Touristen willkommen

Urlaub trotz Corona - was geht in welchen Bundesländern?

Standkörbe in Schleswig-Holstein
Im Strandkorb am Meer sitzen? Für viele von uns die große Hoffnung für 2021. © iStockphoto

Die Sehnsucht nach Urlaub wächst

Die Corona-Zahlen sinken, die Impfquote steigt – und die Hoffnung auf Urlaub wächst. In einigen Bundesländern gibt es schon Öffnungen oder zumindest konkrete Perspektiven. Wo es in Deutschland Chancen auf Urlaub gibt - ein Überblick.

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Baden-Württemberg

In mehreren Regionen Baden-Württembergs sind seit dem 15.Mai Gastronomie und Beherbergungsbetriebe wieder geöffnet: In Kreisen, in denen fünf Tage lang die Inzidenz von 100 unterschritten wird, ist die touristische Nutzung von Unterkünften, Gaststätten innen und außen, Kulturangeboten, zoologischen und botanischen Gärten sowie kleineren Freizeiteinrichtungen im Freien wieder möglich – allerdings nur für Personen mit einem Test-, Impf- oder Genesenen-Nachweis, wie das Land auf seiner Tourismus-Website informiert.

Bayern

Im Freistaat wird Urlaub zu Beginn der Pfingstferien am 21. Mai in Regionen mit niedrigen Corona-Infektionszahlen wieder erlaubt. In Kreisen und kreisfreien Städten mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 sollen demnach Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze wieder öffnen dürfen. Gleiches gilt für Seilbahnen, die Fluss- und Seenschifffahrt, touristischen Bahn- und Busverkehr, Städte- und Gästeführungen im Freien sowie für die Außenbereiche von medizinischen Thermen. Voraussetzung ist ein maximal 24 Stunden alter negativer Corona-Test. Biergärten und die Außengastronomie dürfen bereits jetzt bei Inzidenzen unter 100 wieder öffnen.

Berlin

In der Bundeshauptstadt ist noch nicht offiziell angekündigt, die Hotels bald zu öffnen, wenn die Inzidenz unter 100 liegt. Aus Sicht des regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD) ist eine bundesweite Absprache zu Urlaubsmöglichkeiten in den Sommerferien unverzichtbar. Wenn alles gut laufe, sollten touristische Angebote aber auch in Berlin zum Sommer hin wieder eine Rolle spielen.

Zu Pfingsten soll die Außengastronomie wieder öffnen dürfen, also ab dem 21.5. (Freitag). Laut dem „Tagesspiegel“ sieht ein Stufenplan der Berliner Wirtschaftsverwaltung für den 4. Juni nächste Öffnungsschritte vor. Dann könnten touristische Übernachtungen in Hotels und Pensionen unter Testpflicht wieder möglich sein. Ob diese Pläne tatsächlich umgesetzt werden, muss jedoch im Senat noch diskutiert werden.

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Brandenburg

In kreisfreien Städten und Landkreisen, deren 7-Tages-Inzidenz an fünf Tagen in Folge unter 100 liegt, dürfen Ferienhäuser und -wohnungen sowie Campingplätze ab dem 21. Mai wieder öffnen. Vor Ankunft ist ein negativer Test (maximal 24 Stunden alt) erforderlich. Gemeinschaftliche Sanitäranlagen, zum Beispiel auf einem Campingplatz, bleiben vorerst noch geschlossen.

Auch die Gastronomie darf in den entsprechenden Regionen im Außenbereich öffnen.

Bremen

Bis zum 21. Mai 2021 sind touristische Übernachtungen nicht erlaubt. Shoppen mit Termin ist wieder möglich, ebenso wie der Besuch in Museen, Galerien und botanischen Gärten. Über weitere Lockerungen mit der neuen Corona-Verordnung ab dem 21. Mai 2021 berät der Senat noch. Dann könnten die Öffnung der Außengastronomie, touristische Übernachtungen oder Kultur- und Unterhaltungsveranstaltungen mit bis zu 100 Personen unter bestimmten Voraussetzungen wieder möglich sein, wie das Infoportal „buten un binnen“ schreibt.

Hamburg

Anders sieht es in der Hansestadt aus: In Hamburg ist Tourismus weiter und auf unbestimmte Zeit unzulässig. Der rot-grüne Senat mit Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) an der Spitze gilt als sehr streng bei der Umsetzung der Corona-Einschränkungen. Entsprechend sind Ferienwohnungen und Hotels für Privatreisende weiterhin geschlossen. Zumindest die Außengastronomie soll in Hamburg allerdings zu Pfingsten wieder öffnen dürfen – diesen Plan gab Tschentscher am 16. Mai in der ARD-Sendung „Anne Will“ bekannt.

