Deutschlandweit Schäden durch das Wetter - eine Bilanz

Bilanz der letzten Tage

Waldbrandgefahr in Brandenburg
Ein Feuerwehrmann löscht am 22.07.2016 bei Nauen (Brandenburg) eine Brandstelle in einem Wald. (dpa)

Mancherorts Überschwemmungen, andernorts Waldbrandgefahr. Quer durch Deutschland sorgt das Sommerwetter für Arbeit bei den Rettungskräften. Eine Bilanz über ausgewählte Wetterereignisse zeigt Gefahren und Schäden:

Feldbrand in Sachsen-Anhalt

Mehrere Feuerwehren waren am Montagnachmittag in Seehausen (Landkreis Börde) im Großeinsatz, um den Brand eines in Flammen stehenden Feldes einzudämmen. Offenbar war das Feuer bei Mäharbeiten ausgebrochen. Die hohen Temperaturen und der auffrischende Wind erschwerten die Löscharbeiten. Die Helfer mussten sich immer wieder vor der gefährlichen Feuerwalze zurückziehen.

Parkende Autos weggeschwemmt in Bayern

In Teilen Bayerns liefen nach heftigen Unwettern am Samstag Keller voll, Straßen wurden überschwemmt. In der Drei-Flüsse-Stadt Passau rissen die Wassermassen 20 parkende Autos mit sich, zwei Bundesstraßen wurden wegen Überflutung und umgestürzter Bäume kurzzeitig gesperrt.

Im an Bayern angrenzenden Oberösterreich ertrank ein 45-jähriger Mann aus Passau, den eine Flutwelle mitgerissen hatte. Er hatte in der Nacht zum Sonntag in Freinberg nach dem Haibach sehen wollen, der über die Ufer getreten war, berichtete wie die österreichische Polizei. Die Flutwelle riss laut Feuerwehr ganze Straßen weg. Zahlreiche Menschen seien in ihren Fahrzeugen vom Wasser eingeschlossen worden und mussten gerettet werden.

Waldbrandgefahr in Brandenburg

In Brandenburg bleibt die Gefahr von Waldbränden wegen Trockenheit und Hitze weiter hoch. Bis Sonntagmittag habe es zwar noch keine größeren Feuer gegeben, sagte der Waldbrandschutzbeauftragte des Landes, Raimund Engel. Es galt jedoch in sechs Landkreisen - vor allem den Nordwesten Brandenburgs - eine «hohe Gefahr» von Waldbränden und damit die zweithöchste Gefahrenstufe 4.

Überflutungen in Nordrhein-Westfalen:

Heftige Regenfälle überfluteten am Freitag die Ortschaft Barntrup-Selbeck bei Detmold. Durch die Straßen sei eine Mischung aus Wasser und Schlamm geschossen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Vorsorglich schaltete die Feuerwehr den Strom des Dorfes Selbeck mit knapp 400 Einwohnern ab und sperrte die Zufahrtsstraßen. Ein Rollstuhlfahrer, der in seinem mit Wasser vollgelaufenen Haus festsaß, sei in Sicherheit gebracht worden.

Auch der Kreis Paderborn meldete Feuerwehr- und Polizeieinsätze nach Gewittern mit Regen und Hagel. In Paderborn stürzte eine 19-jährige Rollerfahrerin beim Bremsen im Starkregen und verletzte sich schwer. An mehreren Orten im Kreisgebiet schossen Gullydeckel unter meterhohen Fontänen aus dem Rahmen, Keller mussten leergepumpt werden.

Ein Sturm hatte am Freitagabend Teile des Daches des Bahnhofs abgedeckt.
Sturmschäden am Hauptbahnhof von Kassel (dpa)

Sturmschäden in Hessen:

Ein Gewitter mit Sturmböen deckte am Freitagabend Teile des Daches des Kasseler Hauptbahnhofs ab. Obwohl die Aufräumarbeiten auf Hochtouren liefen, gab es auch am Samstag Beeinträchtigungen im Regionalverkehr. Nach Angaben eines Polizeisprechers wurde niemand verletzt. Der Schaden sei allerdings immens.

Verletzte durch Blitzschlag in Schleswig-Holstein:

Im schleswig-holsteinischen Nortorf wurden drei Menschen durch einen Blitzschlag verletzt. Die Mitarbeiter einer Landschaftsbaufirma hatten nach Angaben der örtlichen Feuerwehr beim Verladen eines Transporters in einer Pfütze gestanden und erlitten einen Stromschlag, als der Blitz neben ihnen einschlug. Sie kamen wegen des Verdachts auf Herzrhythmusstörungen in ein Krankenhaus.

Allein im Kreis Rendsburg-Eckernförde, in dem Nortorf liegt, rückte die Feuerwehr bis in die Nacht zum Samstag rund 70 Mal aus. Nach Unwettern und Starkregen hatte die Feuerwehr aber auch in vielen anderen Teilen Norddeutschlands alle Hände voll zu tun.

Hagel, Sturm und kräftiger Regen in Rheinland-Pfalz:

Hagel, Sturm und kräftiger Regen hielten Feuerwehr und Polizei in Rheinland-Pfalz in der Nacht zum Samstag in Atem. Bei den Einsatzkräften in Ludwigshafen gingen am Freitagabend binnen kurzer Zeit knapp 100 Notrufe ein. 98 Feuerwehrleute waren stundenlang im Einsatz, um Keller auszupumpen und umgestürzte Bäume wegzuräumen. Auch in Worms mussten Einsatzkräfte wegen umgestürzter Bäume mehrfach ausrücken. Die Vorstellung der Nibelungenfestspiele wurde aus Sicherheitsgründen abgebrochen, das Gelände geräumt.

Ausfall von Ampeln in Baden-Württemberg:

Unwetter mit Starkregen zogen auch über den Südwesten Deutschlands hinweg - am stärksten betroffen waren die Regionen Mannheim und Ludwigsburg. «Es gingen in der Nacht zum Samstag ungefähr 200 Notrufe bei uns ein», sagte ein Mannheimer Polizeisprecher. Es seien Ampeln ausgefallen, und es sei zu Überschwemmungen gekommen. «Es sind aber keine Menschen zu Schaden gekommen», sagte der Sprecher.

Und wie geht es weiter?

In der Nacht zum Donnerstag ziehen die Gewitter ostwärts ab und die Wolken lockern teilweise auf. Besonders in der ersten Nachthälfte sind im Osten neben Gewittern mit stürmischen Böen, Starkregen und Hagel vereinzelt auch noch Unwetter mit heftigem Starkregen möglich. Im Südosten bildet sich gebietsweise Nebel. Im Nordwesten gibt es dagegen stärkere Bewölkung und vereinzelt regnet es leicht.

Am Donnerstag regnet es im Westen und in der Mitte etwas, lokal auch länger anhaltend. Dabei ist Starkregen mit Mengen über 20 l/qm in 6 Stunden möglich. Der Regen kann von einzelnen kräftigen Schauern oder Gewittern durchsetzt sein, dann ist mit Starkregen zwischen 15 und 25 l/qm in kurzer Zeit, Hagel und Sturmböen zu rechnen. Auch an den Alpen gibt es teils kräftige Gewitter mit Starkregen, Sturmböen und Hagel.

Quellen: dpa, DWD