Der 7. Monat in Folge: Auch der Oktober 2018 war zu warm, zu trocken und sehr sonnig

Die extreme Dürre seit April verschärfte sich im Oktober weiter

Sehr warm, sehr sonnig und viel zu trocken. Das letzte halbe Jahr war extrem. Und auch der Oktober reiht sich ein. Er ist nun der siebte Monat in Folge, der diese Eigenschaften für sich verbuchen kann.

Sommer mitten im Herbst

Sommerlicher Herbst
14.10.2018: Ungewöhnlich hohe Temperaturen luden diesen Oktober zum Sonnenbad unter bunten Blättern ein. © picture alliance/dpa, Oliver Dietze, odi wst

Die Großwetterlage zeigte sich auch im Oktober sehr beständig. Anhaltender Hochdruckeinfluss hielt die Tiefdruckgebiete weitgehend von Mitteleuropa fern und sorgte deutschlandweit für einen sehr sonnigen und sehr warmen Oktober. Den Großteil des Monats kamen mit einer südwestlichen Strömung ungewöhnlich warme und trockene Luftmassen zu uns. Nur zu Beginn der ersten und in der dritten Monatsdekade stellten sich auch mal herbstliche Temperaturen ein. 

Oktober 2018: Überwiegend spätsommerlich mit kühlem Monatsende

Im Oktober lag der bundesweite Temperaturdurchschnitt mit 10,7 Grad um 1,7 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung nach oben 1,5 Grad.

Nach einem kühleren Monatsbeginn kam ab dem 5. Oktober noch einmal der Sommer zurück. Bis zum 17. Oktober gab es im Großteil des Landes Temperaturen von deutlich über 20 Grad. Bei der Anzahl der Sommertage wurden neue Rekorde aufgestellt: Düsseldorf, Waltrop-Abdinghof (nördlich von Dortmund) und Tönisvorst kamen auf satte sieben Sommertage im Herbst.

Besonders Mitte des Monats kam es unter Hoch "Viktor" zu ungewöhnlicher Hitze. Tönisvorst, westlich von Krefeld, meldete am 13. Oktober mit spätsommerlichen 28,6 Grad den bundesweit höchsten Wert.

Kühlere Luft konnte sich erst wieder im letzten Monatsdrittel durchsetzen: Am 22. Oktober registrierte Rottweil (nordöstlich von Villingen-Schwenningen) - 5 Grad und damit den bundesweit tiefsten Oktoberwert.

Kaum Regen: Verschärfung der anhaltenden extremen Dürre

Historische Niedrigwasser auf dem Rhein bei Düsseldorf
Historische Niedrigwasser des Rheins bei Düsseldorf. Eine Boje , die normalerweise die Fahrrinne markiert, liegt auf dem Trockenen. © imago/Horstmüller, HORSTMUELLER GmbH, imago stock&people

Mit rund 28 l/qm erreichte der Oktober nur etwa die Hälfte seines Solls von 56 l/qm. Mit Ausnahme des äußersten Südens zeigte sich erneut ein enormes Niederschlagsdefizit und verschärfte so die seit April anhaltende extreme Dürreperiode. Sogar die Pegel des Rheins sanken vereinzelt auf Rekordniveau.

In der Pfalz, in Rheinhessen und im Hunsrück fiel bis zum 29. Oktober an manchen Orten noch nicht einmal ein Liter Regen.

Deutlich mehr kam dagegen am 24. Oktober in Bischofswiesen-Loipl, nordwestlich von Berchtesgaden herunter: Ausläufer des Tiefs "Tina" brachten dort innerhalb von 24 Stunden die bundesweit höchste Tagessumme von 72,5 l/qm. Die höchsten Niederschlagssummen des Monats mit örtlich über 130 l/qm meldeten einige Messstellen entlang der Alpen.

Von einem Extrem ins andere: Nach Sommertagen Schnee

In den südlichen Mittelgebirgen wurde es am 28. Oktober vorübergehend winterlich: Klippeneck, auf der Schwäbischen Alb, meldete um 15 Uhr eine Schneehöhe von 20 Zentimeter.

Oktober 2018: Extrem sonnig mit bis zu 200 Sonnenstunden

Mit bundesweit rund 160 Stunden Sonnenschein lag der Monat um 47 Prozent über seinem Klimawert. Der Oktober 2018 gehört damit zu den fünf sonnigsten Oktobern seit Messbeginn. Am längsten zeigte sich die Sonne im Allgäu, in Oberbayern sowie der Fränkischen Alb mit bis zu 200 Stunden. An vielen Messstellen Deutschlands wurden neue Monatsrekorde aufgestellt.

Die geringste Sonnenscheindauer meldete Osthessen und Westthüringen. Örtlich waren es nur rund 120 Stunden. Damit lag man aber immer noch deutlich über dem Soll.

Quelle: DWD/wetter.de