Soll das ein Witz sein?

Sommer 2021 in Deutschland: Hier ist es immer noch zu trocken

Es gibt immer noch zu trockene Regionen in Deutschland, zeigt der UFZ-Dürremonitor
Ausgetrockneter und tief zerfurchter Acker in der Nähe von Blankenheim - die Aufnahme stammt nicht aus 2021. © imago images/Manngold, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Die Böden in Deutschland sind nicht überall gesättigt

Voller Sorge blickten wir im Frühjahr noch auf eine mögliche weitere Dürre im Sommer 2021. Unter den drei zu trockenen Sommer in Folge (2018 um 25 %, 2019 um 7 %, 2020 um 10 % zu trocken) hatten unsere Wälder extrem gelitten und ohne reichlich Bewässerung in der Landwirtschaft und im heimischen Garten ging gar nichts. Alles wurde welk, krank und verbrannte. Aber nach den nassen Monaten Juni und Juli 2021 dürften jetzt doch alle Boden gesättigt und das Wasserdefizit behoben sein. Nein, das ist nicht der Fall, wie der Dürremonitor Deutschland des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt.

Dürre in Deutschland 2020

Der Dürremonitor des Helmholtz-Instituts verdeutlicht wie prekär die Lage in Deutschland im August 2020 war.
Der Dürremonitor des Helmholtz-Instituts vom August 2020 - alles rot, alles außergewöhnlich trocken. © Helmholtz-Institut

Juni und Juli 2021 viel zu viel zu nass

Gefühlt regnet es doch schon durch seit Mai. Erst wurde es einfach nicht wärmer, immer wieder fiel Schnee, dann war es nur noch nass. Der Juni 2021 übertraf mit rund 95 Litern pro Quadratmeter sein Niederschlagssoll (85 Liter pro Quadratmeter) der Referenzperiode 1961-1990 mit 10 Litern deutlich. Verglichen mit der Periode 1991-2020 lag das Plus sogar bei knapp 20 Liter pro Quadratmeter.

Im Wetter-Katastrophen-Monat Juli fielen bundesweit im Mittel rund 110 Litern pro Quadratmeter und damit sogar knapp 40 Prozent mehr Niederschlag als im Durchschnitt der Referenzperiode 1961 bis 1990 (78 Liter pro Quadratmeter). Verglichen mit der Periode 1991 bis 2020 lag das Plus bei fast 25 Prozent.

Regen im Juli 2021: 20 versus 350 Liter pro Quadratmeter

Aber diese Durchschnittswerte sagen regional eben nicht viel aus. Während Tief BERND Mitte Juli den zerstörerischen Jahrhundertregen in Nordrhein-Westfalen und Bayern auslöste, blieb es in der Magdeburger Börde im Juli mit nur 20 Litern pro Quadratmeter am trockensten. Im Chiemgau und Berchtesgadener Land fiel mit über 350 Litern pro Quadratmeter der meiste Monatsniederschlag.

Im Großraum Berlin, dem mittleren Brandenburg und der Uckermark wurden im Juni mancherorts kaum 5 Liter pro Quadratmeter gemessen. Die anhaltende Trockenheit führte hier sogar zu Waldbränden. Insgesamt fiel in Oberschwaben und an den bayerischen Alpen dagegen mit teils über 250 Litern pro Quadratmeter der meiste Niederschlag.

Im Nordosten hält die Dürre in Deutschland an

UFZ-Dürremonitor: Im Nordosten Deutschlands ist es immer noch zu trocken.
Gesamtboden bis 1,8 Meter / Oberboden bis 25 Zentimeter / Pflanzenverfügbares Wasser bis 25 Zentimeter

Trockenheit und Sintflut im Sommer 2021

Mit Durchschnittswerten und gefühltem Wetter ist es eben immer so eine Sache. Die regionalen Unterschiede beim Wetter in Deutschland sind enorm. Im Stau der Alpen und im maritim geprägten Westen regnet es generell mehr als im kontinentaler geprägten Osten Deutschlands. Das war in den letzten Sommern allerdings ausgesetzt. Und in diesem Jahr sind die Unterschiede besonders groß. Die einen wünschen sich Regen, die anderen verfluchen ihn.

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(ctr, DWD)