Sturm und Schnee?

Sonnenschein im März mit kleinen und großen Schönheitsfehlern

von Björn Alexander und Carlo Pfaff

Der März 2022 legt in puncto Sonne schon mal ganz ordentlich los. Wären da nicht die eher frischen Temperaturen. Allerdings könnten das nicht die einzigen meteorologischen Entgleisungen des ersten Frühlingsmonats bleiben. RTL-Meteorologe Carlo Pfaff schaut für uns auf die längerfristige Entwicklung.

Oben im Video: Vorerst einmal bleibt das Wetter ziemlich unterkühlt

Wie entwickelt sich unser Wetter im März 2022?

Pfaff sieht für die kommenden Tage bereits einige Unterschiede bei den verschiedenen Wettermodellen. Das Wetter am ersten Wochenende im meteorologischen Frühling ist entsprechend ungewiss: „Für das Wochenendwetter sind sich die verschiedenen Wettermodelle noch nicht einig. Schuld daran ist ein Tief, das sich am Donnerstag über dem westlichen Mittelmeer bildet und dann weiter Richtung Italien zieht.” Fraglich sei dabei, in wieweit „Wolkenfelder mit Regen- beziehungsweise Schneefall im Süden und Südosten unseres Landes das Wetter ab Sonntag beeinflussen”.

Lese-Tipp: Fakten und Irrtümer zum Frühlingsanfang

RTL-Meteorologe Carlo Pfaff

Das Bild zeigt den RTL-Meteorologen Carlo Pfaff in seiner Heimatstadt Innsbruck
RTL-Meteorologe Carlo Pfaff

Wetter am Wochenende: Amerikanisches Wettermodell ist erster Spielverderber

Am letzten Wochenende im Februar zeigte uns insbesondere die Sonne am Sonntag, was sie schon jetzt kann. Von wenigen grauen Regionen mal abgesehen lachte sie mit bis zu 11 Betriebsstunden vom Himmel. „Mehr ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich”, erklärt der Wetterexperte Pfaff. Für das Ende dieser Woche spiele aber insbesondere das Amerikanische Wettermodell nicht mehr mit. Dann wäre es vorbei mit ungetrübtem Sonnenschein und trockenem Wetter.

Jedoch gibt es auch andere Berechnungen: „Das Deutsche Wettermodell präferiert beispielsweise weiterhin den Hochdruckeinfluss”, sagt Pfaff. Damit würde das Schlechtwettertief eine deutlich südlichere Zugbahn nehmen und Deutschland außen vor lassen. Hier ist der sprichwörtliche Drops somit wohl noch nicht gelutscht. Und was macht die weitere Wetterentwicklung?

Sonne und Nachtfrost - eine Kombination, die am Wochenende wackeln könnte

Ein kalter Morgen in Siegen-Oberschelden, Frost hat sich auf die Baeume und Wiesen gelegt, die Morgensonne scheint durch die Baeume Winter im Siegerland.
Ausgangs der Nacht und mit dem Sonnenaufgang erreichen die Temperaturen ihren Tiefpunkt

Atlantik macht weiterhin auf Sturm - mit Folgen für uns

Ab Mitte nächster Woche sieht Pfaff „die Bildung eines ausgeprägten Sturmtiefs über dem Atlantik, das in der Folge dann mildere, aber auch feuchtere Luft zu uns führen dürfte”. Es werde also wieder unbeständiger. Vielleicht droht sogar erneut Sturmgefahr – je nachdem „wie weit das Zentrum des derzeit wiederholt stürmischen Atlantiks an Deutschland heranrückt”. Die wettersteuernde Strömung, der sogenannte Jetstream, spiele hierbei eine entscheidende Rolle. Die konkrete Entwicklung müsse noch abgewartet werden.

Lese-Tipp: Sturmlage im Februar 2022 – Jetstream am Wetterdrücker

Milde Sturmgefahr - bleibt der Märzwinter wenigstens außen vor?

Zum Fernbleiben oder Auftreten eines kalten Märzwinters mit Schnee gibt es derzeit unterschiedliche Ansätze. Insgesamt zeigt der Trend bei den experimentellen Langfristprognosen des Amerikanischen Wetterdienstes (NOAA) weiterhin einen zu warmen März. Allerdings sind die Vorhersagen von einem extrem zu warmen März zuletzt etwas zurückgerechnet worden.
„Mit über einem Grad Temperaturüberschuss in den aktuellen Prognosen wird der März 2022 demnach aber weiterhin zu mild”, erläutert der RTL-Meteorologe. Kein Märzwinter also.

Auf der anderen Seite sehen unsere 42-Tage-Wettertrends wiederholt, dass es gerade am Ende des Monats und zu Beginn der Aprils nochmals winterlicher werden könnte. Kurzum: Der März scheint im zweiten Monatsdrittel auf die mildere und vielleicht sogar nasse und stürmischen Seite wechseln zu wollen, bevor es anschließend der späte Winter noch einmal versuchen könnte.

Flachland könnte zum Monatswechsel nochmals spürbar abkühlen

Der 42-Tage-Wettertrend für Köln zeigt, dass am Monatsende der Spätwinter erneut Chancen bekommen könnte. Auch Schnee wäre neben Nachtfrost denkbar.
Die aktuellen Trends deuten insbesondere für das Monatsende und zum Start in den April nochmals auf winterliche Gefühle hin.

Bergwinter hat auch noch unter -10 Grad im Programm

Die Graphik zeigt den 42-Tage-Wettertrend für den Fichtelberg. Hier gilt: der Winter 2021/2022 möchte sich sowohl im ersten als auch im letzten Märzdrittel noch nicht geschlagen geben.
Auf eine wechselhafte und mildere Phase in der Monatsmitte zeigen die Berechnungen einen erneuten Winternachschlag.

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(bal)