Dürre in Deutschland: Trockene Aussichten für April

ARCHIV - 25.04.2019, Niedersachsen, Giesen: Der Schatten eines Landwirts fällt in der Mittagssonne auf ein Feld im Landkreis Hildesheim. Nach der Dürre im vergangenen Jahr hoffen die deutschen Landwirte wieder auf eine reichere Ernte. Foto: Julian St
Es sieht schlecht aus : Die Prognosen für Europa und für Deutschland lassen die Forst- und Landwirte Schlimmes befürchten. © dpa, Julian Stratenschulte, jst lop fgj

Schon wieder – die Prognosen sehen in Sachen Trockenheit für die kommenden Wochen nicht gut aus. Die Böden, die in den letzten Monaten reichlich Wasser aufsaugen konnten, werden laut den neuesten Berechnungen der Experten bald wieder unter Wassermangel leiden.

Tiefe Bodenschichten bereiten Sorgen

Der Februar war überdurchschnittlich nass, der März 2020 war damit der 57.-feuchteste März in Deutschland seit 1901 und der 66.-feuchteste seit 1881. So weit so gut – aber gereicht hat es nicht. Die europäische Wetterzentrale European Centre for Medium-Range Weather Forecasts (ECMWF) berechnet für den April ein düsteres Bild. Es geht um zu wenig Wasser für unsere Böden.

Besonders die tiefen Bodenschichten bis 1,8 Meter sollten uns Sorgen machen. Schaut man auf die Karten, kann man das bedrohliche Rot nicht mehr übersehen. Der April, der normalerweise noch ordentlich Niederschläge bringt, wird die Lage weiter verschärfen.

Bis Stand jetzt ist in fast ganz Deutschland noch kein Tropfen Regen gefallen. Und es sieht auch weiterhin nach Trockenheit aus. Ein paar lokale Schauer retten die Situation leider nicht. 

Hier geht es zum 30-Tage-Trend

Die obere Bodenschicht hat noch genug Feuchtigkeit für die Pflanzen. Jetzt noch! Die bedrohliche Trockenheit liegt tiefer.
Die obere Bodenschicht hat noch genug Feuchtigkeit für die Pflanzen. Jetzt noch! Die bedrohliche Trockenheit liegt tiefer. © UFZ Dürremonitor Deutschland

Die Pflanzen brauchen Wasser – jetzt!

ARCHIV - 22.08.2018, Niedersachsen, Dollbergen: Ein Landwirt pflügt ein staubtrockenes Feld in der Region Hannover.  Deutschland hat Germanwatch zufolge im vergangenen Jahr erstmals zu den drei am stärksten von Extremwetter betroffenen Staaten gezähl
Schon 2019 hatten wir in Deutschland mit extremer Trockenheit zu kämpfen. © dpa, Julian Stratenschulte, jst jai axs

Der Regen bleibt aus und wir steuern wieder auf eine längere Trockenheit zu. Gerade jetzt im Frühling ist das für die Pflanzen dramatisch. Sie sind in der Wachstumsphase und brauchen dringend Regen.

Wird das wieder ein Dürre-Jahr?

NOAA
Laut der Trendprognose der NOAA ist ganz Europa von Trockenheit bedroht. © NOAA

Egal, in welche Prognose man schaut, die Berechnungen sehen nach einem trockenen Frühling aus - zu trocken für unsere Böden. Und auch die Temperaturen sollen laut dem amerikanischen Wetterdienst NOAA wärmer als normalerweise sein. Die Sommermarke von 25 Grad ist schon wieder mal Anfang April geknackt worden. Kein gutes Zeichen. Die Landwirtschaft und die Wälder haben schon im vergangenen Jahr gelitten.

Die Borkenkäfer stehen schon in den Startlöchern. Die Förster schlagen Alarm.

Waldbrandgefahr wieder hoch

Laut dem Waldbrandgefahrenindex ist es mal wieder staubtrocken in Deutschland. Die Gefahr für Grasland und Wald ist als mittel bis hoch eingestuft. Und ohne Niederschläge wird sich die Feuergefahr weiter verschärfen.

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