Pegel in Emmerich nur noch bei 76 Zentimetern

Dürre am Rhein: Schiffe können nur noch die halbe Ladung aufnehmen

Der Dürre-Sommer un der trockene Herbst führen zu Niedrigwasser im Rhein.
Niedrigwasser am Rhein, genauer am Mittelrhein: Der Blick wird frei auf Sand- und Kiesbänke. © dpa, Thomas Frey, tfr sab

Niedrigwasser bremst die Schifffahrt aus

Niedrigwasser am Rhein. Große Kies- und Sandbänke tauchen auf. Die Pegelstände von Europas wichtigster Wasserstraße sind so niedrig, dass die Schiffe nicht voll beladen fahren können. Es bleibt auch im Herbst und Winter dabei: Deutschland leidet unter einer schlimmen Dürre. Mittlerweile ist der Pegel so stark gefallen, dass die Schiffe nur noch die Hälfte der Ladung aufnehmen können.

Für die Schiffer bedeutet das einen finanziellen Verlust

Wir brauchen Regen, um das Niedrigwasser im Rhein zu lindern.
Der Dürre-Monitor vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung: Im Oberboden bis 25 cm Tiefe sieht es gut aus (linke Grafik) - im Gesamtboden bis 1,8 Meter Tiefe ist die Dürre deutlich. Je dunkler die Färbung umso trockener.

Nach dem dritten Dürre-Sommer in Folge war in diesem Jahr auch der Herbst zu warm und zu trocken. Durchschnittlich fielen von September bis November in Deutschland nur 150 Liter Niederschlag pro Quadratmeter - der langjährige Mittelwert der Jahre 1961 bis 1990 liegt bei 183 Liter pro Quadratmeter. Speziell der November war viel zu trocken mit kaum 20 Litern Regen pro Quadratmeter. Das entspricht 25 Prozent der Klimamittels.

Die Einschränkungen bei der Ladung führen nun zu erheblichen Mehrkosten. So könne ein sogenannter Schubverband mit 5.200 Tonnen Tragfähigkeit derzeit teils nur noch 2.200 bis 2.400 Tonnen transportieren, wenn er den besonders niedrigen Pegel Kaub nahe dem Loreley-Felsen in Rheinland-Pfalz passieren wolle, sagte Roberto Spranzi, Vorstandsmitglied im Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt.

Es muss lange und anhaltend regnen

Aktuell liegen die Rhein-Wasserstände nach mehreren trockenen Monaten vor allem am Niederrhein teils noch deutlich unter dem mittleren Niedrigwasser. So lag der Pegel in Emmerich kurz vor der Grenze zu den Niederlanden am Wochenende bei 76 Zentimeter (mittleres Niedrigwasser 94 Zentimeter), in Duisburg-Ruhrort bei 236 Zentimetern knapp unter dem mittleren Niedrigwasser.

Der Rhein bei Kaub führt Niedrigwasser. Wann kommt Regen?
"Dass das Niedrigwasser so lange anhält, ist nicht jedes Jahr die Regel.“ © dpa, Thomas Frey, tfr sab

Dieses Niedrigwasser ist ungewöhnlich

Das derzeitige Niedrigwasser ist allerdings nicht völlig ungewöhnlich. „Herbst ist am Mittelrhein typischerweise Niedrigwassersaison“, sagt Belz. Neu aber ist die Feststellung von Florian Krekel vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rhein in Bingen: „Dass das Niedrigwasser so lange anhält, ist nicht jedes Jahr die Regel.“

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