Hamburg sei „sehr sehr gebremst im Infektionsgeschehen“. Die Stadt habe eine „außergewöhnlich stabile Lage“ bekommen. Deshalb könne man mit Vorsicht und kontrolliert solche Schritte gehen. Man könne einen Sommer erleben, der mindestens so sei wie 2020, und innerhalb Deutschlands reisen, fügte Tschentscher hinzu.

Hessen

Das Land Hessen hat einen Zwei-Stufen-Plan für Lockerungen beschlossen. Dieser tritt anstelle der Bundesnotbremse in Kraft, wenn in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt die Inzidenz an fünf aufeinander folgenden Werktagen unter 100 sinkt. In einigen Kreisen dürfen Hotels, Ferienhäuser, Jugendherbergen und Campingplätze somit unter Auflagen wieder öffnen. Bei Anreise ist ein negativer Test erforderlich, anschließend zwei Mal pro Woche.

Zoos und Museen dürfen ebenfalls wieder öffnen, genau wie Cafés und Restaurants unter Auflagen. Gäste müssen einen negativen Schnelltest oder einen Nachweis über einen vollständigen Impfschutz vorlegen.

Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern dürfen vollständig Geimpfte aus anderen Bundesländern als Tagestouristen kommen oder ihre Zweitwohnung aufsuchen. Nachdem der Ausschluss von ungeimpften Minderjährigen aus dieser Regelung stark kritisiert wurde, dürfen nun auch Kinder mit in den familieneigenen Zweitwohnsitz kommen. Ab einem Alter von sechs Jahren ist dafür jedoch ein negativer Schnelltest nötig, wie das Wirtschaftsministerium mitteilte.

Auch Genesene in den ersten sechs Monaten nach ihrer Gesundung dürfen als Tagestouristen oder in die eigene Ferienwohnung kommen - in dieser Zeit ist keine Impfung möglich. Danach genügt den Angaben zufolge eine Spritze, um als vollständig geimpft zu gelten.

In Mecklenburg-Vorpommern darf die Gastronomie von Pfingstsonntag an wieder öffnen - außen und innen. Tourismus in dem Bundesland wird am 7. Juni für Einwohner des Landes möglich sein, dann fallen auch die Beschränkungen für Zweitwohnungsbesitzer und Dauercamper aus anderen Bundesländern ganz weg. Am 14. Juni soll der Tourismus dann auch für alle anderen Gäste aus den anderen Bundesländern geöffnet werden. Ob letzterer Termin bei niedrigen Inzidenzzahlen auch vorgezogen werden kann, soll am 31. Mai noch mal geprüft werden, erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig dem „Nordkurier“.

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Niedersachsen

In Gebieten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 ist der Tourismus möglich - und zwar ab sofort für alle Deutschen. Bisher durften nur Personen aus Niedersachsen selbst touristische Übernachtungen buchen. Das Oberverwaltungsgericht hat jetzt aber das Beherbergungsverbot für Touristen, die nicht aus dem eigenen Bundesland kommen, gekippt: Das Verbot trage nur wenig zur Eindämmung der Corona-Infektionslage bei, da Tagestouristen aus anderen Ländern auch bisher schon nach Niedersachsen kommen könnten, hieß es in einem Eilbeschluss des Gerichts vom Dienstag (18. Mai). Touristen können also wieder in Hotels, Ferienwohnungen und auf Campingplätzen einchecken, gekoppelt ist das an negative Schnelltests oder einen Impfnachweis.

Nordrhein-Westfalen

In Regionen, in denen die Inzidenz stabil unter 100 liegt, dürfen Außengastronomie, Ferienwohnungen, Campingplätze und Hotels öffnen. Gleiches gilt für einzelne Outdoor-Freizeitangebote wie Kletterparks sowie den Einzelhandel, Konzerte mit bis zu 500 Menschen werden unter freiem Himmel möglich. Voraussetzung ist jedoch in allen Fällen ein Nachweis über eine vollständige Impfung oder Genesung beziehungsweise ein negativer Corona-Test.

Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Kreis oder einer kreisfreien Stadt unter 50 sinkt, greifen weitere Lockerungen für die Innengastronomie, Theater oder Konzerthäuser. Teilweise sind jedoch weiterhin Impfung, Genesung oder Test nötig, wie die Tourismus-Seite von NRW erklärt.

