Kaffee in Gefahr

Der Klimawandel macht es schwieriger, eine gute Tasse Kaffee zu bekommen

Klimawandel wirkt sich auf den Kaffeeanbau in Äthiopien aus.
Der Klimawandel kann sich auf den Geschmack unseres Lieblingsgetränkes auswirken. Gibt es also bald nur noch faden und bitteren Kaffee? Laut einem Forscherteam könnte so die Zukunft an der Kaffeebar aussehen. Denn in Äthiopien, dem Land wo der ganz besonders feine Kaffee wächst, verändert sich das Klima. © Getty Images/iStockphoto, SPmemory

Hochwertiger Kaffee kann zur Mangelware werden

Lust auf eine ganz besonders gute Tasse Kaffee? Könnte schwierig werden, wenn der Klimawandel ungebremst weitergeht. Ein internationales Forscherteam hat sich die Sache mit dem Kaffee angeschaut - das Ergebnis wird Baristas, Kaffeegenießer und die Kaffeebauern enttäuschen: Es wird zwar mehr Kaffee geben, aber auch schlechteren.

Geeignete Flächen schrumpfen

Es sind drei Dinge, die für hochwertigen Kaffee aus Äthiopien ein Problem werden können:

  • Die geeignete Anbaufläche könnte stark schrumpfen, wenn der Klimawandel ungebremst weitergeht.
  • Gleichzeitig könnte die Fläche zunehmen, die für durchschnittlich schmeckenden Kaffee geeignet ist.
  • Im schlimmsten Fall könnten einzelne hochwertige Kaffeesorten bis zum Ende des 21. Jahrhunderts bis zu 40 Prozent ihrer Anbaufläche in Äthiopien verlieren.

In der Studie wurden verschiedene klimatische Veränderungen untersucht, unter anderem die mittleren Temperaturen und die Niederschlagsmenge. Wird es zum Beispiel wärmer, reift die Kaffeekirsche schneller als die Entwicklung der Bohne, was wiederum zu qualitativ schlechterem Kaffee führt. Erhöhte Niederschläge wiederum begünstigen die Kaffeeproduktion im Allgemeinen, sind aber für einzelne Kaffeespezialitäten nicht unbedingt von Vorteil.

Alles, was bleibt, ist fader Kaffee

"Die Fläche für durchschnittlichen Kaffee, der fade schmeckt, könnte bis in die 2090er Jahre größer werden,“so der Autor der Studie Abel Chemura. "Doch mehr ist nicht unbedingt besser. Denn auf der anderen Seite wird die geeignete Fläche für hochwertige Spezialitätenkaffeesorten, die für ihre blumigen, fruchtigen und würzigen Noten geschätzt werden, wahrscheinlich schrumpfen."

Betroffen sind Kaffeebauern und Kaffeeliebhaber

Baristas und Kaffeeliebhaber müssten auf ihre hochwertigen Kaffeesorten verzichten. Wäre das wirklich so schlimm? Wenn die Anbau-Flächen für Kaffee doch insgesamt wachsen, fällt es doch nicht so ins Gewicht, wenn man einige besondere Kaffeesorten nicht mehr anbauen kann. Doch!

„Wenn eine oder mehrere Kaffeeregionen aufgrund des Klimawandels ihren Spezialitätenstatus verlieren, hat das potenziell schwerwiegende Folgen für die Kleinbauern in der Region“, sagt Gornott. Denn sie könnten mit der industriellen Produktion von konventionellem Kaffee anderswo auf der Welt gar nicht mithalten und ein gigantischer Wirtschaftsfaktor würde weg fallen. "Für Äthiopien, in dem der Kaffeeexport etwa ein Drittel aller Agrarexporte ausmacht, könnte sich das als fatal erweisen.",

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