Das können wir gegen die Raupe tun

Die Eichenprozessionsspinner sind wieder da - gefährlich für Mensch und Tier

Die Raupe eines Eichenprozessionsspinners kriecht auf einem Eichenstamm entlang.
Die feinen Härchen der Raupe sind extrem gefährlich für Menschen und Tiere. © deutsche presse agentur

Große Plage der Eichenprozessionsspinner erwartet

Die kühleren Temperaturen im Frühjahr haben die Entwicklungsprozess der Eichenprozessionsspinner ein wenig aufgehalten. Im letzten Jahr gab es viele Nester mit Eiablagen, jetzt beginnen die Raupen zu schlüpfen. Experten erwarten eine ähnlich große Plage wie im vergangenen Jahr. Die Haare der Raupen sind für Menschen und Tiere gefährlich. Sie lösen starke Hautausschläge und Allergien aus.

Eichenprozessionsspinner löst Hautreizungen, allergenen Schock, Juckreiz aus

Aus der Raupe des Eichenprozessionsspinners schlüpfen nach dreimaliger Häutung Nachtfalter. Der Falter selbst ist nicht das Problem, sondern eben die Raupe. Ihren Namen haben die Tiere, weil sie sich wie in einer Prozession über den Baum verteilen, wenn sie zu ihrem bevorzugten Futter, den Eichenblättern, ausschwärmen.

Das allein macht sie schon zum Schädling. Sie bevorzugen als Wirt die Eiche und können durch ihren Appetit dem Baum ernsthafte Schäden zuführen. Aber nicht nur dem Baum: Auch Mensch und Haustier leiden unter der Raupe, nämlich dann, wenn sie sie berühren. Der Rücken der Tiere ist behaart und diese feinen Haare enthalten ein extremes Nesselgift. Das kann sogar einen lebensbedrohlichen allergenen Schock auslösen. Auf der Haut verursacht das Gift Rötungen, Reizungen und Quaddeln.

Ab wann werden Eichenprozessionsspinner gefährlich?

Ab Ende April/Anfang Mai schlüpfen die Raupen der Nachtfalter, fressen das frische Laub und ab Ende Mai gehen sie auf Wanderschaft, um die typisch gespinstartigen Nester zu bauen. Nach der Verpuppung schlüpfen die graubraunen Schmetterlinge. Im Herbst bilden sich die Jungraupen und überwintern im Ei.

Wo kommen die Eichenprozessionsspinner vor?

Eichenprozessionsspinner-Raupen hängen am Zweig einer Eiche ,
Die für den Menschen gefährliche Raupe des Eichenprozessionsspinners liebt das junge Laub von Eichen. © dpa, Peter Roggenthin

Die Raupen lieben Eichen, Wärme und Sonne. Oft findet man die Nester am Waldrand, in Alleen, in Parks und Gärten. Sichtbar wird der Fraßschäden ab Mitte Mai bis in den September. Wenn sich die Raupen nur einmal durch das Laub gefressen haben, kann in der Regel durch den Johannistrieb, dem zweitem Blattaustrieb an Laubbäumen, gegen Ende Juni, der Baum überleben. Kommt das jedoch mehrere Jahre hintereinander vor – und kommt dann noch Trockenheit dazu - können die Eichen auch absterben.

Was genau ist gefährlich an Eichenprozessionsspinnern?

Ab der dritten Häutung ist eine einzige Raupe mit über 600.000 Brennhaaren übersät. Diese besitzen Widerhaken und sind mit dem Nesselgift Thaumetopein gefüllt. Bei jeder Häutung werden die Brennhaare abgestreift und vom Wind verbreitet. Auch die Gespinstnester sind gefährlich – das ganze Jahr.

So gefährlich sind die Haare der Eichenprozessionsspinner-Raupe

Der Eichenprozessionsspinner ist wieder da
Besonders die feinen Härchen des Eichenprozessionsspinners sind für Menschen bei Kontakt gefährlich. © dpa, Patrick Pleul, ppl; han; fux jhe dna skm vge

Da die kleinen Härchen Widerhaken haben, bleiben sie überall hängen. Schnell hat man sie sich in die Augen gerieben oder sie in die Atemwege bekommen. Verfangen sie sich in den Schleimhäuten, kann es zu Entzündungen kommen, die besonders gefährlich für Asthmatiker sind. Auf der Haut rufen die Härchen enormen Juckreiz hervor.

Raupen auf keinen Fall anfassen!

Man darf die Raupen auf keinen Fall anfassen, selbst der Aufenthalt in ihrer unmittelbarer Nähe kann schon dazu führen, dass man kleinste Härchen einatmet.

  • Kleidung im Freien und sofort wechseln
  • Die Schuhe nass abspülen
  • Kleidung bei mindestens 60 Grad in der Waschmaschine waschen
  • Sichtbare Raupenhaare kann man mit einem Klebstreifen entfernen
  • Gründlich duschen und Haare waschen
  • Nicht abtrocknen, denn man könnte übrig gebliebene Härchen tiefer in die Haut reiben
  • Die Augen mit Wasser spülen
  • Ein Besuch beim Hausarzt ist ratsam
  • Bei Atemnot sofort den Rettungsdienst alarmieren

Meldung an offizielle Stellen

Als nächsten Schritt: Melden Sie bitte Ihre Beobachtung in den Wäldern dem zuständigen Forstamt oder bei Befall außerhalb des Waldes der Kommune!

Der Eichenprozessionsspinner bedroht auch Hunde

Hunde leiden übrigens genauso unter dem Kontakt mit den giftigen Raupenhärchen wie Menschen. Auch hier ist ein Arztbesuch unausweichlich. Denn hat ein Hund beispielsweise mit seiner Zunge die Raupen berührt, muss das Maul gründlich ausgespült werden. 

Bekämpfung des Raupenprozessionsspinners NUR von Profis

Bekämpfung der Raupen darf nur von Profis vorgenommen werden.
Eichenprozessionsspinner sollten nur von Experten in Schutzanzügen beseitigt werden. © dpa, Markus Klümper, pat

Fachleuten gehen mit Bioziden vor oder saugen punktuell die Raupen ab. Bei dem Biozid handelt es sich um „Dipel ES“ oder „Foray ES“. Es enthält das Bakterium Bacillus thuringensis, das die Darmwand des Eichenprozessionsspinners schädigt und zum Absterben der Raupen führt.

Weitere Maßnahmen werden erforscht. Eine Methode, die erfolgreich scheint, ist mit heißem Wasser gegen die raupen und Haare vorzugehen. 97 Grad heißes Wasser zerstört die Eiweißstrukturen im Nesselgift und deaktiviert dadurch auch die Gefährlichkeit der verbliebenen Brennhaare.

Im Versuchsstadium ist derzeit auch ein neuer Schaumeinsatz. Der Baum wird großflächig mit dem Schaum besprüht. Der Schaum isoliert, hält die Hitze länger und erreicht auch Raupen außerhalb des Nestes.

In Worms läuft im Augenblick auch ein Versuch mit dem Einsatz kleiner Fadenwürmer. Sie sind in der Lage, in die Raupen einzudringen und sie zu töten. Mithilfe eines Sprühsystems werden die kleinen Würmer in die Baumkronen der Eichen gespritzt.

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