Das war das turbulente Wetterjahr 2013

Das war das turbulente Wetterjahr 2013
© dpa, Armin Weigel

Turbulentes Jahr 2013: Langer Winter, dann das Hochwasser

Das Wetterjahr 2013 neigt sich seinem Ende - und das scheint es auf sehr ruhige Art und Weise zu tun. Doch in der Gesamtbilanz war 2013 alles andere als harmlos, was das Wetter betrifft. Viele Unwetter forderten Menschenleben und richteten große Schäden an. Eine Bilanz.

Beginnen wir mit dem Dezember 2012, denn der hatte es wirklich in sich: Nicht nur, dass wir unterdurchschnittlich viele Sonnenstunden hatten, nein, es war auch bitterkalt und winterlich. Schnee und Eisglätte machten in der ersten Dezemberhälfte den Autofahrern das Leben schwer. Tausende Unfälle im gesamten Bundesgebiet waren die Folge. Zu Weihnachten allerdings setzte das klassische Tauwetter ein, das bis in den Januar anhielt.

Und weil es im Dezember schon so viel geschneit hatte, kam es an den Nordrändern von Erzgebirge und Alpen zu Hochwasser und Überflutungen. Danach meldete sich der Winter zurück. Und er blieb mit aller Macht. So hatte der Januar am Ende nur halb so viele Sonnenstunden wie im langjährigen Mittel. Das schlug vielen Deutschen aufs Gemüt.

Im Februar musste die Schifffahrt auf Mosel, Abschnitten des Rheins und dem Neckar vorübergehend eingestellt werden. Zu viele Niederschläge, die die Flüsse nicht mehr aufnehmen konnten. Doch der Winter kannte keine Gnade und es schneite aus alle Rohren. Auf den Flughäfen Frankfurt, Düsseldorf und Nürnberg wurden an verschiedenen Tagen im Februar teilweise bis zu 100 Flüge gestrichen.

Noch gut in Erinnerung: Das schlimme Hochwasser vom Juni

Das änderte sich auch im März nicht. Bis Mitte März beeinflusste der Winter den Flugverkehr. Tausende Passagiere hingen am Frankfurter Flughafen fest, schliefen dort auf Feldbetten. In Hessen krachten auf der A45 100 Autos ineinander - 38 Verletzte. Doch auch im Norden beeinträchtigte der Winter das Leben: Ab dem 20. März mussten in Lübeck acht Turnhallen wegen Schneemassen auf den Dächern geschlossen werden. Am 18. und 19. wurde der Fährverkehr zwischen Sassnitz und Trelleborg (Schweden) wegen Sturms eingestellt.

Der April hielt sein ganzes Portfolio bereit: In Niedersachsen und Schleswig-Holstein gab es einen Sandsturm. Aufgewirbelter Staub führte zu erheblichen Sichteinschränkungen - Unfälle waren die Folge. Stüme, neue Schneefälle, eine Schlammlawine und ein schlimmer Hagelsturm in Bayern mit golfballgroßen Körnern - das war der April 2013.

Der Mai war etwas ruhiger, im Schwarzwald gab es das letzte Zucken des Winters, als es ordentlich schneite. Die Niederschläge waren so stark, dass Straßen unter Wasser standen, Keller vollliefen, Bäume umstürzten und Straßen und Bahnlinien unterspült wurden.

Im Juni kam es dann zu dem fürchterlichen Hochwasser: Ergiebiger Dauerregen am Monatswechsel Mai/Juni südöstlich einer Linie Saarland - Vorpommern ließ die Flusssysteme im Osten und Süden anschwellen.

An Rhein, Main und Neckar wurde der Schiffsverkehr eingestellt. In Ober- und Niederbayern wurde in mehreren Landkreisen der Katastrophenalarm ausgerufen. Mehrere Bahnstrecken stellten ihren Betrieb ein. Auf Feldern stand das Wasser und ließ das Gemüse verfaulen. Stadtteile und Ortschaften soffen förmlich ab.

In Passau, wo der Inn in die Donau fließt und die Altstadt unter Wasser stand, erreichte der Pegel mit 12,90 m einen Rekordstand. Im 16. Jahrhundert gab es zuletzt mit Pegelständen um 12,7 m ähnlich hohe Werte. Auch in den östlichen Bundesländern Sachsen, Thüringen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt wurden Rekordpegelstände erreicht und Katastrophenalarm ausgerufen. Zehntausende von Menschen wurden evakuiert.