Eisheilige beginnen kühl und enden angenehm

Eingetopfte Blumen sind am 07.05.2015 in einem Garten in Kaufbeuren (Bayern) mit einer Plastikfolie bedeckt, um sie dadurch vor Nachtfrost zu schützen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand /dpa | Verwendung weltweit
Frostschutz für Topfplanzen © picture alliance / dpa, Karl-Josef Hildenbrand, kjh

Die Eisheiligen hatten für die Menschen früher eine enorme Bedeutung. Wetterberichte gab es im Mittelalter noch nicht, die Menschen verließen sich auf die Bauernregeln, die ja aus Wetterbeobachtungen entstanden. In der sogenannten Kleinen Eiszeit, die vom 15. bis ins 19. Jahrhundert hinein ging, verloren die Bauern durch späte Nachtfröste oft ihre Ernte. Das war für die Landbevölkerung nicht mehr und nicht weniger als eine Frage des Überlebens.

Man beobachtete damals, dass es rund um die Eisheiligen Mamertus (11. Mai), Pankratius (12.), Servatius (13.), Bonifatius (14.) und Sophia (15.) häufig zu Nachtfrösten kam, die die zarten Pflänzchen nicht überlebten. Deshalb wurde die Aussaat erst nach den Eisheiligen durchgeführt.

Eisheilige stürzen zuerst ab

06.05.2019, Bayern, Wiesenthau: Dohlen fliegen am Walbera durch die Lichtstrahlen eines Wolkenrisses. Foto: Nicolas Armer/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Die Eisheiligen sind nur am Anfang kühl und nass. Dann gibt es ganz viele Lichtblicke. © dpa, Nicolas Armer, nar gfh

​Soweit der Ausflug ins Mittelalter. Nun leben wir in Zeiten des Klimawandels und so oft friert es Mitte Mai nicht mehr. Oder doch? Ein Blick zurück zeigt, dass es sowohl 2017 als auch 2012 Nachtfröste gab, zwar nicht bundesweit, aber auch nicht nur in höheren Lagen. So vermeldete Aurich in Ostfriesland, das rund 10 Meter über dem Meeresspiegel liegt, am 14.05.2012 null Grad.

Das angenehme Frühlingswetter aus den letzten Prognosen ist derzeit nicht mehr über die ganze Zeit zu erkennen. Dafür droht ein nasser und kühler Start. Immerhin besteht zum Ende Hoffnung auf mehr Sonne für alle und Wärme. 

Mamertus: Am Samstag, den 11. Mai, geht es sehr bescheiden los mit 11 bis 15 Grad. Dazu sieht es ziemlich unbeständig mit einigen Niederschlägen aus. Im Süden kann es sogar sehr nass werden. Nachtfrost? Nein. Selbst auf dem Brocken bleibt es mit 2 Grad positiv und der ist ja über 1.100 Meter hoch. Den meisten Sonnenschein erwarten wir Richtung Norden. 

Pankratius, Sonntag, 12. Mai: Die Sonne setzt sich besser in Szene, nur ganz im Osten und Südosten nicht. Bis zu 9 Stunden gibt es am Rhein und an der Nord- und Ostsee. An den Alpen fallen noch einige Liter an Regen, auch ganz im Osten kommt noch etwas runter. Die Temperaturen steigen mit 11 bis 15 Grad überhaupt nicht an. In die höheren Lagen der Mittelgebirge kommt der Frost zurück.

Servatius, Montag, 13. Mai: Temperaturtechnisch geht es gar nicht voran. Bei der 15-Grad-Marke ist Ende! Rund um München werden es sogar nur 8 bis 10 Grad! Im Süden und Osten kann es auch noch ein paar Tropfen geben. Die Sonne zeigt sich hier nur 2 bis 6 Stunden, ansonsten immerhin 7 bis 11 Stunden. In den Mittelgebirgen kann es verbreitet Frost geben.

Bonifatius, Dienstag 14. Mai: Es geht in die richtige Richtung. Verbreitet werden 13 bis 18 Grad in Deutschland erreicht, in Bayern und Sachsen bleibt es bei kühleren 10 bis 15 Grad. Nachtfröste sind aber weiterhin nur für die höchsten Lagen vorgesehen. Die Sonne hat meist die Oberhand. Bis zu 13 Stunden an der Otsee, aber nur 3 bis 6 Stunden im Südosten. Niederschläge spielen keine große Rolle mehr, am ehesten kann es im Südosten etwas tröpfeln.

Sophia, Mittwoch, 15. Mai: Sophia bringt in den Hochlagen fast keinen Nachtfrost mehr. Und es wird noch einen Ticken wärmer. Im Westen kann es 18 bis 20 Grad geben, im Südosten nur 12 bis 16 Grad. Die Sonne legt sich mächtig ins Zeug. Im Westen und Norden sind es meist 10 bis 13 Stunden und auch im Südosten sind es immerhin schon 5 bis 9 Stunden. 

Starke Nachtfröste wie am ersten Mai-Wochenende sind zu den Eisheiligen also nicht zu erwarten, aber am Tage bleiben die Temperaturen erst noch recht frisch, auch wenn es recht viel Sonnenschein (Ausnahme vor allem der Südosten) geben wird. Erst am Ende zeigen sich die Eisheiligen milde. 

Wie es danach weitergeht, sagen wir Ihnen in unserem beliebten 30-Tage-Trend.