Deutschland: Hohe Waldbrandgefahr durch anhaltende Trockenheit und Hitze

Dürre 2018: 40 ha Wald in Sachsen-Anhalt verbrannt
Dürre 2018: 40 ha Wald in Sachsen-Anhalt verbrannt Höchste Waldbrandgefahrenstufe in Ostdeutschland 01:19

Felder und Wälder brennen

Gelbbraune Rasenflächen, staubtrockene Felder, Bäume und Sträucher, die die Blätter hängen lassen - die anhaltende Trockenheit und Hitze ist im Großteil des Landes sichtbar. Die Waldbrandgefahr ist hoch, besonders im Osten des Landes. Dort standen zuletzt 40 Hektar Wald in einem Naturpark in Flammen. In Rostock wurde eine Siedlung durch ein brennendes Feld bedroht. Ein brennender Vogel löste den Brand aus.

In ganz Ostdeutschland herrscht die höchste Waldbrandgefahrenstufe 5

Durch die wochenlange Dürre herrscht besonders in Ostdeutschland die höchste Waldbrandgefahrenstufe 5. Ein Funke genügt und Felder und Wälder gehen in Flammen auf. So geschehen in der Nacht auf Mittwoch im Naturpark Fläming in Sachsen-Anhalt. 40 Hektar Wald standen dort in Flammen - 40 Hektar entsprechen einer Größe von rund 56 Fußballfeldern.  200 Feuerwehrleute waren im Einsatz, ihr größtes Problem: die Beschaffung von Löschwasser. Kurzerhand zapfen sie ein Freibad an.

Wie schnell ein Feld in Flammen steht und gleich eine ganze Siedlung bedrohen kann, haben die Anwohner in Brinckmansdorf bei Rostock erfahren. Die Feuerwehr brachte das Feuer zum Glück rechtzeitig unter Kontrolle, bevor es auf Häuser übergreifen konnte. Auslöser für diesen Brand war ein brennender Vogel. Das Tier hatte einen Kurzschluss an der Oberleitung der Bahn ausgelöst und war brennend zu Boden gefallen.

Nahezu in ganz Deutschland besteht eine hohe Brandgefahr

Waldbrandgefahr in Deutschland vom 04.07.2018
Die Waldbrandgefahr in Deutschland vom 04.07.2018: Nur im äußersten Süden ist das Risiko gering.

Aber nicht nur im Osten des Landes ist die Waldbrandgefahr erhöht. Nahezu überall in Deutschland besteht eine hohe Brandgefahr. So auch im Westen, in Nordrhein-Westfalen. Kaum Regen und die schwüle Hitze machen auch dort Waldböden und Felder knochentrocken. Immer wieder entfachen sich kleinere Feuer. Die zweithöchste Waldbrandstufe 4 wurde ausgerufen. In Niedersachsen hielten brennende Strohpressen und -ballen, Böschungen und Getreidefelder die Feuerwehren auf Trab. Prophylaktisch wurde ein Waldgebiet nach Glutnestern abgesucht.

Brandgefahr: Aktuelle Warnhinweise der Feuerwehr

Aufgrund der akuten Lage müssen die geltenden Brandschutzregeln unbedingt eingehalten werden:

  • Feuer und Grillen im Wald: Ist nach Angaben der Feuerwehr Düsseldorf laut Landesforstgesetz grundsätzlich, also auch auf den Waldspielplätzen und -liegewiesen, strengstens verboten. 
  • Rauchen im Wald: Ebenfalls absolut verboten. Dies gilt von März bis Oktober. Bei der Fahrt durch den Wald oder am Waldrand: Bloß keine Zigarettenkippe aus dem Fenster werfen.
  • Beim Grillen: Den Grill auf festem, nichtbrennbarem Untergrund kippsicher aufstellen. Und nur in sicherer Entfernung zu Waldflächen und Büschen. Besondere Vorsicht ist bei starkem Wind geboten.
  • Auto parken: Ein Katalysator kann sehr heiß werden und trockenes Gras entzünden. Nur ausgewiesene Parkflächen benutzen.
  • Glasflaschen: Nicht liegenlassen. Sie könnten als Brennglas wirken.
  • Abflammen von Unkraut: Vorsicht, sagt die Feuerwehr Herdecke, vor allem in der Nähe von Hecken und Buschwerk. Löschmittel bereithalten. Bei dieser Wetterlage am besten gar nicht.
  • Kinder: Die Feuerwehr Düsseldorf empfiehlt, Kinder über die Waldbrandgefahr zu informieren
  • Wenn es brennt: Sofort mit 112 die Feuerwehr rufen.