Eine Zählung in der Antarktis beweist: Mehr als 50 Prozent Pinguine fehlen

Immer weniger Pinguine

Nach der Zählung in der Antarktis ist klar: mehr als 50 Prozent der Pinguine sind weg. Im Video zeigen wir die putzige Kolonie, die beispielhaft für den Rückgang der Zahlen steht.

Greenpeace-Schiff stürzt sich in die Pinguinkolonie

Die Forscher auf dem Greenpeaceschiff hatten eine gigantische Aufgabe vor sich, an die sich seit 50 Jahren niemand mehr herangetraut hat. Die Pinguine auf Elephant Island zählen

Schon seit Jahrhunderten kommen die Pinguine zum Brüten auf die schwer zugängliche Insel. Besonders die Zügelpinguine kommen seit Jahrhunderten auf die Insel. Das Zählen ist eine echte Herausforderung - zwar helfen ein paar Drohnenbilder - der Rest ist jedoch Handarbeit.

Zählen und Starren - so werden 50.000 Pinguine gezählt

Kolonie
Um sicher zu gehen, dass sich niemand verzählt hat, wird alles noch ein zweites Mal gezählt. Eine echte Sisyphusarbeit.

Der Vogelkundler Noah Strycker sieht es mit Humor: "Da stehen wir ganz still auf einem Felsen und starren auf eine Pinguinkolonie. Dabei strecken wir unseren Arm aus und sehen aus, als würden wir ein Pinguinorchester dirigieren." Und es wird wirklich jeder einzelne Pinguinkopf gezählt. 

Vor 50 Jahren war die Pinguinwelt noch in Ordnung

Das Ergebnis: Rund 52.000 Pärchen brüten auf der Insel. Vor 50 Jahren waren noch mehr als doppelt so viele. Wie es zu diesem Rückgang kam, müssen die Wissenschaftler nun herausfinden. Sie vermuten, dass die Nahrung weniger geworden ist. Der Krill könnte durch den Klimawandel oder durch Fischer immer mehr aus den Meeren verschwinden.

Keine Katastrophe - aber besorgniserregend

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Mit ihrem schwarzen Streifen unter dem Kinn sind sie unverkennbar. © imago images/Nature Picture Library, Inaki Relanzon via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Weltweit gibt es etwa sieben bis acht Millionen Brutpaare von Zügelpinguinen - sie werden also nicht aussterben. Aber die Veränderung ist besorgniserregend und zeigt, wie der Klimawandel die Tierwelt in der Antarktis beeinflusst.

Ein einfacher Vertrag könnte die Pinguine retten

Eine Lösung könnte ein globaler Meeresvertrag sein, über den die vereinten Nationen seit Jahren verhandeln. Die Idee dahinter: Ein Drittel der Weltmeere soll unter Schutz gestellt werden. Dort könnte dann nicht mehr nach Öl gebohrt oder gefischt werden. Für die Pinguine bliebe dann genug Krill übrig. Noch sperren sich einige Staaten - die Verhandlungen gehen jetzt in die nächste Runde.