Unfassbar hohe Regenmengen

Die Unwetter am Freitag: Besonders im Westen war der Teufel los

Die Tage des Donners setzen sich fort

Emsland und Münsterland, Weserbergland und Lüneburger Heide, Taunus, Pfalz, Franken und und und: In der dampfigen Luft haben sich auch am Ende der Woche kräftige Schauer, Gewitter und ausgewachsene Unwetter quer über Deutschland verteilt entwickelt. Das Video zeigt die unglaublichen Wassermassen, mit denen Deutschland gerade zu kämpfen hat.

Platzregen-Spitzenreiter: Kirchheimbolanden mit 67,6 Litern

Zwischen 14 und 20 Uhr gab es in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Hessen und Bayern Gewitter, die Regenmengen von mehr als 40 Liter in der Stunde und Quadratmeter brachten. Das ist schon verdammt viel – nämlich mehr als die Hälfte, die in einem durchschnittlichen August in Deutschland zusammenkommen (rund 75 Liter pro Quadratmeter). 

Sensationell viel sind aber die 67,6 Liter, die es in Kirchheimbolanden im Südosten von Rheinland-Pfalz innerhalb von einer Stunde geregnet hat. Innerhalb von drei Stunden prasselten oder platschten 132,3 Liter auf den Quadratmeter hinunter. Im nur 14 Kilometer entfernten Alzey dagegen: so gut wie kein Niederschlag.

Kaum noch Unwetter in der Nacht

Ab 20 Uhr ließen die Gewitter in der Intensität nach und brachten "nur" noch bis 30 Liter. Ausnahme: In Warburg im Osten Nordrhein-Westfalens schüttete es um 23 Uhr wie aus Eimern. Mit 53 Litern war das dann auch der Top-Wert am Freitag in Nordrhein-Westfalen. Das sind also 5,3 übliche Haushaltseimer, die auf einen Quadratmeter innerhalb von einer ausgeschüttet werden. Zur Nacht war dann erstmal weiter Beruhigung mit noch lokalen Gewittern angesagt. 

Main-Taunus-Kreis und Frankfurt besonders betroffen

In Bad Soden, Kelkheim und Liederbach liefen viele  Keller und auch mehrere Tiefgaragen voll. Auch ein Supermarkt stand nach Polizeiangaben unter Wasser und musste ausgepumpt werden. Durch das Unwetter wurden auch mehrere Bäume entwurzelt, die teils Zufahrtstraßen blockierten.

Kleinere Flüsse traten über die Ufer

Probleme gab es auch in zwei westlichen Stadtteilen Frankfurts, nachdem der Starkregen im Main-Taunus-Kreis den Liederbach hatte so stark anschwellen lassen, dass er über die Ufer trat, wie die Feuerwehr Frankfurt mitteilte. Dies sorgte an mehreren Stellen für Überflutungen und vollgelaufene Keller.

Auch in Wiesbaden war die Feuerwehr am Freitagnachmittag gefordert. Der Lindenbach, ein Zufluss des Rheins, trat im Ortsbezirk Schierstein über die Ufer, aus mehreren Kellern musste Wasser abgepumpt werden, teilte die Feuerwehr mit. In einer Unterführung war zudem ein Auto auf der überfluteten Straße liegengeblieben.

Bochum: Unwetter zum Sonnenuntergang

Eine Starkregenfront zog am späten Freitagabend zwischen 21 und 22.30 Uhr quer über das Bochumer Stadtgebiet. Einige Straßenzüge und Keller wurden überflutet. 150 Feuerwehrleute rückten im Zeitraum von 21 bis 01.00 Uhr zu 51 Einsätzen aus.

Gewitter, Starkregen, Hagel auch im Osten Deutschlands

In Bautzen regnete es in nur 20 Minuten 40 Liter auf dem Quadratmeter. Klar, dass da die Straßen unter Wasser standen. Die Kanalisation schaffte das Wasser so schnell nicht weg. Zudem hagelte es kräftig. Harzgerode im Harz brachte es auf 43,2 Liter innerhalb einer Stunde.

Schön, wenn man da den Humor nicht verliert:

Ein Unwetter-Blick in die Niederlande

Weltuntergang-Stimmung auch in den Niederlanden. In Emmen nahe der deutschen Grenze goss es am Freitagnachmittag wie aus Kübeln.

Weitere Unwetter-Infos

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