Hitze oder Tiefdruck-Watschn?

Der Siebenschläfertag am 27. Juni und das Wetter im Sommer

Was hat der Siebenschläfer mit dem Wetter zu tun?

Eine gute alte Bauernregel besagt: „Das Wetter am Siebenschläfertag (27. Juni) sieben Wochen bleiben mag“. Wie sieht es mit diesem Sprüchlein im Jahr 2021 aus? Haut das hin? Und wie wird denn das Wetter an jenem Sonntag? Für eine Wettervorhersage ist es natürlich noch viel zu früh, aber die Wetter-Computer berechnen natürlich trotzdem schon Trends für den Siebenschläfertag. Und da kommen wir auch schon zu einem Knackpunkt der berühmten meteorologischen Singularität.

Wann genau ist der Siebenschläfer?

Man darf die Siebenschläfer-Regel nicht zu wörtlich nehmen. Es kommt bei dieser bekannten meteorologischen Singularität gar nicht auf den 27. Juni alleine an, sondern auch auf den Zeitraum danach. Durch die gregorianische Kalenderreform ist der Siebenschläfertag sowieso erst etwa zehn Tage später auf den 7. Juli datiert.

Wie treffsicher ist der Siebenschläfer?

Statistisch belegt ist, dass die Bauernregel besonders oft in Süddeutschland zutrifft, wenn das Wetter der ersten Juliwoche zugrunde gelegt wird. Natürlich bleibt auch das Wetter dort nicht sieben Wochen gleich, aber die Witterung, die Ende Juni/Anfang Juli im Süden Deutschlands herrscht, setzt sich oft bis Anfang August fort. Schauen wir also auf den 42-Tage-Trend für München.

So steigen die Temperaturen in Deutschland

Der Siebenschläfertag in Süddeutschland

Wettervorhersage für den Siebenschläfer in Deutschland.
Farblich markiert: der 27. Juni und der 7. Juli als die beiden Siebenschläfertage, die es durch die Kalenderreform gibt.

Vor dem Siebenschläfertag gehen die Temperaturen in München auf Rutschpartie und landen auf angenehmen, aber eben nicht sommerlichen 20 Grad. Dazu gibt es nur wenig Regen. Bis zum 7. Juli ruckelt sich der Trend aber Richtung 30 Grad und die Niederschläge versiegen ganz. Das sieht ja tatsächlich nach einem stabilen Hoch aus, das sich im Süden Deutschlands breit macht und für lang anhaltende Sommerfreuden sorgen könnte.

Warum gibt es die Bauernregel vom Siebenschläfer?

Ende Juni, Anfang Juli stabilisiert sich der Jetstream über dem Ostatlantik, das Starkwindband in den höheren Atmosphärenschichten, oft für einige Zeit. Liegt er weit im Norden, so werden Tiefdruckgebiete meist in Richtung Skandinavien und Nordwest-Russland abgelenkt. Das Azorenhoch kann sich dann über Mitteleuropa ausdehnen und für eine stabile Hochdrucklage sorgen.

Liegt der Jetstream weiter südlich, so dominieren häufig Tiefdruckgebiete über Mitteleuropa unseren Wetterablauf. Immer wieder rauschen dann atlantische Tiefausläufer über Deutschland hinweg und bringen kühle Temperaturen, Wind und Regen mit.

Für Norddeutschland, wo das Klima von Nord- und Ostsee maritim geprägt ist, ist die Regel nur bedingt anwendbar.

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Woher der Siebenschläfertag seinen Namen hat

Wie wird das Wetter am Siebenschläfer in Deutschland?
Braucht der Siebenschläfer in diesem Jahr ein dickes Fell oder besser gar keins?

Mit dem gleichnamigen Tier, das den größten Teil seines Lebens schlafend verbringt, hat die Bauernregel nichts zu tun. Der Name geht auf die Heiligenlegende der sieben Schläfer zurück, die während der Christenverfolgung sich in eine Höhle retteten und in einen jahrhundertelangen Schlaf fielen. An einem 27. Juni erwachten sie wieder, heißt es in der Legende.

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