Weiterhin Unwetter in den Urlaubsregionen

Ex-Tropenstürme mischen unser Wetter am Mittelmeer auf

Am Mittelmeer bleibt es in den kommenden Tagen kritisch

Am Wochenende erreichten uns immer wieder Horror-Meldungen aus dem Mittelmeerraum, wo ja derzeit noch Tausende Menschen ihren Sommerurlaub verbringen. In Frankreich wurden nördlich von Montpellier unfassbar hohe Regensummen gemessen. Den höchsten Wert lieferte die kleine Ortschaft Valleraugue mit 718 Litern pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden! Das war mehr Regen als in Berlin in einem Jahr fällt. Und dann gab es natürlich noch den Medicane über den griechischen Urlaubsinseln. Und das Ganze geht noch eine Weile so weiter.

Erhöhtes Potenzial für Wasserhosen und Tornados

Es sind ehemalige Tropenstürme, die uns derzeit das Urlaubsleben am Mittelmeer versauen. Der Sturm Ex-Alpha ist mittlerweile in ein Mittelmeertief übergegangen und bringt dem Norden Italiens Regen. Und auf dem Atlantik rauscht nun Ex-Paulette heran. Die wird in den kommenden Tagen Regen auf die Iberische Halbinsel und vor allem an die Algarve in Portugal bringen. 

So beschreibt unser Meteorologe Björn Alexander die Lage: „Von Spanien über den Süden und die Mitte Frankreichs bis herüber nach Italien und runter nach Tunesien ist die Gewittergefahr leider noch nicht gebannt. Auch wenn so krasse Regenmengen von über 700 Liter pro Quadratmeter nahezu auszuschließen sind, so sind doch weiterhin örtliche Platzregen mit Überflutungen möglich. Auch Sturmböen sowie Hagel können im Umfeld der teils kräftigen Gewitter auftreten. Ebenfalls leicht erhöht ist das Potenzial für Tornados und Wasserhosen.“

Flüsse werden zu reißenden Fluten

Im Süden Frankreichs war das Wetter am Wochenende gespenstisch: Der Fluss Herault, der durch Valleraugue fließt, stieg innerhalb von wenigen Stunden um fünf Meter an. Die Sturzfluten ließen auch den Pegel des Gordon um dramatische vier Meter ansteigen. Die Wassermassen, die auch Geröll und Schlamm mit sich führten, machten die Straßen unpassierbar.

Die Cevennen: Prädestiniert für Ausnahme-Unwetter

Nach dem krassen Regen in den Cevennen. Nun ist Aufräumen angesagt.
Nach dem krassen Regen in den Cevennen. Nun ist Aufräumen angesagt. © imago images/Hans Lucas, Benjamin Polge via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Das Örtchen Valleraugue hat eine europaweite, wenn nicht weltweite Ausnahmestellung in Sachen Regensummen. Bereits vor 120 Jahren, fielen in Valleraugue vom 28. auf den 29. September in etwa 10 Stunden sogar 950 Liter pro Quadratmeter, heißt es auf der französischen Internetseite keraunos.org. 

Das meteorologische Phänomen der kaum weiterziehenden Gewitter mit kubikliterweise Regen tritt an den Cevennen immer wieder auf. Unter anderem eine besonders hohe Wassertemperatur im Mittelmeer spielt bei seiner Entstehung eine wichtige Rolle. Mit steigenden Wassertemperaturen aufgrund des Klimawandels werden diese extremen Wettereignisse sicher nicht weniger.

So geht es mit dem Wetter in Frankreich weiter.

Und so war der Medicane in Griechenland: