Downburst sorgt am Plattensee für krasses Unwetterszenario

Die beliebte Urlaubsregion am Plattensee ist von einem heftigen Gewitter heimgesucht worden. Ein Downburst (Fallböe) verwandelte den Ort innerhalb von Sekunden in ein Unwetterszenario.

Zuerst war alles noch friedlich am Plattensee. Dann brach der Sturm los und fegte über den größten Binnensee Mitteleuropas. Es war eine schwere Fallböe, auch Downburst genannt, wie 'Severe Weather Europe' berichtet. Die Gegend um Siofok verwandelte sich innerhalb von Sekunden in ein Katastrophengebiet, in dem nichts mehr sicher war.

Das Gewitter hatte sich südwestlich des Plattensees gebildet und nahm direkten Kurs auf das Südostufer, wo es sich mit großer Intensität entlud. In dem Video von Mercédesz Jászberényi, der sich direkt am Ufer befand, fliegt alles durcheinander.

Meteorologie: So gefährlich ist ein Downburst

Als Downburst wird ein starker Fallwind bezeichnet, der fast immer im Zusammenhang mit Gewittern steht. Typischerweise ist der Fallwind nahezu senkrecht nach unten gerichtet und wird vom Boden in alle Windrichtungen abgelenkt. Dadurch können wirbelschleppenähnliche Strömungseffekte entstehen. Diese Fallwinde können schwere Schäden verurachen, die lokal an die Schäden von mittleren Tornados heranreichen.Besonders für Flugzeuge kann es sehr gefährlich werden, wenn sie in einen Downbirst geraten. Bei Landungen oder Starts kann es sogar zu Abstürzen kommen.In den 1970er und 1980er Jahren sind einige schwere Unglücksfälle in Zusammenhang mit Downbursts passiert. Aufgrunddessen wurden diese Fallböen intensiv erforscht und Warnsysteme in Flugzeugen und auf Flughäfen installiert.

Downbursts lassen sich wegen ihrer Größe und Dauer in Microbursts (Durchmesser: 0,4 – 4 km; Dauer: 5 – 15 Minuten) und Macrobursts (Durchmesser: größer 4 km; Dauer: 15 – 60 Minuten) einteilen. Sehr selten tritt ein sogenannter Starburst auf, der senkrecht auftritt und Schäden mit rundem Muster verursacht.