Der erste Monat im Jahr hat es drauf

So heftig kann das Wetter im Januar sein: Schneechaos bis Frühling

Lauterbach (Sachsen) am 13.01.2017 mit massiven Schneeverwehungen
Schneestürme sind im Januar keine Seltenheit. Besonders im Bergland. © dpa, Jan Woitas, woi pat

Das abwechslungsreiche Wetter im Januar: Eiswinter bis Frühling, Schneechaos bis Orkan

Klimatologisch gesehen befinden wir uns voll im Hochwinter. Denn der Januar und der Februar sind die kältesten Monate des Jahres. Gleich haufenweise liegen die nächtlichen Rekordwerte bei unter minus 20 Grad. Auch Werte von unter minus 30 Grad hat es in der Vergangenheit im Januar schon mal gegeben. 

Auf der anderen Seite probte im ersten Monat des Jahres auch immer mal wieder der Frühling seinen Einstand. Selbst Tageshöchstwerte von knapp 20 Grad plus finden sich in der Wettergeschichte des Januars. Das macht also zwischen Minimum und Maximum eine Spanne von über 50 Grad. Und auch die Wetterereignisse im Januar können extrem ausfallen. Denken wir beispielsweise an die teils enormen Schneemengen im Alpenraum im Januar 2019 oder an Orkantief "Friederike“ im Januar 2018 oder Orkan "Kyrill" im Januar 2007.

Der Schnee- und Kältemonat Januar

Wäre Weihnachten erst im Januar, dann wäre es zur Bescherung deutlich häufiger weiß als im Dezember. Doch in manchen Jahren hat es Frau Holle im Januar sicherlich mehr als übertrieben. Denken wir nur zurück an den Januar 2019 als sich die Schneemassen im Alpenraum meterhoch auftürmten. So sind im Nordstau der Alpen aufsummiert teilweise über 10 Meter Neuschnee zusammen gekommen mit einer sehr angespannten Lawinensituation. Weitere Januare mit zum Teil enorm heftigen Lawinenlagen gab es zum Beispiel auch in den Jahren 1951 und 1954. Damals teils mit über 1.000 Schadlawinen alleine in der Schweiz und entsprechend schlimmen Folgen.

Doch nicht nur die Berglagen kennen die Heftigkeit von winterlichen Wettereignissen im Januar. Der Norden unseres Landes hatte ebenfalls seine Erlebnisse: beispielsweise im Jahrhundertwinter 1978/1979 mit dem Höhepunkt der Schneekatastrophe in Schleswig-Holstein. Lesen Sie mehr zum Katastrophen-Winter.

Wie die Bergretter in den Lawinengefährlichen Zeiten selbst in Lebensgefahr bringen, um anderen Menschen aus der Not zu helfen, können Sie in der spannenden TV-Now-Dokumentation: "Die Lebensretter - Einsatz in den Alpen" verfolgen.

Schnee im Wintermonat Januar: In Bayern normal.
6. Januar 2019 in Marktoberdorf im Allgäu: Gut, für die Bayern ist Schnee im Januar nicht wirklich eine Überraschung.. © imago/Action Pictures, Peter Schatz, imago stock&people

Orkantiefs und Sturmfluten gibt's auch im Januar

Ebenso prägend wie die Ereignisse rund um Eis und Schnee sind im Januar auch die Stürme und Orkantiefs. "Friederike“ überquerte uns im Januar 2018 mit satten Orkanböen und entsprechenden Schäden.2017 war es "Axel“, der die bis dahin schwerste Sturmflut seit den Jahr 2006 brachte. Auch die bislang höchste Sturmflut an nahezu allen Pegeln der deutschen Nordseeküste fand im Januar statt. Nämlich im Jahr 1976 ausgelöst durch den sogenannten Capella-Orkan mit zahlreichen Deichbrüchen.

Last but not least darf natürlich auch Orkan "Kyrill" an dieser Stelle nicht fehlen. Einer der verheerendsten Stürme der vergangenen Jahrzehnte. "Kyrill" wütete am 18. und 19. Januar 2007 und kostete die Versicherungen mehr als zwei Milliarden Euro. Mehr zu  "Friederike“ und "Kyrill" finden Sie hier.

Sturmtief
Sturmtief "Axel" traf im Januar 2017 auf unsere Küsten und sorgte dort für die schwerste Sturmflut seit 11 Jahren. © deutsche presse agentur

Wenn der Januar auf Frühling macht

Viele Allergiker unter uns werden es wissen: auch im Winter können bereits die Pollen fliegen. Denn bei milden Temperaturen geht es gerne schon mal mit Erlen und Haseln los. Dann juckt die Nase und es tränen die Augen. Dafür braucht es noch nicht einmal die Rekordtemperaturen, die im Januar gerne bei 15 bis 20 Grad liegen. Auch Höchstwerte jenseits der 10 Grad mit Sonne reichen locker aus, um die Frühblüher in Wallung zu bringen.

Der bisherige Spitzenreiter bei den Januartemperaturen ist das bayrische Piding mit 20,5 Grad im Jahr 2015. Übrigens ein Ort, der zwei Jahre später Januar 2017 einen Rekord der ganz anderen Art erlebte. Da wurde an eben dieser Wetterstation eine nächtliche Tiefsttemperatur von minus 23,3 Grad vermeldet. Definitiv ein krasser Kontrast, der zeigt, was für eine Spanne der Januar für uns bereit hält.

Haseln im Januar 2014 in Berlin
In milden Zeiten fliegen bereits im Januar die Pollen von Erle und Hasel. Wie hier im Januar 2014 in Berlin. Deutschlandweit gesehen war der Januar 2014 über 2,5 Grad zu warm. © dpa, Wolfram Steinberg, wst fpt wst

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