Eisschmelze in Grönland: Schlittenhunde waten durch Wasser

Die Wahrheit über das schmelzende Eis
Die Wahrheit über das schmelzende Eis Dieses Bild rüttelt auf 00:35

Bild mit großer Symbolkraft für den Klimawandel

Es ist ein unfassbares Foto, das der dänische Polarforscher Steffen Olsen da gemacht hat: Der Wissenschaftler ist mit dem Hundeschlitten unterwegs, um routinemäßige Messungen durchzuführen. Normalerweise nehmen die Forscher immer die Abkürzung über einen zugefrorenen Fjord, aber was sie an diesem Junitag sehen, alarmiert sie. 

Ist dieses Bild fake oder echt?

Die Hunde waten durch zentimeterhohes Wasser. Es sieht aus, als würden die Hunde über Wasser gehen können. Tatsächlich steht auf einer etwa 1,20 Meter dicken Eisschicht eine richtig hohe Wassersäule. Es ist das Schmelzwasser, das von den umliegenden Bergen auf das noch zugefrorene Meer läuft. Das Wasser steht so hoch auf dem Eis, dass die Wissenschaftler ihre Messgeräte gar nicht mehr wiederfinden. Sie sind versunken.

In unserer Redaktion rätselten wir, ob dieses Bild wirklich echt sein kann. Denn normalerweise schwimmt Eis ja auf dem Wasser - nicht umgekehrt. Doch das Bild ist echt. Es wurde in der Nähe von Qaanaaq aufgenommen am Inglefield-Fjord. Unter den Forschern befindet sich mehr als 800 Meter tiefes Wasser. 

An anderen Teiles des Fjords ist das Wasser durch Risse im Eis abgeflossen, doch hier hat es sich gesammelt. Es ist Wasser vom Grönländischen Eisschild, der größten Eismasse der Nordhälfte.

Und dieses Bild könnte nun zu einem neuen Symbolbild für den Klimawandel werden: Schlittenhunde, die den Schlitten durch Wasser ziehen. Noch sind es nur die Hunde, doch die Symbolkraft des Bildes ist klar. Wenn der Meeresspiegel durch das Abschmelzen des Grönländischen Eispanzers steigt, könnten auch bald die Menschen in Hamburg, Oslo, Amsterdam und New York durch eine 20 cm hohe Wasserschicht stapfen.  

Rekord-Schmelze in Grönland

Grönland Melt extend 2019
Die Grafik zeigt, dass die Anzahl der Tage, an denen die Eisoberfläche in diesem Jahr schmilzt, deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen drei Jahrzehnte liegt (1981 bis 2010). Besonders stark war die Eisschmelze in diesem Jahr zwischen April und Mai.