Hören Sie auf Ihre innere Uhr!

Delfin, Löwe, Bär oder Wolf: Welcher Schlaftyp sind Sie?

Bär, Wolf, Löwe oder Delfin?

Wann ist die richtige Zeit zum Schlafen, um Sport zu machen oder Sex zu haben? Ein amerikanischer Wissenschaftler hat die Antwort: wir brauchen nur auf unseren inneren Bär, Löwen, Wolf oder Delfin zu hören. Wir stellen Ihnen die vier Schlaftypen vor. 

Diese vier Schlaftypen gibt es

Dass es unterschiedliche Schlaftypen gibt, ist längst bekannt: während es Menschen gibt, die mit dem ersten Vogelgezwitscher frohgemut aus ihrem Bett hüpfen, drehen andere erst in den Abendstunden so richtig auf. Eben Frühaufsteher, auch „Lerchen“ genannt und Langschläfer auch „Nachteulen“ genannt. Warum das so ist, hängt von unserer DNA ab. Denn schon von Geburt an hat der Körper einen ganz eigenen Biorhythmus, der Einfluss auf Hormonspiegel, Schlaf- und Wachverhalten und natürlich Leistungsvermögen hat. Und das wiederum hat Einfluss darauf, zu welchem Schlaftypus wir gehören. 

Der amerikanische Schlafforscher Michael Breus hat diese Liste der Schlaftypen, auch Chronotypen genannt, jetzt erweitert. Statt auf zwei kommt er auf ganze vier unterschiedliche Schlaftypen. Diese hat er nach Tiernamen benannt, die den Schlaftypen in ihren Eigenschaften am ähnlichsten sind. „Jeder Mensch sollte versuchen, seinen Tagesablauf so gut wie möglich seiner ganz persönlichen, inneren Uhr anzupassen. Denn so gelingt ihm das ganze Leben viel besser, das geht vom effektiven Abnehmen, Arbeiten bis hin zum Daten, so der Forscher.

Übrigens: Laut Michael Breus fällt die Hälfte der Weltbevölkerung unter den Chronotyp Bär, während die restliche Hälfte zwischen den anderen drei Typen gleichmäßig verteilt ist. Wenn Sie herausfinden wollen, zu welchem Typ SIE gehören - im Folgenden stellen wir ihnen die tierischen Schlaftypen vor.

​Schlaftyp 1: Der Bär

Im Wald von Alutaguse lebt die Hälfte der rund 700 Braunbären Estlands.
Laut Breus ist der Bär freundlich, kommunikativ und fühlt sich mit dem, was er gut kennt, am wohlsten. © Wälder und Moore, Geo Television

Freundlichkeit und Loyalität haben für den Bären oberste Priorität. Laut Breus ist der Bär freundlich, kommunikativ und aufgeschlossen. Konflikten geht der Gemütsmensch lieber aus dem Weg. Außerdem ist er ein echtes Gewohnheitstier, zu große Veränderungen schätzt Meister Petz gar nicht. Bären schlafen gerne und viel. Morgens wird die Snooze-Taste mindestens dreimal gedrückt oder bevor der Bär wirklich aus den Federn kommt. Außerdem braucht der Morgenmuffel eine längere Anlaufzeit, um richtig wach zu werden. Tagsüber ist er am produktivsten. Doch nicht sehr lange. Bereits nachmittags wird er wieder müde. Abends geht er früh schlafen und braucht eine ausgiebige Nachtruhe. Unter Schlafstörungen leidet der Bär selten. Insgesamt ist der Bär eher der gemütliche Typ, der, wenn er anfängt zu arbeiten, allerdings sehr fleißig ist.

Beste Zeit für Sport: Bewegung steht beim Bären nicht an oberster Stelle, weshalb ein paar Wohlfühl-Pfunde nicht unüblich sind. Am besten plant der Bär sein Workout für den Morgen ein, da ist er am produktivsten. 

