Deutschlands Störche haben Probleme mit dem Nachwuchs

Deutschlands Störche haben Probleme mit dem Nachwuchs
Im nächsten Jahr wird es weniger Störche geben © dpa, Michael Kaatz

Weniger Jungtiere als 2014

Bei Deutschlands Störchen herrscht in diesem Jahr Nachwuchsmangel. „Gerade in Ostdeutschland ist der Bruterfolg relativ schlecht“, erzählt Storchexperte Kai-Michael Thomsen vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Ein Grund sei die späte Heimkehr vieler ostdeutscher Störche aus ihrem Winterquartier. Schuld daran sei das schlechte Wetter gewesen.

Neben der späten Heimkehr habe auch die Trockenheit eine Rolle gespielt und das Nahrungsangebot verkleinert. In den westlichen Bundesländern seien die Störche zwar rechtzeitig eingetroffen, aber auch dort sei die Anzahl der Jungen wegen der Trockenheit niedriger als in anderen Jahren. „Beim Bruterfolg werden wir ein unterdurchschnittliches Jahr haben", sagte Thomsen, der im Michael-Otto-Institut in Schleswig-Holstein arbeitet. Doch erst im Jahr 2016 kann man genauere Angaben zu den Nachwuchszahlen der deutschen Störche machen.

Die Störche ziehen auf zwei Routen von Deutschland Richtung Süden. Vögel aus westlichen Regionen bleiben zum Überwintern oft in Spanien und Portugal. Störche aus den östlichen Gebieten fliegen nach Afrika. Auf ihrem erheblich längeren Weg sind ostdeutsche Störche deutlich mehr Gefahren ausgesetzt. Wegen der besseren Überwinterungsbedingungen steigt der Bestand der Störche in Westdeutschland seit Jahren, im Osten ist er laut Thomsen rückläufig.