Durch die Klimaerwärmung müssen wir uns auch in Deutschland auf mehr Extremwetter einstellen

Klimawandel: Die Erde heizt sich auf
Klimawandel: Die Erde heizt sich auf Umfangreiche Daten der NASA als Animation 00:55

Mehr Stürme, extreme Regenfälle und Hitzewellen

Aufgrund der Klimaerwärmung rechnet der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Zukunft mit mehr Stürmen, extremen Regenfällen und Hitzewellen – und dies nicht nur global, sondern auch in Deutschland.

Extremwetter nimmt mit steigenden Temperaturen zu

Der DWD-Experte Thomas Deutschländer erklärte am Dienstag, es sei schwierig, eine Zunahme solcher Extremwetter-Ereignisse statistisch nachzuweisen, es scheine aber trotzdem "sinnvoll, sich schon heute auf eine Zukunft mit mehr Wetter- und Klimaextremen auch in Deutschland einzustellen". 2017 traten solche Ereignisse vermehrt auf und dies sei "sicherlich ein Indiz" für die Annahme vieler Klimaforscher, dass Extremwetter mit steigenden Temperaturen zunehmen.

"Noch wahrscheinlicher erscheint eine solche Entwicklung, wenn man nicht nur das Jahr 2017 betrachtet", erklärte Deutschländer. Ein statistische Nachweis sei allerdings schwierig, da die Beobachtungszeiträume zu kurz, die flächendeckende Erfassung kleinräumiger Ereignisse schwierig und die natürliche Klima-Variabilität hoch sei.

Eine "Tendenz zur Vernässung" sei beispielsweise für die Landwirtschaft, besonders in Norddeutschland ein wichtiger Faktor. Dies bedeute, dass es robuste Sorten brauche. Außerdem zeige sich eine Verschiebung der Jahreszeiten, mit recht hohen Temperaturen im März und danach Frösten im April.

Aber auch für die Städteplanung haben die Experten Vor-und Ratschläge. Um die Hitzebelastung zu verringern, könne man Frischluft-Schneisen und begrünte Dächer einsetzen.

2017 war weltweit eines der drei wärmsten Jahre

Extremwetter im Juli 2017
Zwei Motorrollerfahrer fahren am 19.07.2017 bei einem schweren Unwetter mit Starkregen über eine überflutete Straße in Sehnde in der Region Hannover (Niedersachsen). © dpa, Julian Stratenschulte, jst vge

Der Klimawandel habe sich im Jahr 2017 global und auch in Deutschland deutlich bemerkbar gemacht. Weltweit war es eines der drei wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen 1881. In Deutschland lag das Jahr 2017 mit 2002 und 2011 auf dem sechsten Platz der letzten 137 Jahre.

Wetterextreme in 2017 waren laut DWD-Fachmann die länger andauernde Trockenheit im Frühjahr und das "anhaltend trübe Wetter" von September bis Januar 2018. "Durchweg zu nass" waren dagegen die Monate Juni bis Dezember, besonders im Juli regnete es viel mehr als normalweise. Nur der Januar und der September seien 2017 im Monatsmittel kühler als gewöhnlich ausgefallen. Die Zahl der Sonnenstunden habe 2017 insgesamt im Normbereich gelegen. Die Temperaturen seien im Jahresmittel allerdings um 1,4 Grad gestiegen.

Nahezu in ganz Europa sei 2017 im Vergleich zum vieljährigen Mittel zwischen 1 und 2 Grad zu warm ausgefallen.