Der März kann Winter!

Kaltlufteinbrüche (mit Schneefällen) sind im März ein Regelfall
Kaltlufteinbrüche (mit Schneefällen) sind im März ein Regelfall © dpa, Patrick Seeger, pse sab

Ein Winter- und Frühlingsmonat

Wenn man an den März denkt, dann kommt einem schnell der Frühlingsanfang in den Sinn, sei es der statistisch-meteorologische (01.03.) oder der astronomische (20.03.). Die spürbar kräftiger werdende Sonne taucht die normalerweise in allmählich zartem grün erscheinende Natur in ein helles, warmes Licht.

Ein Besuch im Eiscafe, ein Sonnenbad in leichter Bekleidung - keine Frage, das Wetter kann im März schon richtig  frühlingshaft sein und Lust auf den Sommer machen.

Kaltlufteinbrüche (mit Schneefällen) sind im März ein Regelfall

Es ist nur verständlich, dass man sich nach der langen dunklen, mitunter kalten Jahreszeit nach Licht und Wärme sehnt und entsprechende Erwartungen an den März stellt. Doch nüchtern wissenschaftlich betrachtet, tut man dem März damit Unrecht. Der März ist ein Monat der recht  verlässlichen Ambivalenz. Denn nicht selten tritt er aus meteorologischer Sicht als Frühlingsmonat und Wintermonat zugleich auf.

Kaltlufteinbrüche mit Schneefällen sind im März nämlich keine "Laune der Natur", sondern ein Regelfall. Deswegen wird der "Märzwinter" auch zu den meteorologischen Singularitäten gezählt wie  beispielsweise das Weihnachtstauwetter oder die Siebenschläferregel. Somit sollte man Kaltlufteinbrüche im März als so selbstverständlich ansehen wie Spekulatius zur Vorweihnachtszeit in den Supermarktregalen.

Die hochsommerliche Großwetterlage sitzt fest
Die hochsommerliche Großwetterlage sitzt fest Der Strömungsfilm für Europa 00:37

Hohe Erwartungen an den März

Den Fakten zum Trotz wird es sie trotzdem immer geben, die hohen Erwartungen an den März als Frühlingsmonat, teilweise geschürt durch prachtvolle Bilder in Film und Fernsehen. Aber zugegeben, die Wucht des vergangenen Kaltlufteinbruchs mit Dauerfrost, mäßigen bis strengen Nachtfrösten und mitunter einer ordentlichen Portion Schnee, inklusive Verwehungen, war bemerkenswert und kommt so sicher nicht jedes Jahr vor.

Auch der März 1987, 1996, 2006 und 2013 waren kalt

Eine ähnliche Situation gab es zuletzt im März 2013, also immerhin vor 5 Jahren. Es geht aber noch heftiger: 1987 fiel im März quasi deutschlandweit immer wieder Schnee, in den Mittelgebirgen türmten sich die Schneemassen teilweise über einen Meter hoch. Die Monatsmitteltemperatur lag bei -0,4 Grad und damit 2,5 Grad niedriger als bisher im März 2018 (2,1 Grad Celsius) und 0,6 Grad niedriger als im März 2013 (0,2 Grad Celsius). Weitere erwähnenswerte Vertreter ihrer Zunft in der jüngeren Vergangenheit sind die Märzwinter 2006 (Mittel: 1,5 Grad Celsius) und 1996 (Mittel: 1,0 Grad Celsius).

Noch viel Kaltluft im März im Norden

Die wesentliche Ursache für die Kaltlufteinbrüche im März ist leicht zu umschreiben. Vor allem in den hohen Breiten, in Skandinavien und  Sibirien im Speziellen, lagert zu dieser Zeit noch reichlich  Kaltluft, die bei richtiger "Anströmung" bis nach Mitteleuropa "ausbrechen" kann. Besonders effektiv passiert dies, wenn sich  beispielsweise am Südrand einer nordeuropäischen Hochdruckzone eine östliche Strömung über Deutschland einstellen kann. Die arktische Kaltluft gelangt dabei über die noch kalten und oft schneebedeckten Kontinentalflächen Osteuropas unwesentlich erwärmt zu uns.

Gegen diese eisige Luftmasse kann auch die zunehmend an Kraft gewinnende, wärmende Märzsonne dann nicht mehr viel ausrichten, vor allem, wenn ein böiger Wind die gefühlte Temperatur nochmal ein Stück nach unten  treibt. So geschehen in den vergangenen Tagen.

Erst im April und Mai wird das Kältereservoir im "hohen Norden" sowie über Osteuropa und Asien rasch kleiner, womit späte Kaltlufteinbrüche immer unwahrscheinlicher werden und tendenziell weitaus schwächer ausfallen als noch im März.

Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD)