Dürre-Deutschland: Wie steht es um die Wasserstände der Talsperren und Flüsse?

02.07.2019, Sachsen, Dresden: Ausgetrocknet ist das Elbufer vor der historischen Altstadtkulisse mit der Frauenkirche (l-r), der Hofkirche, dem Hausmannsturm und der Semperoper. Der Pegel der Elbe in Dresden beträgt momentan 58 Zentimeter. Foto: Robe
Einschränkungen wegen Niedrigwasser an der Elbe in Dresden. © dpa, Robert Michael, ert gfh

Erste Einschränkungen bei Schifffahrt +++ Pegelstände recht niedrig +++ Talsperren gut gefüllt

Auch der Sommer 2019 sieht schon wieder sehr trocken aus. Der letzte Monat hat vor allem in der Mitte und im Südwesten viel zu wenig Niederschlag gebracht. In Nordosten und Norden konnte zumindest punktuell mal Nass von oben verzeichnet werden.

Bei der extremen Dürre 2018 fiel der Wasserstand der Flüsse dramatisch, was insbesondere den Schiffstransport teilweise zum Erliegen brachte. Wie sieht es derzeit mit den Wasserständen in unseren Talsperren aus und führen die Flüsse in Deutschland schon wieder bedrohliches Niedrigwasser?

Talsperren sind gut gefüllt

Insbesondere die Talsperren, welche zur Stromerzeugung, dem Hochwasserschutz und auch der Niedrigwasseraufhöhung genutzt werden sind recht gut gefüllt. Im Osten sind sie zum Teil voll bis oben hin, im Westen ist der Füllgrad mit 80 bis 90 Prozent aber auch nicht besorgniserregend. Im Video sehen sie den Füllstand der Möhnetalsperre.

Jeden Tag sinkt der Möhnesee um bis zu 8 cm
Jeden Tag sinkt der Möhnesee um bis zu 8 cm Ludger Harder erläutert die Situation 01:16

So gut sind die Talsperren in Deutschland gefüllt

Die Talsperren in Deutschland sind gut gefüllt.
Die Talsperren in Deutschland sind gut gefüllt. © RTL Interactive, wetter.de

Pegelstände liegen unter dem Durchschnitt – Schiffahrt auf der Elbe mit Einschränkungen

Bei den Pegelständen der Flüsse sieht es allerdings anders aus. Die meisten Flüssen führen jetzt schon ein bedenkliches Niedrigwasser. Besonders Elbe, Weser und Oder führen größeres Niedrigwasser. Die ersten kleineren Einschränkungen gibt es bereits. Am Rhein bzw. am Oberrhein sieht es noch entspannter aus, denn hier machen sich noch die Abflüsse durch Schnee aus den Alpen bemerkbar.

Der Wasserstand der Elbe in Dresden liegt derzeit (04.07.) bei knapp unter 60 Zentimeter. Das liegt schon 10 Zentimeter unter dem mittleren Niedrigwasser. Das Niedrigwasser der Elbe bremst die sächsische Dampfschiffahrt in Dresden aus. Die Anlegestellen in Blasewitz und Pillnitz können nicht bedient werden. Ausflugsfahrten in die Sächsische Schweiz und entlang der Weinstraße nach Meißen finden nicht statt. Die Elbfähre Prettin ist noch in Betrieb, allerdings kann sie aufgrund des niedrigen Wasserstandes weniger Fahrzeuge mitnehmen als sonst.

In Torgau ist in der Elbe bereits der Hungerfelsen zu sehen. Der markierte Stein auf der rechten Flussseite unterhalb des Schlosses Hartenfels kommt aus dem Wasser heraus, wenn der Wasserstand der Elbe 50 Zentimeter unterschreitet. Der Wasserstand beträgt dort 42 Zentimeter (04.07.)

Pegel in Dresden bei unter 60 cm
Pegel in Dresden bei unter 60 cm Niedrigwasser an der Elbe 00:44

Blühen bald wie 2018 wieder Tomaten in der Elbe?

Der extrem trockene Dauer-Sommer 2018 machte es möglich. Im ausgetrockneten Flussbett der Elbe wuchsen tatsächlich Tomaten. Die Samen wurden vermutlich angespült. Solche Bilder sind auch 2019 möglich, dafür ist es allerdings noch zu früh und die Pegel zu hoch.

2018 blühten Tomaten in der Elbe
2018 blühten Tomaten in der Elbe Dauer-Sommer 2018 00:20

Fazit: Noch keine Panik, aber Regen sollte bald fallen

Die Wasserversorgung für die Bevölkerung scheint also diesen Sommer gesichert. Der Transportweg Wasser könnte aber bald Schwierigkeiten bekommen, wenn es nicht endlich Regen in größerem und flächendeckendem Ausmaß gibt. Besonders an der Elbe könnte es schnell zu weiteren Einschränkungen kommen.

​Es zeichnet sich bundesweit an den Wasserstraßen eine Tendenz zu weiter fallenden Wasserständen ab. Dies bedeutet, dass insbesondere an Weser, Elbe und Oder die Niedrigwassersituation bestehen bleibt bzw. sich weiter verschärft.