DWD will Bauern mit besserer Langfristprognose bei drohenden Dürren helfen

Neue Dürre-Vorhersage für Deutschland
Neue Dürre-Vorhersage für Deutschland Klima-Beobachtung vom DWD 00:45

Neue Langfristvorhersage

Die große Dürre von 2018 ist immer noch spürbar - sie ist tatsächlich trotz der großen Regenmengen im Winter noch nicht behoben. Denn vor allem in den großen Bodentiefen ist es immer noch zu trocken. Um den von der Dürre besonders betroffenen Bauern mit besseren Vorhersagen zu helfen, hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) eine neue Langfristvorhersage entwickelt. Die soll frühzeitig vor drohenden Dürren und anderen Folgen des Klimawandels warnen.

Entspannung nur in oberen Bodenschichten

Prof. Dr. Paul Becker, DWD-Vizepräsident, erklärte bei der jährlichen Klima-Pressekonferenz des nationalen Wetterdienstes in Berlin, dass der DWD mit neuen Dürreprognosen den Bauern zur Seite stehen wolle. Grundlage der neuen DWD-Dürreprognosen seien Vorhersagen der Bodenfeuchte. Die Bodenfeuchte beschreibt, wieviel Wasser im Boden gespeichert ist. Die Bodenfeuchte ist eine sich nur langsam verändernde Speichergröße. Genau diese Eigenschaft wird bei der Berechnung langfristiger Bodenfeuchte- Vorhersagen genutzt. Becker: "Mit den heute verfügbaren Vorhersagetechniken hätte der DWD die im Juni 2018 in großen Teilen Deutschlands anhaltende Dürre schon 6 Wochen vorher mit guter Qualität vorhersagen können."

Zwar hat der Winter 2018/19 überdurchschnittlich viel Regen gebracht, nämlich 123 Prozent der üblichen Menge. Aber das war lediglich genug, um Flüsse und Stauseen wieder aufzufüllen. Ab einer Tiefe von 30 bis 50 Zentimetern ist es weiterhin sehr trocken.

Immerhin hat sich die Lage in den oberen Bodenschichten entspannt. Dennoch ist auch da besonders im Osten und da vor allem in Thüringen und Brandenburg der Boden teilweise sogar noch extrem trocken. In Bodenschichten bis 1,80 Meter sieht es noch schlimmer aus. In vielen Gegenden von Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, auch in Hessen und Thüringen muss noch immer von einer außergewöhnlichen Dürre gesprochen werden.  

In 1,80 m Tiefe ist es immer noch viel zu trocken

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Rot bedeutet außergewöhnliche Dürre, gelb bedeutet ungewöhnlich trocken. Nur die weißen Gebiete sind von Dürre nicht betroffen.

Und zwar deshalb, weil durch die Rekord-Dürre im Sommer der Grundwasserspiegel massiv fiel. So geht das Landesumweltamt Baden-Württemberg von 1.000 Litern pro Quadratmeter bis nächsten Sommer aus, um die Dürre vollends zu beenden. Denn die Dürre war außergewöhnlich und reichte bis in tiefe Bodenschichten. Da reichen die bisher gefallenen Niederschläge nicht aus, um die Trockenheit tief im Boden auch zu beenden. So ist der Boden in etwa 1,8 Metern Tiefe noch nicht gesättigt. Freuen wir uns also über weiteren Regen.