2021 – wird das wieder ein Dürrejahr?

Wasserprobleme in Deutschland: Talsperren unterm Soll – Böden zu trocken

Die Auswirkungen des Klimawandels sind noch heftiger als geahnt.
Umweltminister Olaf Lies aus Niedersachsen: "Die Auswirkungen des Klimawandels sind dramatischer als geahnt." © Getty Images/iStockphoto, Marcus Millo

Wir brauchen mehr Wasser

Erst wenn es nicht mehr da ist, fällt uns auf, wie sehr wir es brauchen. Wasser! Kaum zu glauben bei dem Wetter draußen: Im vierten Jahr in Folge liegen in Deutschland die Pegelstände der Talsperren oft unter dem Durchschnitt. Die Böden sind in der Tiefe immer noch zu trocken. Besonders betroffen ist der gesamte Nordosten.

Seit vier Jahren herrscht Dürre im Boden

Schaut man auf die vergangenen Jahrzehnte, scheint alles noch normal. Gerade in den Jahren 2015, 2016 und 2017 war es auch in den Sommern bis in den Herbst hinein zum Teil sogar ziemlich nass. Dann folgte jedoch das Jahr 2018 mit der anhaltenden Dürre und nur 75 Prozent des ansonsten üblichen Niederschlags. Und auch in den folgenden Jahren konnte das Wasserdefizit nicht gedeckt werden.

Klimaprognose: Zu warm, zu kalt – wie wird das Wetter in diesem Jahr?

Im aktuellen Jahr blicken die Statistiker derzeit auf rund 30 Prozent des Regensolls für das ganze Jahr. Das ist aber nur ein Anfang. Der Grundwasserstand wurde durch die letzten drei Trockenjahre extrem strapaziert. So niedrig war der im gesamten Zeitraum von 1981 bis jetzt noch nie. Gerade die Böden im Osten sind nämlich in den tieferen Bodenschichten viel zu trocken.

Im Nordosten und Südosten weiteres Trockenjahr erwartet

Niedersachsen macht sich Sorgen wegen eines erneuten Dürrejahres. Denn alles deutet darauf hin. Es wäre das vierte Jahr, in dem fehlendes Wasser in Deutschland zu einem Problem werden könnte. Die Talsperrenfüllstände in Niedersachsen liegen im Jahr 2021 schon wieder deutlich unter dem Durchschnitt. Aktuell sogar noch tiefer als 2020.

„Vor allem im Nordosten und im Südosten des Landes sei ein weiteres Trockenjahr zu erwarten.“, sagt der Technische Leiter der Harzwasserwerke Christoph Donner.

„Die Bodentrockenheit ist für unser Auge nicht sichtbar.“, so der Leiter für Wasserressourcen und Umwelt Prof. Dr. Dietrich Borchardt vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ).

Zwei bis drei Jahre bis alles wieder normal wird

Auf die Frage, wie lange es braucht, bis das Grundwasser wieder aufgefüllt ist, haben die Experten keine richtig befriedigende Antwort: Im günstigsten Fall würde es zwei bis drei Jahre dauern, bis der Grundwasserspiegel aufgefüllt wäre. Und das nur, wenn es feuchte Jahre gibt. Teils fehlt die Hälfte des Niederschlags von einem Jahr. Laut Borchert sind die Winter ganz besonders wichtig: „weil da wenig Verdunstung stattfindet.“.

Dürre in Deutschland - In den tiefen Bodenschichten fehlt das Wasser

 Trockener Boden mit Trockenrissen: Das Grundwasser fehlt in den tiefen Bodenschichten
Die Grundwasserspeicher sind oft nicht ausreichend gefüllt und sinken insgesamt seit 10 Jahren. © imago images/Future Image, Christoph Hardt via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Zukunft mit Dürre?

Die Experten haben in ihren Modellen klar errechnet:

  • Wenn wir das Ziel von 1,5 Grad Erwärmung erreichen, laufen wir Gefahr jedes zweite Jahr einen Trockensommer zu erleben.
  • Wenn wir nur das 2 Grad-Ziel erreichen, wären 8 von 10 Sommern so trocken.
42-Tagetrend: Prognose für Deutschland

„Am Klimaschutz führt kein Weg vorbei“

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies betonte: „Am konsequenten Klimaschutz führt kein Weg vorbei.“ Im Hinblick auf die Trockenheit sagt er: „Es geht auch darum, jedes Zehntel Grad Erwärmung zu verhindern.

Derzeit sei der Oberboden bis zu einer Tiefe von 25 Zentimetern noch gut mit Feuchtigkeit versorgt, beim Gesamtboden bis zu einer Tiefe von 1,80 Metern sei die Lage deutlich schlechter, vor allem im Harz, erklärte Borchardt. „Wir gehen mit einer Dürrelast ins Jahr 2021.“

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Hoffen auf den Trendwechsel

Meteorologe Björn Alexander sagt dazu: „Dementsprechend müssen wir im Sommer 2021 auf einen Trendwechsel hoffen. Denn wenn sich die Geschichte aus den vergangenen Jahren wiederholen sollte, dann bliebe uns Problem mit den Wasservorräten nach wie vor bestehen und wir würden tatsächlich in einen Dürresommer hineinlaufen.“

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