Sturmtief ANTONIA bringt neue Gefahr

Deiche trotzen im Norden schwerer Sturmflut

Es gab Schäden, die nun ausgebessert werden müssen. Bislang haben die jedoch Deiche gehalten, trotz schwerer Sturmflut. Nun droht das nächste Orkantief: ANTONIA! Schwere Sturm- und orkanartige Böen inklusive.

Schwere Sturmflut für die Nordseeküste

Der Sturm mit Böen jenseits von 140 Stundenkilometern hat der Nordseeküste eine schwere Sturmflut beschert. Die Deiche hielten jedoch. Allerdings hat ZEYNEP an vielen Stellen Schäden angerichtet, die nun ausgebessert werden müssen. "Auf uns warten arbeitsreiche Wochen", sagte die Direktorin des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz, Birgit Matelski.

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Extreme Pegelstände

19.02.2022, Hamburg: Eine große Pfütze hat sich an der Kaikante am Fischmarkt gebildet. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie hatte vor einer Sturmflut mit 1,75 bis 2,25 Metern über dem mittleren Hochwasser am Samstagabend gewarnt. Foto:
Es gab seit 1950 (Aufzeichnungsbeginn) noch nie so viele Surmfluten wie in dieser Saison - und die ist noch nicht vorbei.

"Auf den Halligen lief die Flut auf einigen Warften über die Kante, aber die Bewohner hatten ihre Häuser so abgedichtet, dass kein Wasser eindringen konnte", blickte der Landesbetrieb für Küstenschutz auf das Wochenende. An der schleswig-holsteinischen Küste lagen die Wasserstände um rund drei Meter über dem mittleren Tidehochwasser, in Husum sogar bei 3,45 Meter und damit nur fünf Zentimeter unter dem Schwellenwert für eine sehr schwere Sturmflut. Dort erreichte der Wasserstand einen Wert von 5,16 Meter über Normalhöhennull (NHN).

Seit Beginn der Messungen lag er nur dreimal (1962, 1976 und 1999) höher. Das bisherige Maximum gab es mit 5,61 über NHN während der Sturmflut 1976.

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19.02.2022, Hamburg: Mitglieder einer Polder-Gemeinschaft öffnen am frühen Morgen ein Flutschutztor am Deich in Wilhelmsburg. Nach dem schweren Sturm "Zeynep" in Teilen Deutschlands laufen am Morgen die Sichtungs- und Aufräumarbeiten. Foto: Jonas Wal
Mitglieder einer Polder-Gemeinschaft öffnen am frühen Morgen ein Flutschutztor am Deich in Wilhelmsburg. Nach dem schweren Sturm "Zeynep" in Teilen Deutschlands laufen am Morgen die Sichtungs- und Aufräumarbeiten.

Deiche haben gehalten

„Die Deiche haben gehalten und sind weiterhin in einem wehrhaften Zustand", betonte die Direktorin des Landesbetriebs für Küstenschutz, Matelski. Allerdings sei es an den sandigen Küsten zu Vor- und Randdünenabbrüchen gekommen. "Hier werden die Schäden in den kommenden Wochen detailliert aufgenommen und bilanziert." An vielen Stellen sei zudem Schwemmgut angefallen, das nun abgeräumt werden müsse, damit die Grasnarbe, die den Deichkörper vor dem Ausspülen schützt, keinen Schaden nimmt.

Extreme Böen durch Sturmtiefs

Erst in der Nacht zu Donnerstag hatte Sturmtief YLENIA zu Hunderten Einsätzen von Feuerwehren und Rettungsdiensten geführt. In der Nacht zu Samstag gab es durch das zweite Tief ZEYNEP in Kiel, auf Sylt und auf Helgoland Windstärken zwischen neun und elf, in Büsum wurde eine Orkanböe mit 143,3 Kilometer pro Stunde festgestellt.

Neues Tief bringt neue Sturmböen

Für die Nacht zum Montag kündigte sich das nächste Orkantief an: ANTONIA. Für die Nacht auf Sylt und Helgoland muss wieder mit vor schweren Sturmböen mit 90 Stundenkilometern, die in Schauernähe auch zu orkanartigen Böen mit Windgeschwindigkeiten um 110 Stundenkilometer gerechnet werden.

In der Landeshauptstadt Kiel werden schwere Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 75 und 90 Stundenkilometern sowie in Schauernähe orkanartigen Böen bis 105 Stundenkilometer erwartet.

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