Davon sind Sammler ganz schön begeistert!

Diese IKEA-Möbel sind heute viel mehr wert

ARCHIV - 02.04.2020, Brandenburg, Waltersdorf: Das Logo vom Einrichtungskonzern IKEA im Ortsteil der Gemeinde Schönefeld im Landkreis Dahme-Spreewald. Der Möbelriese Ikea berichtet an diesem Mittwoch über seinen wichtigen Einzelmarkt Deutschland. (zu
Hätten Sie gedacht, dass einige der Möbelstücke von IKEA heute ein kleines Vermögen wert sind? © dpa, Patrick Pleul, ppl;cse vco

Aus Günstig-Möbeln werden Sammlerstücke

Günstige Möbel, Teelichter und Deko – dafür ist IKEA bekannt. Wer kommt schon durch das schwedische Kult-Möbelhaus, ohne eine Menge Dinge zu kaufen, die gar nicht auf dem Einkaufszettel standen? Richtig, fast niemand. IKEA bietet eben günstige Preise für eine passable Qualität und zieht daher täglich tausende Käufer auf der ganzen Welt an. Aber hätten Sie gedacht, dass einige der Möbelstücke des Schweden heute ein kleines Vermögen wert sind? Vermutlich nicht, aber genau so ist es.

Eine Sitzbank von 1995

Was ganz schön unscheinbar aussieht, bringt je nach Zustand aber bis zu 300 Euro ein: eine Sitzbank mit Staumöglichkeit. Die „PS Bänk“, wie sie auf Schwedisch heißt, war in den 1990er-Jahren ein richtiger Kassenschlager. Das schlichte, zeitlose Design von Erfinder Thomas Sandell hat die Käufer von damals überzeugt. Und was damals wahrscheinlich für einen geringen Preis über die Ladentheke ging, kann heute ein kleines Vermögen einbringen. Eine dieser Bänke aus dem Jahre 1995 soll dem Besitzer laut Chip beim Verkauf stolze 300 Euro eingebracht haben. Andere Bänke dieser Art wurden zum Beispiel beim „Stockholmer Auktionsverk“ im Jahr 2019 für umgerechnet 120 Euro versteigert.

Retro-Regale im 50s-Style

Bei diesem Regal ist der Name Programm. Denn das „Early Bookshelf“ von IKEA ist schon rund 70 Jahre alt. Heute würde das Retro-Regal aus den 1950er-Jahren aber in einigen Wohnungen wieder eine gute Figur abgeben, jetzt, wo der Mid-Century-Style wieder im Kommen ist. Und vielleicht ist auch das Comeback des Retro-Styles der Grund dafür, dass das Regal für bis zu 3000 Euro und mehr gehandelt wird. Auf Design Market, einer Website für Second-Hand-Möbel, soll das gute Stück, das von Designer Gillis Lundgren kreiert wurde, stolze 3.091 Pfund eingebracht haben. Nicht schlecht für ein IKEA-Regal.

Orangefarbene Sessel aus den 70ern

Auch ein Sessel des schwedischen Möbelhauses sorgt bei dem ein oder anderen heute noch für Begeisterung. Ebenfalls von Gillis Lundgren designt, ist der orangefarbene Hingucker in den 1970er-Jahren bei IKEA ein beliebtes Kaufobjekt gewesen. Heute kann ein Paar der Sessel über 300 Euro einbringen. Genau genommen 353 Euro. Denn für diesen Preis wurde ein Sessel-Paar 2019 beim dänischen Auktionshaus Lauritz Christensen versteigert.

Das Original ist von 1954

Gillis Lundgren’s Handschrift ist auch in diesem Möbelstück wiederzuerkennen: Der Beistelltisch „Lövet“ aus dem Jahre 1954. Einzelne Exemplare des 50er-Jahre-Tisches sollen laut Chip heute über 1000 Euro einbringen. Aber Vorsicht: Im Gegensatz zu anderen Möbelstücken des Schwedischen Möbelgiganten gibt es diesen Tisch auch heute noch zu kaufen. Er heißt jedoch nicht mehr Lövet sondern Lövbacken. Wenn Sie also darauf spekulieren, mit diesem Tisch ein kleines Vermögen zu erzielen, sollten Sie erst einmal schauen, aus welchem Jahr ihr Exemplar stammt.

