Ein heftiger Wintersturm hat in Westeuropa schwere Schäden verursacht

Heftiger Wintersturm fegte über Westeuropa hinweg

Ein heftiger Sturm hat in Großbritannien zu Weihnachten schwere Schäden verursacht. Zu Heiligabend waren 75 000 Haushalte im Süden Englands ohne Strom. Mindestens fünf Menschen kamen ums Leben.

Ein heftiger Wintersturm hat in Westeuropa schwere Schäden verursacht
© REUTERS, MAL Langsdon

Der Weihnachtsverkehr kam in Teilen Großbritanniens streckenweise zum Erliegen. In der Nacht zum Dienstag saßen zahlreiche Autofahrer im Hafen von Dover fest, weil der Fährverkehr gestoppt werden musste. Mehrere Autofahrer waren in ihren Wagen eingeschlossen, weil sie auf überfluteten Straßen weder vorwärts noch zurück konnten.

Zahlreiche Zugverbindungen mussten eingestellt werden, auf anderen Strecken konnten die Bahnen nur mit verminderter Geschwindigkeit fahren.

Der Flugverkehr blieb hingegen weitgehend unbeeinflusst. Lediglich einige Flüge auf Inseln im Norden Schottlands mussten gestrichen werden.

Auch Frankreich, Belgien und Spanien waren stark betroffen

Über ganz Nord-Europa ist Sturmtief 'Dirk' hinweggefegt. Deutschland streifte er mit nur 80 Stundenkilometern. Aber in England, Belgien, Spanien und Frankreich wütete er mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 Stundenkilometern.

Im Nordwesten Frankreichs sind vermutlich zwei Menschen getötet worden. In der Nacht waren rund 240.000 Haushalte ohne Strom, davon etwa 130 000 in der Bretagne.

Auf einer Baustelle in Saint-Germain-de-Tallevende im Calvados starb ein zwölf Jahre altes Kind, als auf einer Baustelle eine Mauer einbrach. Rund 200 Kilometer nordwestlich von Brest wurde ein russischer Seemann bei bis zu sieben Meter hohen Wellen von Bord des niederländischen Frachters «Victoriaborg» gespült. Das Frachtschiff selbst musste von einem Schlepper gesichert werden.

Im Nordwesten Spaniens wurden Bäume umgeknickt und in mehreren Orten ist die Stromversorgung zusammengebrochen. Bei der Ortschaft Covas in der Region Galicien stürzte ein Baum auf die Gleise einer Schmalspurbahn und brachte einen Zug zum Entgleisen. Auf dem Flughafen von Bilbao im Baskenland wurden am Dienstag wegen des Unwetters mehrere Flüge gestrichen. In Galicien fiel in mehreren Orten in den Gegenden von La Coruña und Pontevedra zeitweise der Strom aus, weil der Sturm Leitungen von den Masten gerissen hatte.

In der Nähe von Lyon deckte 'Dirk' das Dach einer Schule ab und warf es auf ein Wohnhaus. Die Familie, die dort wohnt, bekam zu Weihnachten sozusagen das Leben geschenkt. Unglaublich, dass dabei nicht mal jemand verletzt wurde.

Inzwischen hat sich 'Dirk' abgeschwächt. Mit den Folgen haben die Bewohner aber noch lange zu kämpfen.