Dauerregen und Überschwemmungen: "Land unter" in Niedersachsen

Das Video zeigt die Wassermassen in den Straßen von Bad Harzburg (Niedersachsen)

Tief 'Alfred' gießt krasse Regenmengen aus. Am Brocken fielen in 48 Stunden 238 Liter Regen pro Quadratmeter. Besonders im Süden Niedersachsens hält der Dauerregen die Einsatzkräfte in Atem.

Der Landkreis Goslar hat nun Katastrophenalarm ausgerufen. Damit übernimmt der Katastrophenschutzstab des Kreises die Einsatzleitung im Hochwassergebiet.

Evakuierungen in Goslar

Wegen starker Überschwemmungen ist in der niedersächsischen Stadt Bad Harzburg (Kreis Goslar) der Bahnverkehr komplett ausgefallen. Der Bahnhof der 23.000-Einwohner-Stadt wurde gesperrt und auch die Bundesstraße 4 ist teilweise unpassierbar. "Hier ist Land unter", sagte eine Verwaltungsmitarbeiterin. Am Bahnhof des Ortes im Kreis Goslar steht das Wasser nach heftigem Dauerregen mindestens 20 Zentimeter hoch. 350 Feuerwehrleute sind im Dauereinsatz.

Auch in Goslar ist die Situation angespannt. Die Innenstadt wurde gesperrt, ein Hotel und eine Seniorenresidenz mussten evakuiert werden.

Die Pegel der Innerste in Heinde (Landkreis Hildesheim) und der Nette in Groß Rhüden (Kreis Goslar) haben nach Angaben der niedersächsischen Hochwasservorhersagezentrale neue Rekordwasserstände erreicht.

Überschwemmungen auch in Göttingen, Holzminden und Hameln-Pyrmont

Rund um Göttingen sind die Feuerwehren ebenfalls im Einsatz. Dort sind binnen 48 Stunden 125 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen (Stand 8 Uhr). Mehrere Straßen mussten gesperrt werden, Keller liefen voll. Im Kreis Northeim wurden mehrere Kreisstraßen so stark überschwemmt, dass sie unpassierbar sind. Die Polizei sperrte sie am Mittwochmorgen.

In den von Überschwemmungen betroffenen Landkreisen Holzminden und Hameln-Pyrmont ist die Lage hingegen stabil. "Wir freuen uns über die kurze Regenpause", sagte ein Sprecher der Rettungsleitstelle am frühen Mittwochmorgen. Die Feuerwehr habe alles im Griff.

Die Zillierbachtalsperre in Sachsen-Anhalt droht überzulaufen

Von der extremen Wetterlage ist aber nicht nur Niedersachsen betroffen. Die Zillierbachtalsperre oberhalb von Wernigerode im Harz droht überzulaufen. "Wir rechnen damit, dass es am späten Nachmittag oder am Abend passiert", sagte Maren Dietze, Leiterin des Talsperrenbetriebs Sachsen-Anhalt, am Mittwochnachmittag in Blankenburg.

Die Talsperre hat in den vergangenen Tagen schon eine ganze Menge Wasser zurückgehalten, nun droht sie wie eine volle Badewanne überzulaufen. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Wie groß das Ausmaß am Ende wird, hängt auch vom Zulauf ab. Sturzbachähnlich wird es wohl aber nicht.

Auch in Thüringen und Berlin hatten die Rettungskräfte am Dienstag viel zu tun.