Diskussion um Bild von Paul Nicklen: Wurde DIESER Eisbär zu Unrecht zum Symbol für den Klimawandel?

Eisbär verhungert in der Arktis
Eisbär verhungert in der Arktis Katastrophale Folge des Klimawandels 00:00:59
00:00 | 00:00:59

Durch den Klimawandel finden viele Eisbären kaum Nahrung - doch das Tier auf dem Foto war wohl krank

Auf der Baffininsel im kanadischen Teil der Arktis torkelt ein abgemagerter Eisbär durch die Landschaft. Geschwächt und hungrig ist das sterbende Tier auf der Suche nach Nahrung. Normalerweise sollte es in dieser Gegend vor Robben nur so wimmeln, die Hauptnahrungsquelle des Eisbären. Doch der Klimawandel lässt das Meereseis schmelzen. Die Folge: Der Eisbär kommt nicht mehr an seine Nahrung heran und verendet qualvoll. Das behauptete zumindest der Fotograf Paul Nicklen, der das Foto aufgenommen und als Symbol für den Klimawandel im Netz verbreitet hat. Unter Eisbär-Experten machte sich danach allerdings Empörung breit.

My entire @Sea_Legacy team was pushing through their tears and emotions while documenting this dying polar bear. It’s a soul-crushing scene that still haunts me, but I know we need to share both the beautiful and the heartbreaking if we are going to break down the walls of apathy. This is what starvation looks like. The muscles atrophy. No energy. It’s a slow, painful death. When scientists say polar bears will be extinct in the next 100 years, I think of the global population of 25,000 bears dying in this manner. There is no band aid solution. There was no saving this individual bear. People think that we can put platforms in the ocean or we can feed the odd starving bear. The simple truth is this—if the Earth continues to warm, we will lose bears and entire polar ecosystems. This large male bear was not old, and he certainly died within hours or days of this moment. But there are solutions. We must reduce our carbon footprint, eat the right food, stop cutting down our forests, and begin putting the Earth—our home—first. Please join us at @sea_legacy as we search for and implement solutions for the oceans and the animals that rely on them—including us humans. Thank you your support in keeping my @sea_legacy team in the field. With @CristinaMittermeier #turningthetide with @Sea_Legacy #bethechange #nature #naturelovers This video is exclusively managed by Caters News. To license or use in a commercial player please contact info@catersnews.com or call +44 121 616 1100 / +1 646 380 1615”

Ein Beitrag geteilt von Paul Nicklen (@paulnicklen) am

Fakt ist: Die Zahl der Eisbären geht durch den Klimawandel zurück

Der Inuit Leo Ikakhik habe schon viele Eisbären gesehen, aber in diesem Fall sei nicht der Klimawandel das Problem, sondern eher eine "Erkrankung sein oder eine Verletzung". Nach einem Kampf könnte der Bär nicht mehr stark genug gewesen sein. Mit dem Klimawandel jedenfalls habe das Bild nichts zu tun, so Ikakhik.

Der Eisbär ist perfekt an die Lebensbedingungen der Arktis angepasst. Er nutzt das zugefrorene Meer als Pfad, um zu seiner Beute zu gelangen. Doch durch die weltweit steigenden Temperaturen schmilzt das Eis und lässt die Jagdpfade der Tiere verschwinden. Für den Eisbären hat das katastrophale Folgen. Er findet nicht genügend Nahrung und muss hungern, im schlimmsten Fall sogar verhungern.

Immer weniger Eisbären laut WWF

Mit der stetig schrumpfenden Eisfläche verkleinert sich gleichzeitig die Zahl der noch lebenden Eisbären. Wie die Tierschutzorganisation 'WWF' berichtet, wurden im Jahr 2004 noch 1.500 Eisbären in der Beauford See in Alaska und im Nordwesten Kanadas gezählt. Zuletzt waren es nur noch 900. Schuld an der Situation hat vor allem der Mensch. Immer mehr Tiere sterben, weil sie sich nicht schnell genug an die sich veränderten Ökosysteme anpassen können. Eisbären sind davon besonders betroffen.