befürchten die Wissenschaftler einen unkontrollierbaren Geo-Engineering-Effekt. Bei Raketenstarts wurde bereits festgestellt, dass das bei der Verbrennung freigesetzte Aluminiumoxid die Ozonschicht angreift. Wenn Satelliten zusätzlich auch noch in der Atmosphäre verglühen, wird ungleich mehr Aluminiumoxid freigesetzt.

Mehr Aluminium in der Atmosphäre könne zwar auch die Sonnenstrahlung besser abhalten und möglicherweise die Erderwärmung verlangsamen. Es wurde jedoch nie im größeren Umfang wissenschaftlich untersucht und nachgewiesen. Bei der Menge an Satelliten, die nun durch Starlink in der Erdumlaufbahn bis zu ihrem Ableben kreisen sollen, bestünden laut Boley und Byers unkontrollierbare Gefahren.

Aluminiumoxid könnte Albedo-Effekt auslösen

ITAR-TASS: CHELYABINSK, RUSSIA, FEBRUARY 15, 2013. A white contrail left by a meteor over Chelyabinsk. (Photo ITAR-TASS / Viktoria Gorbunova) +++(c) dpa - Bildfunk+++
Meteoriteneinschlag im russischen Tscheljabinsk: Rund 60 Tonnen Gestein bringen Meteoriten täglich auf die Erde. © dpa, Gorbunova Viktoria

Um die Auswirkungen besser verdeutlichen zu können. verglich Boley die Satelliten mit dem Material, das durch Meteoriten auf die Erde gelangt. Zwar kämen durch Meteoriten momentan täglich etwa 60 Tonnen Material zur Erde, doch bestünde es hauptsächlich aus Gestein, das sich aus Sauerstoff, Magnesium und Silizium zusammensetze. Boley geht von maximal 1 Prozent Aluminium aus, das durch Meteoriten zu uns gelange.

Beim Verbrennen von Aluminium entsteht Aluminiumoxid, das weitere unerforschte Nebenwirkungen auslösen kann. „Aluminiumoxid reflektiert Licht bei bestimmten Wellenlängen und wenn Sie genug Aluminiumoxid in die Atmosphäre abgeben, werden sie die Albedo des Planeten verändern", sagte Boley.

SpaceX-Satellitenstart sollte gerichtlich gestoppt werden

Boley erklärte weiter, dass er nicht generell gegen den Ausbau des Satelliten gestützten Internets sei, aber es Untersuchungen über die Auswirkung, die die Projekte für die Umwelt haben, geben müsse. Bisher gebe kein ausreichend fundierte Wissen dazu.

So stand in den USA die Genehmigungsbehörde FCC (Federal Communications Commission) vor Gericht, weil sie laut Anklage die Folgen für die Umwelt nicht in Betracht gezogen habe, als sie die Tausenden Starlink-Satelliten genehmigte. Die Firma Viasat hatte als Ankläger eine Aussetzung des Starts weiterer Satelliten gefordert. Das Gericht lehnte im Juli diese Forderung jedoch ab. Im Oktober ist der nächste Gerichtstermin.

Eine weltweite Lösung muss allerdings her, sollten weitere Tausende Satelliten mit Starlink, Amazons Kuiper, Chinas Starnet oder OneWeb in die Umlaufbahn geschossen werden.

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(kfb)