Der Klimawandel macht's möglich: Touristen zieht es mehr und mehr nach Grönland

Tourismus-Boom auf der größten Insel der Welt

Vor 50 Jahren war es ein Abenteuer ohne gleichen, sich auf den Weg nach Grönland zu machen. Nur ein paar Hasardeure kamen auf die Idee, das Land mit der geringsten Bevölkerungsdichte der Welt zu bereisen. Heute ist dies anders: Grönland boomt. Immer mehr Touristen sind bereit, sich die größte Insel der Welt anzuschauen. Und dafür greifen sie tief in die Tasche.

Inland-Eisschild immer noch wahnsinnig dick

UNESCO-Welterbe: Kujataa in Grönland, Dänemark Greenland, Hvalsey (aka Whale Island). PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xCindyxMillerxHopkinsx/xDanitaxDelimont GR01 CMI0259Unesco World heritage  in Greenland Denmark Greenland  aka Whale Icel
Auch das UNESCO-Weltkulturerbe Kujataa in Grönland ist zunehmend frei von Eis und Schnee. © imago/Danita Delimont, imago stock&people

Etwa 6.000 Euro müssen die Touristen für eine Woche Grönland berappen. Dafür ist es im Sommer - Klimawandel sei Dank - auch nicht mehr so beschwerlich, sich das "Land der Kalaallit" ("Kalaallit Nunaat", wie es in der Sprache des dort lebenden Volkes der Kalaallit heißt) anzuschauen. 

Grönland ist zunehmend eisfrei, vor allem die südlichen Küstenbereiche der Insel, die gut dreimal so groß ist wie Frankreich. Dort betreiben die Einwohner mehr und mehr Ackerbau. Allerdings weist der grönländische Eisschild immer noch die zweitdickste Stärke der Welt auf mit bis zu 3.400 Meter dickem Eis. 

Wenn das Abenteuer nur noch ein bisschen Abenteuer ist, dann wird es sozusagen massenkompatibel. So kommen mittlerweile bis zu 70.000 Besucher pro Saison. In Ittoqqortoormitt, einer der nördlichsten Städte der Welt, leben nur 450 Menschen. Wenn man die Ostküste von Grönland bereisen möchte, bietet sich Ittoqqortoormitt als Ziel oder Basis an. 

"Ich habe in den vergangenen fünf Jahren mehr und mehr Touristen willkommen geheißen", sagte Magnus, einer der 450 Einwohner. "Sie kommen sogar im Winter - aus Europa, Asien und Amerika". Magnus, eigentlich ein Maler, bietet ihnen grönländisches Essen an. Zum Beispiel Moschusochse.