Die Pegelstände bleiben trotz Regen tief unten

Der Mäuseturm bei Bingen wird durch Niedrigwasser zum Besuchermagnet.
Der Mäuseturm bei Bingen wird durch Niedrigwasser zum Besuchermagnet. © dpa, Thomas Frey, tfr

Die Wasserlage wird noch lange angespannt bleiben

Die Pegelstände blieben von den Niederschlägen von den vergangenen Tagen so gut wie unberührt. Lediglich kurze Zwischenanstiege sind zu beobachten. Diese rühren in der Regel vom ablaufenden Oberflächenwasser durch die versiegelten Böden. Dass die Böden das Wasser nach und nach wieder in die Bäche und Flüsse abgeben findet nicht statt. Es versickert in die obersten Bodenschichten. Die Faustformel lautet 1 l/m² sickert 1 cm in den Boden.

Immerhin gab es im Einzugsgebiet der Mosel (Luxemburg/Eifel/Hunsrück/Frankreich) Regenmengen von bis zu 55 Liter Regen in drei Tagen. Das ist rund ein Monatssoll für diese Region. Doch das ist viel zu wenig.  Denn es sind rund 300 bis 400 Liter Regen in den Wintermonaten erforderlich, um den Wasserhaushalt der Böden grundlegend aufzubessern.

Trinkwasserknappheit in NRW möglich

Auch der Ruhrverband in Nordrhein-Westfalen, Trinkwasserversorger für das bevölkerungsreichste Bundesland (speziell für das Ruhrgebiet), schließt bei gleichbleibend niederschlagsarmer Witterung in den Wintermonaten im kommenden Sommer eine Trinkwasserknappheit im Ruhrgebiet nicht aus. Der Gesamtfüllstand aller Ruhrverbandstalsperren liegt bei nur noch 46 Prozent! Der Zufluss der Talsperren liegt bei 3,1 m³/s, die Abgabe beträgt 7,6 m³/s. Das ist die Mindestabgabe sonst, denn sonst würden Teilstrecken der Ruhr trockenlaufen. Somit wird das Defizit immer größer und der Füllstand wird immer geringer. Wenn der kritische Wert von 25 Prozent erreicht wird, müsste wahrscheinlich der Hahn zugedreht werden, um die Ökologie des Gewässers (also Wasserqualität und Fischleben) nicht zu gefährden.

Transporte und Rohstoffe teurer

13.11.2018, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Ein Transportschiff fährt auf dem Rhein unter der Oberkasseler Brücke entlang. Foto: Christophe Gateau/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Die Rheinschifffahrt ist schon seit Monaten eingeschränkt. © dpa, Christophe Gateau, cgt

Benzin und ÖL werden immer teurer. Einige Tankstellen haben bereits Engpässe beim Treibstoff. Es kann eben nicht mehr genug Nachschub auf dem Rhein transportiert werden. Und die Alternative, ob  Straße oder Schiene kann diese Engpässe nicht auffangen. Zudem ist dieser Transportweg eben auch kostspieliger, was an die Verbraucher weitergereicht wird, trotz sinkenden Rohölpreises.

Doch es sind auch andere Bereiche wie die Chemie-, Energie- und Stahlindustrie betroffen. Sie bekommen zu wenig Nachschub über den Rhein. Mit 330 Mio. t pro Jahr hat der Rhein einen Anteil von 2/3 am europäischen Transportaufkommen auf Binnenwasserstraßen, das sich auf rund 550 Mio. t beläuft! Das Transportproblem betrifft natürlich auch die schiffbaren Nebenflüsse des Rheins. An Mosel und Neckar wird das Güteraufkommen in diesem Jahr um rund die Hälfte niedriger ausfallen, als in normalen Abflussjahren.

Selbstverständlich haben auch Weser, Elbe und Oder sowie die Donau ähnliche Probleme. Am Pegel Dresden (aktuell 66cm) fehlen der Jahreszeit entsprechend rund 120 cm. Die aktuelle Situation am Rhein: Rund 1,5 Meter niedriger als zur Jahreszeit üblich!

Rhein seit Juni unter den Minimalwerten

Seit Ende Juni liegt der Wasserstand des Rheins in Worms regelmäßig unter den Minimalwerten der Zeitspanne 1980-2010.
Seit Ende Juni liegt der Wasserstand (blaue Linie) des Rheins in Worms regelmäßig unter den Minimalwerten der Zeitspanne 1980-2010 (schwarz). © RTL Interactive

Nach sehr nassem Start im Januar, mit neuen Rekordpegelständen für Januar, liegt der Wasserstand in Worms seit März überwiegend unter dem Durchschnitt der Jahre 1980-2010. Seit Ende Juni liegt der Wasserstand in Worms regelmäßig unter den Minimalwerten der Zeitspanne 1980-2010.

Gewässer frieren schneller zu

Ein weiterer "Gefahrenpunkt“ ist das Zufrieren der Gewässer. Sollte es eine Kältewelle geben, dann frieren bei den niedrigen Wasserständen eben auch schneller die Flüsse und Kanäle zu. Dazu kaum noch Strömung in vielen Bereichen, zudem ist das Wasser sehr klar (weniger Sedimente) und somit kann das Wasser schneller gefrieren Selbst der Rhein könnte es bei längerer Frostperiode mit Eis zu tun bekommen.