Die Pflanzen wissen, wann es Frühling wird

Die Pflanzen spüren den Frühling, aber wie?

Woher wissen die Pflanzen eigentlich, dass sie endlich loslegen können? Das hängt natürlich mit der Tageslänge zusammen oder auch mit den Temperaturen, die in den ersten Wochen des Jahres immer mehr ansteigen sollten. Doch einige Pflanzen brauchen die Winterkälte vor der Blühphase. Aber es geht auch umgekehrt: Dann brauchen die Pflanzen Dunkelheit, um eine Blüte zu erzeugen.

Tageslänge und Temperaturen müssen stimmen

Die Pflanzen spüren, dass es Frühling wird.
Das Flammende Käthchen braucht lange dunkle Nächte, um zu blühen. © picture alliance / dpa Themendie, Andrea Warnecke, war

Denn bei Blumen, die erst im Herbst oder Winter blühen, muss die Nacht, sprich die Dunkelheit eine Mindestdauer erreichen, um eine Blüte zu schaffen. Dazu gehören der Weihnachtsstern oder das Flammende Käthchen. "Bei solchen Kurztagspflanzen genügt es bereits, wenn man nachts nur kurz das Licht einschaltet, um eine erneute Blüte zu verhindern", sagt Thomas Stützel, Professor für Evolution und Biodiversität der Pflanzen an der Ruhr Universität Bochum.

Meistens geht es aber genau anders herum. Die Tageslänge und die Temperaturen müssen stimmen. Aber es gibt auch Faktoren wie Pflanzenhormone, Gene oder schlichtweg eine bestimmte Mindestgröße der Pflanze, die entscheiden, ob eine Pflanze blüht oder nicht.

Obstbäume mit Wärmezähler

Wie wissen Pflanzen, wann es Frühling ist?
Wenn es genug warme Tage gab, treiben Obstbäume aus. © dpa, Ingo Wagner

Viele Obstbäume haben einen inneren Wärmezähler. Wenn eine gewisse Anzahl warmer Tage gewesen ist, beginnen die Bäume auszutreiben. Ausnahme ist hier die Haselnuss (wenn Sie sich wundern: Die Haselnuss ist Schalenobst): Hier reichen ein paar milde Tage und schon blüht der Baum. Die Allergiker können im Winter ein Lied davon singen.

Um die Tageslänge zu berechnen, die sie brauchen, um auszutreiben, haben die Pflanzen eine innere Uhr. Die ist in den Genen festgelegt und von Art zu Art verschieden, kann sogar innerhalb einer Art variieren.

Einige Pflanzen brauchen Kälte, um blühen zu können

Die Natur erwacht, aber warum?
Einige Pflanzen brauchen Winterkälte, um blühen zu können © dpa, Uli Deck

Andere Pflanzen brauchen die Kälte im Winter, um dann im Frühling blühen zu können. "Bei vielen Zwiebelpflanzen ist der erste Auslöser eine Absenkung der Temperatur", sagt Stützel. Narzissen, Krokusse und Tulpen beispielsweise benötigen mindestens einige Wochen der Kälte im Winter, um in ihren Zwiebeln die Vorstufen der Blüte anzulegen. Erst wenn es dann im Frühling wieder wärmer wird, werden diese Vorstufen aktiviert und die Blume treibt aus. "Das Schieben der Blüte kann aber durch besonders niedere Temperaturen auch wieder gestoppt werden", erklärt der Biologe. Bei einem plötzlichen Kälteeinbruch nach den ersten warmen Tagen bleibt die Knospe dadurch noch im schützenden Boden.

Quelle: scinexx.de