Die Lagune von Venedig ist trocken gefallen

Keine Ruhe in Venedig

Es ist noch nicht lange her, da stand Venedig unter Wasser. Und zwar so richtig. Teilweise stand das Wasser mehr als 150 Zentimeter über dem normalen Pegel. Es gab immense Schäden am Markusdom, 90 Prozent der Stadt waren überflutet, auch ein Großteil der UNESCO-Welterbestätten. Die Schäden wurde auf eine Milliarde Euro beziffert. Und nun? Nun fällt die Lagune trocken. Das ist natürlich kurios.

"Acqua alta" jetzt also "Acqua bassa"

General view of a canal with boats during an exceptional low tide in the lagoon city of Venice, Italy January 11, 2020. REUTERS/Manuel Silvestri
Da geht nicht mehr viel mit Boot fahren. © REUTERS, MANUEL SILVESTRI, MS/PAC

Und wie beim Hochwasser im November spielen Wind und Wasser auch jetzt eine zentrale Rolle. Denn als im November der Wind das Wasser wochenlang vom Balkan kommend in Richtung der Alpen schob, da drückte das Wasser mit Macht in die Lagunenstadt. 

Nun haben wir seit Tagen ablandigen Wind. Der Wind zeigt stramm von den Alpen in Richtung offene Adria. Und damit werden die Kanäle in Venedig sozusagen leergesaugt. Nach "Acqua alta" jetzt also "Acqua bassa".

Feuerwehr und Rettungsdienst haben Probleme

Neben der Hochdruck-Wetterlage ist auch die Tide derzeit extrem niedrig.

Besonders betroffen sind die Viertel San Polo und Santa Croce. Dort war so wenig Wasser in den Kanälen, dass Feuerwehr und Rettungskräfte nicht mehr wie gewohnt arbeiten können. Auf den Fotos ist zum Teil nur noch Schlamm zu sehen.

Regen ist erstmal nicht in Sicht

Die Wetterprognose sieht trocken aus. Erst zum Ende der Woche kündigen sich Niederschläge an.