Droht jetzt ein kalter Sommer?

Droht jetzt ein kalter Sommer?
© dpa, Rolf Wilms

Bringt die Aschewolke Wetter und Klima durcheinander?

Seit Mittwoch ist der im Süden von Island liegende Vulkan Eyjafjalla wieder aktiv. Seine Aschewolke breitet sich dabei entsprechend der Windströmung in höheren Luftschichten nach Südosten in Richtung Nord- und Mitteleuropa aus. Allerdings kommt es dabei einerseits zu einer Zerfaserung der Wolke, anderseits zu einer Ausdünnung der Konzentration der Ascheteilchen. Was hat das für uns für Auswirkungen?

Die feinsten Gesteins-Teilchen aus der Aschewolke haben einen Einfluss auf die Wetter- und vor allem auf die Klimabedingungen. Die Ascheteilchen wirken als zusätzliche Kondensationskerne und können daher die Wolkenbildung unterstützen. Allerdings reicht derzeit die Menge der Teilchen des isländischen Vulkans dazu nicht aus. Somit läuft das Wetter so weiter, wie es physikalisch ablaufen soll.

Vulkanasche reflektiert Sonnenstrahlung

Stärker kann es mit der klimatischen Wirkung aussehen. Doch dafür müssten die Gesteinsteilchen bis in die Stratosphäre (über 10 bis 12 Kilometer hoch) geschossen werden. In diese Höhe dringt die Staubwolke von Eyjafjallajökull derzeit und auch in naher Zukunft voraussichtlich nicht. In diesen sehr großen Höhen wird die ankommende Sonnenstrahlung wieder zurück ins Weltall geworfen, so dass auf der Erdoberfläche weniger Strahlung ankommt und sich damit eine Abkühlung durchsetzt.

Dazu bedarf es aber sehr starker Vulkanausbrüche, beispielsweise konnte dieser Effekt beim Ausbruch des Pinatubo (Philippinen) 1991 nachgewiesen werden. Eyjafjalla besitzt aber bisher nicht diese Dimensionen. Darüber hinaus ist der klimatische Effekt umso höher, je südlicher der Vulkan auf der Nordhalbkugel liegt. Ein Totalausfall des Sommers ist jedenfalls nicht zu befürchten.