Den Klimawandel durch Aufforstung stoppen? Dafür ist unsere Erde zu klein

Zu wenig Platz für die Bäume, die wir benötigten

1985 schrieb der berühmte Wissenschaftsjournalist Hoimar von Ditfurth sein Buch "So laßt uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen - Es ist soweit". In diesem Sachbuch, das der Bestseller des Jahres wurde, beschäftigte sich der Autor mit der globalen Bedrohung der Menschheit. In den 80ern lebte die Welt in Angst vor einem Atomkrieg, aber auch vor Umweltzerstörung und Bevölkerungsexplosion. Von Ditfurth schließt sein Buch mit den Worten "So laßt uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen - Es ist soweit" - als symbolische letzte Handlung der Menschheit. 

Das Zwei-Grad-Ziel ist durch Aufforstung nicht zu erreichen

Dass Bäume helfen können, den Klimawandel aufzuhalten, ist belegt. Denn sie nehmen CO2 auf. Außerdem verdunsten sie Wasser und fördern damit die Wolkenbildung, was wiederum die Erwärmung des Planeten bremst. 

Das Problem: Die Menge an Bäumen, die wir bräuchten, um das im Pariser Klimaabkommen vereinbarte Zwei-Grad-Ziel in Sachen Erderwärmung zu erreichen, ist allein durch Baumpflanzungen nicht zu schaffen. Dann müssten wir aufhören, Tiere zu halten und Ackerbau zu betreiben. Also verhungern. Mit anderen Worten: Das Zwei-Grad-Ziel ist durch Aufforstung nicht zu halten, es sei denn, wir hören noch in diesem Jahrzehnt auf, Kohlendioxid in die Atmosphäre zu blasen. 

Der ökologische Zusammenbruch erfolgt lautlos - der Mensch tut nichts dagegen

Ein Laubwald im Frühling.
Wälder binden Kohlendioxid. Doch das allein kann den Klimawandel schon nicht mehr stoppen. © MEV

Doch wir tun genau das Gegenteil: Wir verfeuern immer mehr Kohle, Gas und Öl. Was wird die Konsequenz sein? Wir erleben den Klimawandel ja bereits. Schwere Stürme, nicht enden wollende Trockenheit, heftige Unwetter mit unfassbaren Regenmengen, Gletscherschmelze, Anstieg des Meeresspiegels. Nur tun wir nichts dagegen. 

Weil - und da kommen wir wieder zu Hoimar von Ditfurth - der ökologische Zusammenbruch lautlos und schleichend erfolgt. Tier- und Pflanzenarten protestieren nicht gegen ihr Aussterben. Und einen warmen Winter, den hatten wir doch früher auch mal. Vielleicht schon. Aber nicht einen nach dem anderen. Der Klimawandel ist real. Er findet statt und das Zeitfenster, ihn zu bekämpfen, wird immer kleiner.