Rheinland-Pfalz

In Kreisen und kreisfreien Städten mit einer Inzidenz unter 100, in denen die Bundesnotbremse nicht mehr greift, gilt der Dreistufenplan des Bundeslandes: Seit dem 12. Mai ist dort kontaktarmer Urlaub mit Testpflicht in Hotels, Pensionen oder Jugendherbergen möglich, in Ferienhäusern und -wohnungen und auf Campingplätzen auch ohne Test. Auch die Bewirtung in der Außengastronomie und das Einkaufen im Einzelhandel ist möglich.

Ab dem 21. Mai sind dann auch kulturelle Veranstaltungen im Freien mit Test und maximal 100 Besuchern wieder erlaubt. Fällt die Inzidenz fünf Tage unter 50, sind Innengastronomie und Kultur innen unter Testpflicht wiedermöglich.

Ab Fronleichnam (2. Juni) können Hotels ganz öffnen - Voraussetzung für die Gäste ist ein negativer Test. Auch Freibäder dürfen aufmachen. Mit einem negativen Test geht es auch wieder in die Innengastronomie, ins Theater, Kino und Museum. Jugendfreizeiten mit Übernachtung sind wieder möglich.

Saarland

Das Saarland ist zwar eine Modellregion und leitet diverse Öffnungsschritte ein – Übernachtungen zu touristischen Zwecken sind bisher allerdings nicht erlaubt.

Der Einzelhandel, die Außengastronomie, Museen, Kinos, Theater, Zoos und Fitnessstudios dürfen unter Hygieneauflagen öffnen, in der Regel ist ein negativer Corona-Test erforderlich.

Sachsen

In Kreisen beziehungsweise kreisfreien Städten mit einer Sieben-Tages-Inzidenz unter 100 dürfen Campingplätze und Ferienwohnungen öffnen. Andere touristische Übernachtungen wie in Hotels und Pensionen sind erst dann wieder erlaubt, wenn die Inzidenz unter 50 liegt; dann wird ein tagesaktueller negativer Test bei Ankunft erforderlich.

Sachsen-Anhalt

Laut der aktuellen Corona-Verordnung, die noch bis zum 24. Mai gilt, sind touristische Aufenthalte bei einer 7-Tages-Inzidenz unter 100 auf Campingplätzen und Ferienwohnungen mit Selbstversorgung möglich. Auch Kulturangebote im Freien sowie die Außenbewirtung in der Gastronomie sind dann drin. Voraussetzung ist ein negativer Corona-Test.

Schleswig-Holstein

Im nördlichsten Bundesland ist der Tourismus bereits am 19. April angelaufen, allerdings regional begrenzt. Ab sofort stehen Unterkünfte wie Hotels, Campingplätze, Ferienhäuser und Pensionen nun in ganz Schleswig-Holstein deutschen Touristen wieder offen - nicht wie bisher nur in vier Modellregionen. Gefordert sind allerdings neben Hygieneauflagen wie dem Tragen von Schutzmasken in bestimmten Situationen vor allem negative Coronatests vor der Anreise (höchstens 48 Stunden alt) und dann alle drei Tage.

Lokale dürfen ihre Innenbereiche wieder öffnen. Auch hier müssen Gäste einen negativen Coronatest vorlegen oder nachweisen, dass sie vollständig geimpft sind. Das heißt, die zweite Impfung muss mindestens 14 Tage zurückliegen. Getestet sein müssen auch die Mitarbeiter der Lokale, die Kontakt mit den Gästen haben. Große Runden sind aber noch nicht möglich. Innen sind fünf Personen aus zwei Haushalten an einem Tisch erlaubt, draußen dürfen es zehn Gäste sein.

Museen können öffnen, Besucher brauchen für Innenbereiche einen negativen Coronatest. Die Ausflugsschiffe im Norden dürfen wieder Gäste an Bord nehmen. In Hallen sind 10 Kinder und Jugendliche bei Sportarten ohne Berührungen erlaubt, draußen sind es 20. Bahnenschwimmen und Schwimmunterricht in Freibädern und Außenbecken sind gestattet. Amateursportler dürfen Wettkämpfe im Freien austragen.

Großzügigere Regeln gelten jetzt auch für Versammlungen, die unter freiem Himmel mit bis zu 250 Teilnehmern erlaubt sind.

Die Öffnung ist nach Überzeugung der Landesregierung möglich, weil in Schleswig-Holstein die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen (Inzidenz) stabil unter 100 lag und zuletzt unter 50 gefallen ist.

Thüringen

Touristische Übernachtungen sind laut aktueller Verordnung, die bis 3. Juni gilt, nicht erlaubt. In Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer Inzidenz unter 100 darf die Außengastronomie mit Terminvergabe öffnen. Außenanlagen von Zoos und Tierparks sowie Museen und Schlösser sind geöffnet, der Einzelhandel darf für Click-and-Meet-Angebote öffnen.

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(dpa/akr/rka)