Ein Wetter-Rundflug durch den Winter in der Welt

Der Winter 20/21 kann was: Rekordkälte, Schnee ohne Ende, Stromausfälle, Fähr-Unfall

-35 Grad in Spanien - das gab es noch nie!

Spaniens Provinz La Mancha ist seit Don Quijote berühmt für die Windmühlen. Momentan kämpfen die Spanier aber nicht nur gegen die Windmühlen, sondern vor allem gegen den Schnee. In Spanien wurde mit -35,8 Grad eine Rekordtemperatur gemessen. Aber auch andernorts zeigt der Winter seine Krallen. Am östlichen Mittelmeer hingegen herrschen fast sommerliche Temperaturen. Wir fliegen mit Ihnen einmal über die Nordhalbkugel und checken, wo der Winter 2021 voll zuschlägt.

Krasse Kälte: Mehr als -35 Grad in der Provinz Leon und 20 cm Schnee in Madrid

Spanien: Das Sturmtief „FILOMENA“ bereitet im Sonnenland Spanien Probleme: Rekordkälte, viel Schnee und Chaos. Den Bewohnern Madrids bot sich ein für die Hauptstadt äußerst ungewöhnliches Bild: Schneebedeckte Autos, Bäume, Parks und Rasenflächen. Mehrere Stunden lang fielen in der Metropole dicke weiße Flocken vom Himmel. In anderen Regionen schneite es sogar noch heftiger, vor allem im Norden und im Zentrum des Landes.

In Vega de Liordes in den Bergen, Picos de Europa, rund 400 Kilometer nördlich von Madrid, wurde am frühen Donnerstagmorgen mit minus 35,8 Grad die tiefste Temperatur registriert, die jemals in Spanien gemessen wurde, wie das regionale meteorologische Institut Noromet mitteilte. „Historischer Rekord!“, twitterte „Noromet“, die Wetterbehörde des nordöstlichen Spaniens. Damit wurde die erst am Vortag in La Llança in den katalanischen Pyrenäen verzeichnete Tiefstmarke von minus 34,1 deutlich unterboten.

Zwischen Teneriffa und Gran Canaria ist eine Fähre in einem Sturm auf Grund gelaufen. Die „Bentago Express“ war mit 76 Passagieren besetzt. Obwohl Wasser in das Schiff lief, geht es allen Menschen an Bord gut. Es eilten mehrere Schiffe zur Hilfe. Die Fähre ist eine wichtige Verbindung zwischen den Kanarischen Inseln.

Das Sturmtief wird Spanien nach Angaben der Meteorologen noch mindestens bis Sonntag in Atem halten. Für mehrere Provinzen gilt „Alarmstufe Rot“: In Madrid sollen am Samstag 20 Zentimeter Schnee fallen, in der Nacht von Montag auf Dienstag soll die Anzeige der Quecksilbersäule in der Hauptstadt auf bis zu minus zwölf Grad sinken. Winter pur!

Deutsche Mittelgebirge haben sehr viel Schnee

Zwei Skiwanderinnen gratulieren sich zum Erreichen des Gipfelkreuzes auf dem Großen Feldberg im Taunus.
So viel Schnee im Taunus gibt es nun wahrlich nicht jedes Jahr.

Deutschland: Deutschland, werden Sie fragen? Ja, auch in Deutschland gibt es dieses Jahr ein interessantes Phänomen zu beobachten. Denn in den Mittelgebirgen liegt derzeit mehr Schnee als in den Alpen. Die Schneelage ist außergewöhnlich gut und zwar vom Erzgebirge über das Fichtelgebirge, die Rhön und den Vogelsberg bis in Sauerland, Eifel und Hunsrück. Ein Jammer, dass die Lifte nicht laufen dürfen.

Tief AHMET brachte vor allem den Mittelgebirgen eine satte Ladung Schnee. Nicht selten liegt ein halber Meter Schnee, das passiert nun wirklich nicht mehr alle Jahre.

Japan: Schneesturm, hohe Wellen und Stromausfälle durch Schnee

Japan Schnee
Nach heftigen Schneefällen befreit das Militär im Nordosten Japans Dächer von den krassen Schneemassen.

Japan: Aber der Winter zeigt auch in Fernost seine Krallen: Starke Schneefälle haben in Teilen Japans für Stromausfälle und Verkehrschaos gesorgt. Die nationale Wetterbehörde warnte am Freitag Bewohner im Norden und entlang des Japan-Meeres vor starken Windböen, hohem Wellengang und weiteren heftigen Schneefällen.

In mehr als 40.000 Haushalten in der nördlichen Provinz Akita der Hauptinsel Honschu fiel vorübergehend die Stromversorgung aus. Dutzende Autos steckten auf einer Autobahn fest, mehr als 200 Flüge wurden gestrichen. Auch auf der nördlichsten Hauptinsel Hokkaido kam es zu starken Verkehrsbehinderungen, zahlreiche Züge fielen dort aus. Seit Tagen sorgt eine extreme Kaltluftfront in der Region für Schneefälle.

Aber fast sommerliches Wetter in Griechenland und der östlichen Ägäis

Griechenland und Ägäis: Und während die Spanier unter der krassen Kälte leiden, sonnen sich die Griechen, Türken und Zyprioten am Strand. 20 Grad auf Zypern und an der ägäischen Küste sind für Januar außergewöhnlich warm.

Sogar 22 Grad wurden im israelischen Tel Aviv gemessen, auch an den türkischen Badeküsten rund um Alanya werden die 20 Grad geknackt.