Bundeswirtschaftsministerium überprüft Startplattform

Ein Weltraumbahnhof in der Nordsee?

Microlauncher
Das Handout zeigt in einer 3D-Animation einen Microlauncher. Foto: Ohb Se/OHB SE/dpa/Symbolbild © deutsche presse agentur

Erster Start Ende 2021?

Starten in der Nordsee bald Raketen? Gar nicht so unwahrscheinlich, wenn es nach dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) geht: Demnach könnte schon in etwas mehr als einem Jahr erstmals eine kleine leichte Trägerrakete von einer mobilen Startplattform in den Weltraum geschossen werden. „Das ist keine Frage der technischen Machbarkeit. Wenn die Politik das «Go» gibt, könnte der erste Start Ende 2021 erfolgen“, sagte Matthias Wachter, Abteilungsleiter für Sicherheit, Rohstoffe und Raumfahrt beim BDI gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Bremerhaven als Basis- und Logistikhafen im Gespräch

Derzeit überprüft das Bundeswirtschaftsministerium ein vom BDI vorgelegtes Konzept für eine Startplattform für sogenannte Microlauncher-Raketen. Präferiertes Modell soll ein umgebautes Spezialschiff sein. Als Basis- und Logistikhafen für den "Offshore-Weltraumbahnhof" in der Nordsee ist Bremerhaven im Gespräch. Von dort wären es rund 460 Kilometer bis zur Startposition im äußersten Westen der deutschen Außenwirtschaftszone. Die Wirtschaft erhofft sich einen deutschen Startplatz für kleine Raketen, um so im Wettbewerb um Satelliten mitzumischen. Mit der Idee, Satelliten in das All zu schicken, brachte sich in der Vergangenheit vor allem Elon Musk (Mitgründer von Tesla) hervor. Sein privates Raumfahrtunternehmen "SpaceX" will insgesamt bis zu 40.000 Satelliten in die Erdumlaufbahn schicken. Das Projekt "Starlink" soll ein weltumspannendes Netzwerk mehrerer tausend Internet-Satelliten werden, um ein weltweites, preisgünstiges Internet zu garantieren.


Quelle: DPA/RTL.de