Dürre in Deutschland: Die schlimmen Auswirkungen für Natur und Wirtschaft

Schiffe fahren nicht, Ernte dahin, Trinkwasser wird knapp

Seit Wochen schon ist es in Deutschland extrem heiß – und vor allem extrem trocken, daran ändert auch das eine oder andere Gewitter nichts. Flüsse und Felder trocknen aus und Landwirte klagen über Ernteausfall. Und wegen Wassermangels sollen die Bürger im fränkischen Forchheim jetzt sogar aufs Autowaschen und das Rasensprengen verzichten.

In Forcheim ist es der siebte zu trockene Monat in Folge. Deshalb gilt hier: Blumen gießen, Rasen sprengen und Auto waschen – bitte nicht! Die städtische Wasserversorgung appelliert an die Bürger, ihr Wasser wirklich nur noch zum Kochen, Duschen und Trinken zu benutzen.

"Nötig ist diese Maßnahme geworden, weil das ganze Jahr schon zu trocken war. Und wenn kein Regen fällt, kommt auch kein Grundwasser nach", erklärt Gerhard Nögel von der Wasserversorgung Kersbach. Und wenn der Grundwasserspiegel absackt, reicht irgendwann das Trinkwasser nicht mehr.

Sogar die ersten Wasserkraftwerke haben teilweise ihre Turbinen abgeschaltet, weil durch die Flüsse weniger Wasser fließt. So wie in der Elbe bei Dresden, hier können Schiffe nicht mehr fahren. Auch die Landwirte leiden unter der großen Trockenheit. Mangels Wasser ist bei manch einem Bauern 70 Prozent der Ernte für die Katz.

Aber nicht nur die Natur, auch unsere Kehlen lechzen nach gutem Nass. Folge: Diese Brauerei hat 150.000 Bierkästen im Umlauf, aber niemand bringt sie zurück. Hans-Christian Bosch, Geschäftsführer der Brauerei Bosch, erläutert die Problematik: "Durch das wenige Leergut können wir derzeit nicht die Mengen Bier abfüllen, die wir gerne abfüllen würden. Das heißt, gestern mussten wir unsere Produktion schon um 11 Uhr abbrechen. Wir müssen erst wieder Leergut sammeln und hoffen, dass wir morgen wieder abfüllen können."

Und weil auch Tiere unter der Hitze leiden, spendiert Johannes Zahner seinen Kühen eine Abkühlung – mit einer Dusche. Und die rentiert sich sogar. "So eine Kuhdusche ist tatsächlich eine Möglichkeit um der Kuh zu helfen, aber auch dem Landwirt", sagt der Agrar-Wissenschaftler. "Gerade wenn es so heiß ist wie in diesem Jahr, geht sonst die Milchleistung zurück."