Die Gletscher schmelzen unaufhaltsam: Alpen besonders betroffen

Keine Chance mehr für die weißen Riesen

Es tropft und plätschert überall. Nirgendwo sonst spürt man die Folgen der Erderwärmung so deutlich wie an einem Gletscher. Die weißen Riesen verschwinden - und zwar in einem Tempo, das selbst Experten kaum für möglich gehalten hätten.

Die Gletscher schmelzen unaufhaltsam
Der Aletschgletscher ist Europas größter mit etwa 23 km Länge. © dpa, Rainer Jensen

Besonders betroffen: Die Alpen. Das Video zeigt die dramatische Gletscherschmelze am Beispiel des Rhone-Gletschers in der Schweiz. Vorher-Nachher-Bilder zeigen: von den einst mächtigen Gletschern ist nicht mehr viel übrig geblieben. Im Schnitt verlieren sie weltweit derzeit jedes Jahr zwischen einem halben und einem Meter an Dicke.

Michael Zemp vom 'World Glacier Monitoring Service' erklärt, warum die Alpen besonders betroffen sind: "Was dazu kommt in den Alpen ist, dass die Schneebedeckung fehlt. Das heißt, das Eis ist schwarz, schmutzig. Und das wiederum beschleunigt den Prozess."

Dadurch fließt momentan viel Schmelzwasser in die Täler, die Hochwassergefahr steigt. Irgendwann wird in den trockenen Sommermonaten dann aber dieses Trinkwasser fehlen, wenn Gletscher fast vollständig verschwunden sind. Dagegen tun kann man kaum etwas. Nur punktuell können Fließabdeckungen die Gletscherschmelze um 50 bis 70 Prozent reduzieren.

Und die Perspektive für die Eisriesen ist traurig: Selbst wenn man die Klimaerwärmung sofort stoppen könnte, würden die Gletscher noch zehn bis 20 Jahre weiterschmelzen. Für sie ist es einfach schon zu warm auf der Erde.