Die Alpen in der Wetterzange

Unwetter wüten weiter über dem zentralen Mittelmeerraum

Erneut haben schwere Unwetter in Italien gewütet: In Rom regnete es auch am Freitag, Metrostationen mussten geschlossen und Straßen gesperrt werden. Bäume stürzten um, eine Frau wurde getroffen und leicht verletzt, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Auch zahlreiche Regionen Süditaliens waren betroffen. Im Golf von Neapel mit den Inseln Capri und Ischia fuhren die Fähren nur unregelmäßig. Sizilien rüstete sich nach einer Warnung für einen möglichen Wirbelsturm.

Unwetter in Italien
Das Tief 'Qendrosa' überflutet zahlreiche italienische Städte.

In Neapel stürzten ebenfalls Bäume und Ampeln um, in Teilen Kalabriens blieben wegen starker Winde und heftiger Regenfälle am Freitag die Schulen geschlossen.

Ursache für die Unwetterlage ist das Tief 'Qendrosa‘, das vom Golf von Genua ostwärts über den Norden Italiens zieht. Auf seiner Vorderseite wurde dabei sehr warme Wüstenluft über das Mittelmeer geführt, die dort reichlich Feuchtigkeit aufnehmen konnte. Durch den recht großen Temperaturunterschied zwischen kühler Luft im Zentrum des Tiefs und eben dieser sehr warmen, aus Algerien und Libyen heranwehenden Luft auf der Vorderseite kam es weiter zu Unwettern. Es entwickelten sich auch Tornados.

Bei einem Erdrutsch in der Schweiz sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Eine 31 Jahre alte Frau und ihre 3 Jahre alte Tochter sind in der Nacht auf Donnerstag tot in einem verschütteten Haus in der Nähe von Lugano gefunden worden. Wegen starker Regenfälle in den vergangenen Tagen sind am Mittwoch in dem Waldgebiet etwa 1000 Kubikmeter Lehm und Erde abgerutscht und hätten das Gebäude unter sich begraben.

In Ligurien und in der Toskana traten nach heftigen Regenfällen Flüsse über die Ufer, Dutzende Menschen mussten in Sicherheit gebrachte werden. Besonders hart traf es die Stadt Carrara an der Grenze der beiden Regionen. Dort stand das Wasser meterhoch, nachdem Deiche unter der Last der Wassermassen gebrochen waren, berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa.

In Genua, das im Oktober von heftigen Unwettern heimgesucht worden war, machte vor allem heftiger Wind den Menschen zu schaffen. Andernorts regnete es teils heftig und es galten höchste Warnstufen der Behörden. Auch die Lagunenstadt Venedig im Nordosten des Landes war überflutet.

Zuvor hatte der Dauerregen in Teilen Südfrankreichs und der Südschweiz für starke Überflutungen gesorgt. Hier fielen seit Montag über 400 l/qm, in Nizza fielen z.B. in 24 Stunden 158 Liter Regen pro Quadratmeter, im Tessin waren es flächendeckend über 200, örtlich mehr als 400 Liter seit Montag. Zum Glück ist der Niederschlag zum Schluss zum Teil bis ins Flachland als Schnee gefallen.