Dürre in Deutschland - Boden so trocken wie seit 50 Jahren nicht

Dürre in Deutschland - Boden so trocken wie seit 50 Jahren nicht

Die große Hitze und ausbleibender Regen haben in manchen Teilen Deutschlands eine starke Dürre verursacht. In Südhessen, Teilen von Nordbayern, Sachsen bis ins südliche Brandenburg ist der Boden so trocken wie seit 50 Jahren nicht. "Die obersten 30 bis 60 Zentimeter sind völlig ausgetrocknet", so Udo Busch, Leiter der DWD-Agrarmeteorologie.

Der diesjährige Sommer war in Deutschland bisher durch viel Sonnenschein und lange Phasen mit hohen Temperaturen geprägt. Diese gipfelten in teils extremen Hitzewellen. Wenngleich die Temperaturen zwischenzeitlich auch immer mal wieder etwas zurückgingen, blieb eines in vielen Regionen Deutschlands konstant, nämlich die Trockenheit. Regenfälle waren meist nur in Verbindung mit lokalen Gewittern zu beobachten. Landregen gab es nur im späten Frühjahr zeitweise in Süddeutschland, sonst blieb er gänzlich aus.

Was für die einen einem Bilderbuchsommer entspricht, ist für andere nahezu eine Katastrophe. Denn viele Regionen Deutschlands leiden

unter der extremen Trockenheit. Seit Anfang Juni fiel deutschlandweit gerade mal 54 Prozent der im gesamten Sommer normal üblichen Niederschlagsmenge und dabei sind bereits über zwei Drittel des Sommers vorüber. Hinzu kommt, dass bereits das Frühjahr in Deutschland mit nur wenigen Ausnahmen zu trocken ausfiel.

Die Auswirkungen der anhaltenden Trockenheit sind weitreichend und zeigen sich beispielsweise anhand von Ernteausfällen, vertrockneten Landschaften, kleineren Waldbränden und kontinuierlich sinkenden Pegelständen der Flüsse und Seen. So ist beispielsweise der Pegel der Elbe bei Dresden bedrohlich niedrig und auch in Düsseldorf am Rhein ragen vermehrt Kiesbänke aus dem Wasser. Der Bodensee, der um diese Jahreszeit eigentlich seinen Wasserhöchststand von weit über 4 Meter zeigen sollte, weist heute in Konstanz gerade mal einen Pegelstand von 346 Zentimeter auf.

Zu den seit Jahresbeginn trockensten Regionen gehört die Mitte Deutschlands. Ursache für das anhaltend trockene Wetter in diesem Jahr ist vermutlich ein außerordentlich stabiles Azorenhoch, das seinen Einfluss immer wieder bis nach Mitteleuropa ausdehnen konnte, so dass länger anhaltende Niederschläge kaum eine Chance hatten. Tiefausläufer waren häufig nur schwach ausgeprägt und sorgten meist nur im Osten und Süden für etwas mehr Regen oder örtlich kräftige Schauer und Gewitter. Einzig der äußerste Norden Deutschlands konnte in den letzten Monaten zeitweise von der Nähe zu Tiefdruckgebieten über der Nordsee und Nordeuropa profitieren.

Trotz den Verlusten in der Landwirtschaft wird es wohl keine bleibenden Schäden durch die Trockenheit in Deutschland geben. Die Wasservorräte im Boden werden im Winter voraussichtlich wieder aufgefüllt. Um das Niederschlagsdefizit der vergangenen Monate auszugleichen, müsste es nach den Worten von Busch etliche Tage fünf bis zehn Liter pro Quadratmeter regnen. Gewittergüsse, bei denen oft in ganz kurzer Zeit mehr als zehn Liter Regen pro Quadratmeter fallen, sind langfristig nicht hilfreich. Dieses Wasser ist nach drei bis vier Tagen verdunstet.

Quele: dwd, dpa