Schwäne werden eingesammelt

Die Vogelgrippe ist in Nordrhein-Westfalen angekommen

Die Vogelgrippe weitet sich aus.
Die auch Vogelgrippe genannte Geflügelpest ist eine Infektionskrankheit, die vor allem bei Wasservögeln und anderen Vögeln vorkommt. Für Menschen ist sie in der Regel ungefährlich. © picture alliance / ZUMAPRESS.com, Andrew Mccaren, ZEUS

Stallpflicht wegen Geflügelpest gibt es noch nicht

Nach dem Nachweis der Geflügelpest in Norddeutschland, Belgien und den Niederlanden waren die Behörden in Nordrhein-Westfalen schon seit Wochen alarmiert. Jetzt ist bei dem ersten toten Wildvogel in NRW das hochansteckende H5N8-Virus nachgewiesen worden. Eine Stallpflicht gibt es in NRW aber vorerst nicht. Um den Bestand der Schwäne aufrechtzuerhalten und sie vor der Geflügelpest zu schützen, haben einige Städte bereits Vorkehrungen getroffen.

Tote Wildgans gefunden - verendet an Geflügelpest

HANDOUT - 12.11.2020, Niedersachsen, Wilhelmshaven: Eine tote Brandgans liegt auf am Südstrand von Wilhelmshaven. Das Tier ist vermutlich an der Vogelpest verendet. (Zu dpa
Opfer der Vogelgrippe: Eine tote Brandgans liegt auf am Südstrand von Wilhelmshaven. © dpa, Imke Zwoch, fko alf

Die bereits seit Ende Oktober in Norddeutschland nachgewiesene Geflügelpest hat jetzt auch Nordrhein-Westfalen erreicht. Bei einer am Deich in Emmerich am Rhein tot aufgefundenen Wildgans sei festgestellt worden, dass diese an Geflügelpest verendet sei, berichtete der Kreis Kleve. Es handele sich um den ersten amtlich bestätigten Fall bei einem Wildvogel in Nordrhein-Westfalen. 

Eine Aufstallpflicht werde laut NRW-Landwirtschaftsministerium noch nicht angeordnet. Derzeit stehe in NRW noch die Prävention im Vordergrund. Bei einer weiteren Ausbreitung müsse damit gerechnet werden, dass im gesamten Kreisgebiet eine Stallpflicht für Geflügel angeordnet werde, hieß es weiter.

Hamburg und Brügge: Schwäne vor Vogelgrippe in Sicherheit gebracht

dpatopbilder - 17.11.2020, Hamburg: Schwäne sitzen in einem Boot des Schwanenwesens in der Rathausschleuse an der Alster. Schwanenvater Nieß und seine Helfer haben sie eingefangen und bringen sie bis zum Frühling in ihr eisfreies Winterquartier in de
Die Hamburger Alsterschwäne kommen ins Winterquartier © dpa, Christian Charisius, chc sab

In Brügge hat man die für die belgische Stadt symbolträchtigen weißen Schwäne sicherheitshalber in ein Gehege gesteckt. Um sie besser einfangen zu können, wurden die Tiere vorher ausgehungert. Die 120 Schwäne verbringen den Winter in einem Gehege mit Schwimmteich. In Belgien waren zuvor drei neue Fälle von Vogelgrippe bestätigt. Die belgische Bundesnahrungsmittelbehörde berichtete, dass alle neuen Fälle in Küstengemeinden gemeldet worden seien. Auch in den Niederlanden wurde die Erkrankung schon nachgewiesen. 

Die Stadt Hamburg hat ebenfalls bereits ihre Schwäne eingesammelt und in ein Winterquartier verfrachtet. In diesem Jahr wird das Winterquartier der Schwäne mit einem Zelt überdacht, damit sie vor der Vogelgrippe, die in Hamburg grassiert, geschützt sind. Auch das Außengelände ist abgeriegelt und nicht zugänglich. 

Infektionskrankheit Vogelgrippe: Das müssen Hühnerhalter tun

Die Halter seien unter anderem aufgerufen, ihre Tiere nur an für Wildvögel unzugänglichen Stellen zu füttern. Auch dürfe kein Oberflächenwasser für das Tränken der Tiere genutzt werden, zu dem Wildvögel Zugang hätten. Futter und Einstreu müssten für Wildvögel unzugänglich aufbewahrt werden. Das Ministerium rief Bürger auf, Funde von verendeten wildlebenden Wasservögeln oder Greifvögeln dem Veterinäramt des jeweiligen Kreises und der kreisfreien Stadt zu melden.

Geflügelpest für Menschen ungefährlich

HANDOUT - 12.11.2020, Niedersachsen, Wilhelmshaven: Eine tote Brandgans liegt auf am Südstrand von Wilhelmshaven. Das Tier ist vermutlich an der Vogelpest verendet. (Zu dpa
Tote Wildgans als Opfer der Vogelgrippe. © dpa, Imke Zwoch, fko alf

Die auch Vogelgrippe genannte Geflügelpest ist eine Infektionskrankheit, die vor allem bei Wasservögeln und anderen Vögeln vorkommt. Bei Hühnern und Puten werden nach Angaben des Ministeriums die höchsten Erkrankungs- und Sterberaten beobachtet – teilweise bis zu 100 Prozent.

Die Geflügelpest ist eine anzeigepflichtige Tierseuche und wird daher staatlich bekämpft. In Deutschland sind seit Ende Oktober zahlreiche Geflügelpestfälle bei Wildvögeln an der Nord- und Ostseeküste sowie in Hamburg aufgetreten. 

Für Menschen sei das Virus im Regelfall ungefährlich, betonte das Ministerium. Bei intensivem Kontakt mit infiziertem Geflügel könne eine Ansteckung aber nicht gänzlich ausgeschlossen werden.