Schlaftyp 2: Der Löwe

Ein Löwe gähnt am Dienstag (12.10.2004) im Münchner Tierpark Hellabrunn. Als einzige Katzenart schließt sich der Löwe ganzjährig zu größeren Gruppen zusammen, deren Kern von älteren Weibchen gebildet wird, die gemeinsam jagen. Männliche Tiere beteili
Kaum ist die Sonne aufgegangen, hält den Löwen nichts mehr im Bett. © dpa, A2585 Frank Leonhardt

Ähnlich wie sein Namensvetter aus der Tierwelt steht der Chronotyp Löwe gerne sehr früh auf. Um 5 bis 6 Uhr ist die Nacht für ihn zu Ende, ab da wird der Tag sofort produktiv durchstrukturiert. Während andere noch verschlafen in den Federn hängen, ist der Löwe bereits energiegeladen und hundertprozentig leistungsfähig. Am Spätnachmittag werden Löwen, erschöpft von ihrer eigenen Energie schlagartig müde und ausgelaugt. Darunter leidet allerdings oft das soziale Leben, da Löwen nach der Arbeit früh schlafen gehen und keine Zeit mehr für ihre Familie und Freunde haben. Der König der Tiere ist praktisch orientiert, extrem diszipliniert und ehrgeizig – manchmal etwas zu ehrgeizig. Leistung steht für ihn an oberster Stelle. Der Löwe schläft schnell ein und hat keine Schlafprobleme.​

Beste Zeit für Sport: Da der Löwe den Tag über durchpowert und früh am Abend müde wird, ist die sportliche Betätigung beim Löwen am effizientesten, wenn sie zwischen 17 und 18 Uhr stattfindet.

Schlaftyp 3: Der Wolf

ARCHIV - 28.10.2009, Bayern, Neuschönau: Ein Wolf (Canis lupus), aufgenommen im Tier-Freigelände im Nationalpark Bayerischer Wald.(zu dpa
Der Wolf ist ein Morgenmuffel und wird erst am Abend so richtig fit. © dpa, Patrick Pleul, hg mg dt lof

Wölfe sind die Nachteulen unter den Chronotypen.  Vor 10 Uhr geht beim Wolf eigentlich gar nichts, und selbst dann ist er noch extrem morgenmuffelig. Wenn er zu früh aus den Federn muss, ist der Wolf tagsüber häufig müde und unkonzentriert. Die späten Abendstunden sind seine Zeit, dann fühlt er sich am wohlsten, selten geht der Wolf vor Mitternacht ins Bett. Wölfe lieben das Risiko, sind schnell gelangweilt sind und lassen sich von ihren Gefühlen kontrollieren. Wölfe sind sehr kreativ und arbeiten oft in künstlerischen Berufen. Außerdem trinken sie gerne Alkohol und gehen des Öfteren feiern. 

Beste Zeit für Sport: Morgens einige Minuten, um in Schwung zu kommen und dann nochmal zwischen 18 und 19 Uhr abends.

Schlaftyp 4: Der Delfin

Ein Großer Tümmler (lat.: Tursiops truncatus) steckt seinen Kopf aus dem Wasser. Aufgenommen 2006 in den USA. Foto: Ronald Wittek +++(c) dpa - Report+++
Der Delfin gilt als intelligent, introvertiert und ein bisschen neurotisch. © picture-alliance/ dpa, Ronald Wittek

Dieser Chronotyp gilt als intelligent, introvertiert und ein bisschen neurotisch. Das kommt nicht von ungefähr. Schließlich schläft der Meeressäuger nur mit einer Gehirnhälfte, während die andere "Wache hält". Dementsprechend sind sie im Tagesverlauf immer schubweise produktiv.

Im Optimalfall kann der Mensch sich seinem Chronotypen entsprechend verhalten und den Tagesablauf in Einklang mit seinem natürlichen Biorhythmus bringen. Dass das in unserer hektischen Welt, in der alles genau getaktet ist, nicht ganz einfach scheint, ist logisch. Dennoch ist es einen Versuch wert, dem eigenen Leben den richtigen Takt zu verpassen.

Delfine leiden häufig unter Schlafproblemen. Morgens sind sie müde und zerknautscht, ausgeschlafen und fit sind sie eher selten. Dieses Unausgeschlafensein zieht sich durch den ganzen Tag, auch wenn der Delfin zwischendurch ein paar kurze Energieschübe hat. Erst gegen Abend läuft der Delfin zu Hochtouren auf. Delfine sind häufig introvertiert, ein bisschen neurotisch und sehr pingelig, fast schon zwanghaft. Ihr eigener Perfektionismus setzt die Delfine unter uns sehr unter Druck. Auch der Gedanke darüber, was sie wann zu wem gesagt haben, lässt Delfine oft nicht zur Ruhe kommen. Riskante Situationen vermeidet der Delfin. Um seine Figur und seine Gesundheit macht sich der Delfin selten Gedanken, hat er doch von Natur aus einen guten Stoffwechsel und ist häufig schlank.

Beste Zeit für Sport: Breus empfiehlt, dass sich Delfine morgens nach dem Aufstehen erstmal sportlich betätigen sollten, um sich über den Tag hinweg ruhiger und entspannter zu fühlen.