Der Jetstream ist schuld an Extremwetterlagen

Stürme, Schneemassen, Wärmerekorde und der Jetstream

Aha, der Jetstream ist also schuld daran, dass Teile der Alpen im Schnee versinken, Friederike in Westeuropa wütete und im Südwesten Europas Positiv-Temperaturrekorde wackeln: In Valencia in Spanien ist am Sonntag und Montag mit bis zu 26,6 Grad der Wärmerekord für Januar tatsächlich gebrochen worden. In Montpellier im Süden Frankreichs fiel der Rekord für die wärmste Nachttemperatur im Januar: 14,5 Grad. Wenn der Jetstream also schuld ist, sind wir Menschen ja fein raus.

Jetstream beeinflusst Klima, Klima beeinflusst Jetstream

Nein, nein, so sieht die Sache dann doch nicht aus. Der Jetstream ist eine hohe Luftströmung in Höhen zwischen etwa 10.000 und 15.000 Metern, die das Klima maßgeblich beeinflusst. Aber natürlich hat das Klima auch Auswirkungen auf den Jetstream, der durch die Temperatur-Gegensätze zwischen Äquator und den Polen entsteht. Im Video ist das sehr anschaulich erklärt. Auf beiden Erdhalbkugeln gibt‘s je zwei ganzjährig auftretende Jetstream-Systeme: den Polarfront-Jetstream und den Subtropen-Jetstream. Deutschland liegt im Einflussbereichs des Polarfront-Jetstreams. Und der verläuft weiter südlich als üblich, sagt Clare Nullis, Sprecherin der Weltwetterorganisation (WMO), in Wellen mit größerem Ausschlag als früher, die langsamer von  West nach Ost wandern.

Geringere Temperaturgegensätze verändern Jetstream

Sehr reduziert erklärt: Je nachdem, wo und wie lange die Wellen - die Berge und Täler - der Strömung hängen bleiben, gibt es trockene, warme Phasen oder kalte, niederschlagsreiche. Denn die Berge korrespondieren mit hohem Druck, die Täler mit tiefem Druck. Und entlang der Isobaren weht der Wind, umso schneller, je höher die Druckgegensätze.

Die extreme Kälte in den USA Anfang des Jahres hatte ebenfalls mit dem Jetstream zu tun. Denn auch über Nordamerika ist er welliger als früher, weil der Temperaturgegensatz zwischen dem heißen Äquator und dem kalten Nordpol abnimmt. Und warum? Weil der Mensch das Klima erwärmt.

Ohne den Menschen gäbe es eine Klimaabkühlung
Ohne den Menschen gäbe es eine Klimaabkühlung Der Mensch ist nicht schuld an der globalen Erwärmung? 00:02:27
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Klimaerwärmung: Mensch ist "hundert pro" schuld

Professor Stefan Rahmstorf vom Potsdamer Institut für Klomafolgenforscung sagt: "Der Anteil des Menschen an der globalen Erwärmung seit 1950 beträgt ungefähr 100 Prozent. Paradoxerweise sogar etwas mehr als 100 Prozent, weil wir ja eine Abnahme der Sonnenaktivität haben. Das heißt, ohne den menschlichen Einfluss hätte sich das Klima sogar leicht abgekühlt." Da sind wir also doch nicht aus dem Schneider.