Diese Winter waren früher normal - Die 'Russenpeitsche' hat Verspätung!

Winter 1968 | Verwendung weltweit
Ein typischer Winter im Jahr 1968 © picture alliance, CHROMORANGE / Titus E. Czerski, Chromorange

Kältewelle ist voll normal

Früher konnte man sich fast darauf verlassen, dass es im Februar nochmal so richtig kalt wurde. Doch diese Zeiten scheinen vorbei zu sein, obwohl es nun noch einmal so richtig knackig kalt wird.

Früher war alles anders

In den letzten Jahren war von einer, durchaus im Februar üblichen, 'Russenpeitsche' nichts zu spüren. Die derzeit vorhergesagten Dauerfrosttage und tiefen nächtlichen Temperaturen lassen aber die Besonderheit Spätwinter doch noch eintreten. 

Über die Ursachen des Spätwinters und seine Folgen ist in den letzten Tagen in den Medien viel berichtet worden. Kurz gesagt: Die Wetterlage wird von einem nord-/osteuropäischen oder gar sibirischen Hoch bestimmt, auf dessen Südseite arktische Kaltluft über das teils schneebedeckte osteuropäische Festland nach Deutschland geführt wird. Während kalte Luft aus dem Nordwesten über dem Osttalantik vom Wasser angewärmt wird, ist das bei der kontinentalen Kaltluft nicht der Fall. Die kleine Ostsee kann die eiskalten Temperaturen nicht signifikant erwärmen, sondern bewirkt, solange sie nicht zugefroren ist, nur Schneefälle im Nordosten.

Klimawandel hat die Winter verändert

Temperatur im Spätwinter
Mitteltemperaturen °C in Deutschland: grüne Linie zeigt den Zeitraum zwischen 1961-1990, die lila Linie 1991-2017. (Bild dwd)

Das Phänomen Spätwinter war früher Mitte Februar ein Regelfall, auf den man sich verlassen konnte. Seit dem Einsetzen des Klimawandels gehört das jedoch meist der Vergangenheit an. 

Und nun erwarten wir den Spätwinter mit dem deutschlandweiten Minimum der Temperaturen am Mittwoch, also knapp zwei Wochen verspätet gegenüber der "alten Zeit". 


Quelle: Wetter.de/dwd