Wussten Sie das schon? Wie Barneby’s berichtet, war dieser Tisch aus den 1950er-Jahren das erste Möbelstück, das dem Kunden in einem kompakten Karton verkauft wurde. Und das liegt daran, dass es sich hier um das erste Möbelstück handelte, das der Kunde selbst zusammenbauen konnte.

Ist das noch ein Stuhl oder schon Kunst?

Bei diesem Stuhl, den Kult-Designer Verner Panton für das schwedische Möbelhaus entworfen hat, handelt es sich um einen Artikel, der bei IKEA Anfang der 1990er-Jahre in die Regale einzog. Im Gegensatz zu vielen anderen Möbelstücken des Kult-Möbelhauses, handelte es sich bei diesem Stuhl aber nicht um eine Massenproduktion. Von ihm sollen schätzungsweise gerade einmal zwischen 3.000 und 4.000 Stück produziert worden sein. Und das wird wohl einer der Gründe dafür sein, warum der Stuhl, der zugegebenermaßen nicht einmal bequem aussieht, heute mehrere hundert Euro einbringen kann. Ein glücklicher Besitzer hat für sein Exemplar in der Sendung Bares für Rares im letzten Jahr 400 Euro kassiert. Wahnsinn!

Nicht nur Möbel lassen die Kasse klingeln

Auch ein altmodisch anmutendes Porzellan-Set von IKEA kann je nach Zustand über 1.000 Euro einbringen. Das Nejlika-Set, dessen Produktion Ende der 1990er Jahre eingestellt wurde, ist heute ein wahrer Sammler-Schatz. So hat sogar die einzelne Terrine bei der Versteigerung im Auktionshuset Kolonn 141 Euro eingebracht.

Ein Stuhl mit Geschichte

Der „Clam Chair“ ist nicht einfach nur ein Ikea-Möbel aus den 1940er- und 1950er-Jahren. Dieser Stuhl hat eine viel spannendere Geschichte zu erzählen. Philip Arctander, ein dänischer Architekt, hat im Jahre 1944 an einer Art Designwettbewerb für Möbelstücke teilgenommen. Sein Werk: Ein Stuhl, dessen Beine aus Buche waren und dessen Sitzfläche komplett mit Schafwolle überzogen war. Der Stuhl wurde anschließend in einer limitierten Auflage produziert. Nachdem sich Arctander aus dem Business zurückgezogen hatte, übernahmen Möbelketten wie IKEA sein Design. So entstand der „Clam Chair“, was so viel heißt wie Muschelstuhl. Heute können Stühle dieser Art unglaubliche 50.000 Pfund, rund 59.000 Euro einbringen.

Es lohnt sich also zwei Mal zu überlegen, ob man ein vermeintlich unscheinbares IKEA-Möbelstück auf den Sperrmüll stellt. Denn möglicherweise kann man damit in ein paar Jahren ein kleines Vermögen verdienen.

So gefragt wie nie

Dass IKEA mittlerweile eine Art Kultstatus erzielt hat und nahezu jeder ein Teil des Möbelriesens in seiner Wohnung hat, das dürfte unbestritten sein. Aber dass es sogar so weit kommt, dass IKEA mit der Lieferung nicht mehr nachkommt, das ist schon eine kleine Sensation. Aber das scheint aktuell, zu Zeiten von Corona und Rohstoffengpässen, tatsächlich der Fall zu sein. So sind derzeit vielerorts Klassiker, wie das Malm-Bett oder der Kleppstad-Schrank nicht vorrätig. Auch bei kleineren Einrichtungsgegenständen, wie bei Lampen oder Spiegeln müssen Kaufwillige derzeit enttäuscht in die Röhre schauen. Für alle die, die diese Teile aber ausgerechnet jetzt loswerden wollen, ist das ein richtiger Jackpot. Bei eBay und anderen Verkaufsportalen kann man derzeit für die beliebten Möbelstücke einiges mehr kassieren, als das sonst der Fall ist. (vho)