Das spart richtig Heizkosten

Gut fürs Geld - schlecht für das Klima: Oktober auf Rekordkurs

von Björn Alexander und Letizia Vecchio

Die Energiepreise schießen in astronomische Höhen – und viele trauen sich deswegen nicht, in den eigenen vier Wänden die Heizung anzudrehen. Da kommen die rekordverdächtig hohen Temperaturen diesen Oktober gerade recht – denn es hätte auch ganz anders, nämlich deutlich kälter – laufen können.

Oktober 2022 liegt mit Höchsttemperaturen auf Platz 3

Während am Montagnachmittag (19.09.2005) ein Mann mit freiem Oberkörper und einem Buch die spätsommerliche Wärme in einem Liegestuhl am Frankfurter Mainufer genießt, räkelt sich eine junge Frau scheinbar müde in ihrer Sonnenliege, nur der Radfahrerin
Auch im September gab es noch ein paar richtig warme Tage, die eher an Sommer erinnerten - hier in Frankfurt am Main.

Temperaturen um die 20 Grad – und das im Oktober. Im Jahr der Energiekrise sicherlich eine gute Nachricht, auch wenn so hohe Temperaturen zu dieser Zeit des Jahres nicht üblich sind. Tatsächlich ist der Oktober 2022 mit durchschnittlich 12,1 Grad der drittwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen: Wärmer war der 10. Monat nur im Jahr 2001 mit durchschnittlich 12,5 Grad und im Jahr 2006 mit 12,18 Grad. Somit kann die Heizung zumindest tagsüber ausbleiben – was für ein Glück!

Schlecht fürs Klima, gut für den Geldbeutel

Dürremonitor für den 19.10.2022
Der Dürremonitor gibt Auskunft über die aktuelle Situation. Quelle:UFZ-Dürremonitor/ Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung.

Nach der Hitzeschelle diesen Sommer geht es jetzt also weiter mit einem warmen Herbst – und das ist sicherlich nicht toll fürs Klima. Die gute Nachricht ist aber, dass der Niederschlag der letzten Wochen schon einiges für Flora und Fauna getan hat – ein Blick auf den Dürremonitor zeigt, dass die Menge an pflanzenverfügbarem Wasser zumindest bis 25cm Bodentiefe, mit Ausnahme von Ostdeutschland, absolut ausreichend ist (rechts im Bild). Beim Gesamtboden sieht es da leider viel dramatischer aus (links im Bild). Bisher sind im Jahr 2022 50% der jahresüblichen Regenmenge gefallen – da aber noch einiges an Regen kommen wird, sind die 100% durchaus denkbar.

Kälte-Oktober wäre auch denkbar gewesen

Eines ist klar: Es hätte auch ganz anders laufen können. Ein Blick in das Wetter-Archiv macht das schnell deutlich. Vor über 100 Jahren, nämlich 1905, lag die durchschnittliche Temperatur im Oktober bei 4,6 Grad! Aber auch in der jüngeren Vergangenheit war zu dieser Zeit des Jahres schon Frieren angesagt – bei 5,5 Grad im Mittel im Jahr 1974 und 6 Grad im Oktober 2003. Falls es also einen Wettergott geben sollte, so meint der es gut mit uns. Man will sich gar nicht ausmalen, was ein kalter Oktober für den Geldbeutel bedeutet hätte.

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(eve)