Die Zahl der Hitzewellen vervierfachen sich

Hitzewelle: Ausgetrocknetes Rheinufer bei Düsseldorf
Ausgetrocknetes Rheinufer bei Düsseldorf © dpa, Achim Scheidemann

Klimawandel heizt sich selbst an

Nach einer neuen Studie des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung müssen wir uns wohl auf deutlich mehr starke Hitzewellen einstellen, als bisher. Danach soll sich die Zahl der Hitzewellen innerhalb der kommenden sieben Jahre verdoppeln und bis 2040 sogar vervierfachen.

Gleichzeitig fanden Forscher aus Jena heraus, dass sich extreme Wetterereignisse, wie Dürren, Hitzewellen und Stürme, selbst verstärken, indem sie selbst den Klimawandel anheizen. Die Extreme schädigten die Pflanzen und sorgten so dafür, dass diese nicht mehr so viel Kohlendioxid aufnehmen könnten, wie in der Vergangenheit. Insbesondere die Wälder seien davon betroffen, erläutern die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift ‚Nature‘.

Derzeit zögen die Pflanzen jährlich etwa elf Milliarden Tonnen weniger Kohlendioxid aus der Luft, als sie es ohne Extremereignisse tun könnten. Das entspreche etwa einem Drittel des menschengemachten Kohlendioxid-Ausstoßes pro Jahr. Nach Angaben der Jenaer Forscher hätten Böden und Pflanzen in den vergangenen 50 Jahren insgesamt bis zu 30 Prozent des menschengemachten Kohlendioxids aufgenommen und damit den Klimawandel gebremst. Diese Pufferwirkung könne mit weiteren Hitzewellen zunehmend verloren gehen.

Die Potsdamer Klimaforscher rechnen bis zum Jahr 2100 mit noch schlimmeren Extremwetterlagen. Während es heute auf 5 Prozent der globalen Landflächen monatliche Hitze-Extreme im Sommer gebe, seien es bis dahin 85 Prozent. In vielen Regionen würden die kältesten Sommermonate dann heißer sein als die heißesten Monate heute, hieß es. Zudem würden etwa 60 Prozent der Landflächen von derart extremen Hitze-Ereignissen betroffen sein, wie sie heute so gut wie nie vorkämen.

Besonders betroffen würden die tropischen Regionen um den Äquator, aber auch in Europa sei ein Anstieg der Hitze-Extreme zu erwarten.