Der Polarwirbel macht unseren Winter kaputt

Die kalte Luft erreicht uns einfach nicht

Wieso haben wir keinen richtigen Winter? Kalte Luft gibt es genügend auf der Nordhalbkugel, aber sie kommt nicht zu uns. Stattdessen haben wir eine ganze Serie von Winterstürmen. Und schuld an alledem ist der Polarwirbel!

Stürmisches Winterwetter

Der Polarwirbel ist ein Höhentief nahe dem Nordpol (in der Troposphäre und der Stratosphäre). Dort befindet sich sehr kalte Luft!

Um den Polarwirbel herum strömt der Jetstream. Weil der Polarwirbel in diesem Winter sehr stark ist, ist auch der Jetstream sehr kräftig. Das macht sich immer wieder auch bei uns bemerkbar.

Es besteht eine Westwetterlage, bei der Tiefdruckgebiete immer wieder vom Atlantik über Nordeuropa ziehen. Vor den Tiefs kommt die Luft aus Südwesten nach Deutschland und ist entsprechend warm. Sind die Tiefs durch, erwischen uns vorübergehend frischere Luftmassen aus Nordwest.

Milde Temperaturen

Wenn der Polarwirbel sich aufteilt, oder zumindest schwächelt, steigen die Chancen, dass kalte Luft weit nach Süden gelangt. Dann kann es auch in Deutschland sehr kalt werden.

Aber in diesem Winter ist der Polarwirbel so stabil, dass das nicht passiert. Wir müssen also mit der milden Luft vorliebnehmen.

Typische Wetterlage in milden Wintern

Die Zusammenhänge beim Wetter sind sehr komplex. Es gibt noch mehr Faktoren, die unser Wetter beeinflussen.

Dennoch: Der auffallend stark ausgeprägte Polarwirbel in diesem Winter ist ein wichtiger Grund für unseren aktuell laschen Winter.

Eine ähnliche Großwetterlage gab es in anderen milden Wintern in Deutschland, wie zum Beispiel 2006/2007, 2007/2008 und 2013/14.